Spätestens alle zwei Jahre gibt’s bei vielen Handy-Telefonierern mit der Vertragsverlängerung – oder einem neuen Vertrag – auch ein neues Mobiltelefon. Das alte verschwindet in irgendwelchen Schubladen oder liegt ungenutzt herum – schade drum. Wer sein altes Handy nicht als Zweitgerät verwenden will, hat verschiedene Möglichkeiten, per Handy-Verkauf sein Budget aufzubessern oder das Gerät zumindest für einen guten Zweck zu spenden.
Gebrauchthändler
Es gibt Internet-Händler, die sich auf den Ankauf von gebrauchten Mobiltelefonen spezialisiert haben. Zu diesen gehört
Wirkaufens.de – entstanden aus dem Vorgänger asgoodas.nu, trotz der mit der Namenskennung der Pazifikinsel Niue versehenen Web-Adresse eine deutsche Firma mit Sitz in Frankfurt/Oder. Sie kauft – nun unter neuem Namen – gebrauchte Handys (und andere Elektronik), überprüft und repariert sie und verkauft sie dann an einen neuen Nutzer weiter.
Die gut gemachte Website erleichtert das Verkaufen: Man sucht sich aus bebilderten Listen sein Handy heraus, wählt anhand von fünf Kriterien den Zustand aus und lässt sich den Preis anzeigen, den Wirkaufens dafür zu zahlen bereit ist. Im Falle eines Nokia 6300 wären das – sofern das Handy einwandfrei funktioniert, kein SIM-Lock hat, das Zubehör komplett und das Gerät in einem sehr guten Zustand praktisch ohne Gebrauchsspuren ist – 23 Euro. Lässt sich das Handy nicht einwandfrei benutzen, sinkt der Preis allerdings auf magere zwei Euro. Anschließend gibt man seine Daten wie Name, Adresse und Bankverbindung ein und trägt das Handy zur Post, um es versandkostenfrei an Wirkaufens zu schicken. Etwa eine Woche später hat man das Geld auf dem Konto. Einen ähnlichen Service bietet der Händler inzwischen für Digitalkameras, Objektive, Navigationsgeräte und MP3-Player an.
Ein alternativer Handyankäufer ist zum Beispiel zonzoo.de. Dort gibt es fürs 6300 10,30 Euro, wenn das Handy funktioniert, und 3,09 Euro für ein defektes Exemplar – das ist im erstgenannten Fall etwas weniger als bei Wirkaufens, und auch die Auswahl des Zustandes ist nicht annähernd so detailliert möglich. Ansonsten funktioniert die Abwicklung ähnlich.
Auch bei reBuy kann man neuerdings gebrauchte Handys loswerden. Der An- und Verkaufsshop ermöglicht es seinen Nutzern, online rund 2.000 verschiedene Mobiltelefon-Modelle zu verkaufen. Sie finden auf reBuy einen neuen Besitzer. Ein voll funktionsfähiges Nokia 6300 bringt es hier im Ankauf auf eine Summe von – je nach Farbe – 22 bis 27,50 Euro. Der Preis hängt auch hier außerdem vom Zustand des Handys ab: Ein silbernes 6300 praktisch ohne Gebrauchsspuren kauft reBuy für 22 Euro an, mit leichten Gebrauchsspuren für 19,80 Euro, mit deutlichen Gebrauchsspuren für 16,50 Euro, und für ein mangelhaftes Exemplar gibt's 7,70 Euro. Die kostenfreie Einsendung der zu verkaufenden Ware ist allerdings erst ab 30 Euro Warenwert möglich.
Handybörsen
Handybörsen wie gebrauchteshandy.de sind Plattformen, auf denen Privatleute und Händler gebrauchte Mobiltelefone verkaufen können. Das Ganze funktioniert wie ein klassischer Kleinanzeigen-Markt: Wer etwas anzubieten hat, stellt ein Inserat in das Portal, mit Angaben zum Gerät, zum Zustand, zum gewünschten Preis und samt Kontaktinformationen. Interessenten können dann per Telefon oder E-Mail Einzelheiten erfragen und den Kauf abwickeln. Das Nokia 6300 gehört inzwischen nicht mehr zu den neuesten Modellen, entsprechend fand sich nur eine einzige Anzeige aus dem Jahr 2008 für das nach heutigem Verständnis schon etwas betagte Handy. (Das schmale Suchergebnis kann allerdings auch ein Resultat der seltsamen Suchfunktion sein.) Für ein Exemplar des deutlich neueren Multimedia-Handys Nokia N97 in sehr gutem Zustand beginnen die aufgerufenen Verkaufspreise bei etwa 200 Euro – so viel kann man als Verkäufer offensichtlich auch erlösen. Zum Vergleich: Für ein N97 in Top-Zustand gibt's bei Wirkaufens 79 Euro, bei zonzoo.de 49,46 Euro, und reBuy zahlt rund 91 Euro.
Ebay & Co.
Auch auf den einschlägigen Auktionsplattformen kann man sein gebrauchtes Handy loswerden. Die Suche nach beendeten Auktionen mit dem Nokia 6300 listet beim Marktführer Ebay hunderte Treffer auf. Die Verkaufspreise schwanken allerdings stark, je nach Zustand, Verkäufer und Zufall: Sie reichen meist von weniger als 20 Euro für defekte Geräte über Preise zwischen 40 und 90 Euro für ein funktionsfähiges Exemplar in gutem Zustand bis hin zu 140 Euro für ein neues Handy samt Garantie vom Fachhändler.
Spende
Verschiedene Organisationen nehmen gebrauchte Handys als Spende an – auch defekte Geräte. Wer mit seinem nicht mehr genutzten Mobiltelefon etwas Gutes tun will, ist dort richtig. Viele Netzbetreiber kooperieren mit Recyclingunternehmen und geben pro eingereichtem Gerät eine Spende an Umweltschutzorganisationen oder soziale Einrichtungen weiter. O2 arbeitet mit dem WWF zusammen, T-Mobile mit der Deutschen Umwelthilfe, Vodafone mit den SOS-Kinderdörfern, den "Clown Doktoren", der Lebenshilfe oder der Hamburger Tafel und E-Plus mit dem Malteser-Hilfsdienst. Auch Wirkaufens und zonzoo.de bieten die Möglichkeit, den Erlös fürs Gebrauchthandy ganz oder teilweise zu spenden.