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Versandapotheken

Per Klick zur Pille

13.06.2011
Von Sandra Petrowitz
Immer mehr Menschen nutzen die Dienste von Versandapotheken und bestellen dort Medikamente. Kein Wunder: Das gestaltet sich für den Kunden sehr bequem – und häufig auch günstig. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten.
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Als die Stiftung Warentest das Angebot und den Service von 23 Versandapotheken unter die Lupe nahm, stellte sie große Unterschiede fest. "Gut" war kein Pillenversender; vier Anbieter bekamen die Note "befriedigend", elf erhielten "ausreichend", acht Apotheken fielen sogar ganz durch den Test ("mangelhaft"). Testsieger wurde mediherz vor mycare und parcelmed. Häufigster Kritikpunkt der Tester und durchweg der Grund für die Abwertung bei den "Mangelhaften": die mangelhafte Beratung.

Auch viele Websites könnten nach dem Geschmack der Tester übersichtlicher und komfortabler sein. Dagegen funktionierte der Versand der Medikamente in den meisten Fällen gut.
Spar-Möglichkeiten bei rezeptpflichtigen Medikamenten...

Mit Preisnachlässen und Bonusangeboten sowohl für rezeptpflichtige als auch für frei verkäufliche Mittel konkurrieren die Versandapotheken um die Kundschaft – und das mit Erfolg: Die Absatz- und Umsatzzahlen der Versandapotheken steigen ständig. Doch Vorsicht: Nicht alle Versender rechnen bei rezeptpflichtigen Arzneien direkt mit der Krankenkasse ab. Im Zweifel sollte man sich bei der Kasse erkundigen, ob ein Versand seriös ist und ob die Kosten erstattet werden. Normalerweise muss der Patient sein Originalrezept per Post an den Versand schicken. Schwarze Schafe in der Branche versenden jedoch auch rezeptpflichtige Mittel, ohne ein Rezept dafür einzufordern.

Grundsätzlich gilt: Während rezeptpflichtige Medikamente in Deutschland preisgebunden sind (auch in Versandapotheken), können ausländische Apotheken Rabatte geben. Kunden, die sich dies zunutze machen möchten, sollten allerdings bedenken, dass Versandkosten anfallen und den Preisvorteil schmälern oder ganz aufheben können. In jedem Fall ist ein vorheriger Preisvergleich auch mit den Angeboten örtlicher Apotheken ratsam.

Sparen lässt sich auch bei der Zuzahlung. Deutsche Apotheker sind an die Zuzahlungsregelungen gebunden, nicht aber die ausländische Konkurrenz. So verlangt DocMorris bei Bestellung rezeptpflichtiger Präparate nur die Hälfte der Zuzahlung. Das ist eine Ersparnis von bis zu 5 Euro. Bei einer Zuzahlungsbefreiung, bei Privatrezepten und bei zuzahlungsfreien Medikamenten beträgt der Bonus 2,50 Euro pro rezeptpflichtigem Medikament. Die Europa-Apotheek zahlt ihren Kunden bei jeder Rezeptbestellung einen Bonus von 3 Prozent für jedes Medikament (mindestens 2,50 Euro, maximal 15 Euro) bezogen auf den Arzneimittelpreis. Bei frei verkäuflichen Medikamenten und bei Privatrezepten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden (z. B. Pille), erhält man 10 Prozent Nachlass.

...und frei verkäuflichen Arzneien

Rezeptfreie Medikamente sind in Internet- und Versandapotheken häufig deutlich günstiger zu haben als in der Apotheke vor Ort. Seit 1. Januar 2004 gibt es für nicht rezeptpflichtige Produkte keine Preisbindung mehr. Die Versandapotheken werben denn auch heftig für ihre Angebote aus diesem Bereich – da können schon mal Angaben wie "bis zu 50 Prozent Preisvorteil im Vergleich zur unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers" auftauchen. Nur sagt diese Werbung noch nichts darüber aus, ob man das gleiche Präparat nicht auch in anderen Apotheken günstig bekommt – auch hier empfiehlt sich ein Preisvergleich.

Wer nicht selbst den Medikamentenpreisen in jeder einzelnen Apotheke hinterherrecherchieren will, kann das auch einem Online-Dienst wie Medizinfuchs überlassen. Der vergleicht die Preise von mehr als 350.000 frei verkäuflichen und rezeptpflichtigen Medikamenten, Naturheilmitteln und Pflegeprodukten. Daten zahlreicher Versandapotheken werden berücksichtigt. Die Handhabung ist einfach: Man gibt das gewünschte Produkt ein und bekommt eine Übersicht nach Packungsgrößen und Herstellern sortiert. Zur Sucheingabe "Aspirin" beispielsweise fand der Rechner 60 Produkte. Bei der 100er-Packung des Schmerzmittels (0,5 g, Tabletten) lag die Preisspanne immerhin zwischen 9,55 und 16,48 Euro.
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