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Solarien

Gefährliche künstliche Sonne

18.07.2001
Von Anja Lang
Sonnenstudios in Deutschland sind alles andere als gut. Zu diesem Ergebnis kommt das Bundesamt für Strahlenschutz, das Solarien untersuchte, die mit einem freiwilligen Zertifikat betrieben werden. Darauf sollten Sonnenanbeter achten.
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Insgesamt 100 von 800 zertifizierten Sonnenstudios hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bis November 2008 genauer unter die Lupe genommen. Gerade mal vier erfüllten alle Anforderungen des Gütesiegels. Der Rest wies eklatante Mängel auf. Im Kreuzfeuer der Kritik vor allem die unzureichende Kundenberatung, das Fehlen eines detaillierten Besonnungsplans sowie das Nichteinhalten der vorgeschriebenen Erstbestrahlungsdosis.


Hintergrund zur freiwilligen Zertifizierung

Das freiwillige Zertifizierungsverfahren für Solarien war 2003 mit den Verbänden der Solarienwirtschaft vereinbart worden, weil es in Deutschland bislang keine Regelungen gab, die eine Bestrahlungsbegrenzung, Beratung sowie bestimmte Hygiene in den Studios forderte. Von den rund 5600 Solarien in Deutschland ließen sich seit 2007 anschließend etwa 800 zertifizieren. Die Ergebnisse aus der Untersuchung zeigen nun allerdings, dass die freiwillige Zertifizierung ein eher „zahnloser Tiger“ ist. „Wir werden jetzt mit den Zertifizierern sprechen, was zu ändern ist, damit wir künftig positivere Ergebnisse haben“, äußert sich dazu Werner Nording vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Über kurz oder lang wird aber wahrscheinlich erst eine gesetzliche Regelung eine wirkliche Verbesserung bringen. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde am 31.07.2009 bereits umgesetzt: Seither dürfen Jugendliche unter 18 Jahren sich nicht mehr in kommerziell betriebenen Solarien sonnen.

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Darauf sollte man bei der Wahl des Sonnenstudios achten

Bis es soweit ist, bleibt den Sonnenhungrigen vor allem sich selbst ein Bild von der Qualität des Studios zu machen. Worauf man bei der Wahl des Solariums genau achten sollte, das weiß der Experte vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Extrem wichtig ist geschultes Personal und eine fachkundige Beratung. Der oder die Solariums-Mitarbeiter/in sollte in der Lage sein den Hauttyp des Kunden zu erkennen und Empfehlungen für die Dauer und Intensität der Bestrahlung aussprechen können. Selbstbedienungs-Studios lehnt das BfS deshalb grundsätzlich ab. Wichtig ist auch, dass die Bestrahlungsintensität am Gerät selbst eingestellt werden kann. Nur so ist einigermaßen gewährleistet, dass die Haut nur soviel UV-Dosis erhält, wie sie tatsächlich verträgt. Zuviel Strahlung kann Schäden anrichten. Das sollte der Sonnenbank-Nutzer wissen.

Der deutlich lesbare Hinweis „UV-Strahlung kann Schäden an Augen und Haut verursachen“ in einem Studio zeigt, dass der Betreiber seine Verantwortung wirklich ernst nimmt. Hygiene ist ein Thema, das selbstverständlich sein sollte, es aber leider nicht immer ist. Ein gutes Sonnenstudio hat saubere Kabinen und die Geräte werden nach jeder Benutzung gereinigt. Last but not least gehören Kinder bis 18 Jahren nicht auf die Sonnenbank. Sie befinden sich noch in der Entwicklung und ihre Haut ist noch relativ dünn. Ein gutes Studio sollte deshalb den Service für Unter-18-Jährige grundsätzlich ablehnen.


Weiterführende Informationen

Zum Thema Hautschutz und künstliche UV-Bestrahlung findet man viele Informationen auf den Seiten des BfS tun. Dort gibt´s auch kostenlos die so genannte UV-Fibel herunterzuladen, die auf 52 Seiten jede Menge Hintergrundwissen für den Laien bereit hält.

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