Nicht jeder ist kostenlos
Von Anja Lang, 14.05.2012
Der Sehtest beim Augenoptiker ist immer kostenlos? Falsch! Je nachdem, welcher Test gemacht wird und welche Apparaturen verwendet werden, hat der Optiker Anspruch auf Bezahlung.

Auch ein Seetest beim Optiker kann kosten
Viele denken, der Sehtest beim Optiker sei grundsätzlich kostenlos, denn tatsächlich verlangen die meisten Optiker für eine elektronische Messung mit dem sogenannten Autorefraktometer kein Geld. Bei dieser Methode guckt der Kunde durch zwei Öffnungen in ein Gerät, das ein Infrarot-Bild auf den Augenhintergrund des Kunden abbildet. Diese Projektion stellt der Optiker so ein, dass sie im Augenhintergrund des Betrachters scharf erscheint. So kann er die ungefähre Sehschärfe ermitteln.
Ausführliche Messungen können kosten
Für exaktere Daten benötigt der Optiker aber eine aufwändigere Apparatur und auch mehr Zeit. Hierzu verwendet der Fachmann ein sogenanntes Phoropter, eine Art Riesenbrille, bei der der Kunde verschiedene Brillenglasstärken durchprobiert und immer wieder Rückmeldung gibt, inwieweit sich das Sichtbild verbessert bzw. verschlechtert hat. So kann der Augenoptiker ziemlich genau die ideale Sehhilfe bestimmen.
Im Schnitt verlangen die Optiker für diesen Service zehn bis 20 Euro. Kauft der Kunde anschließend eine Brille oder Kontaktlinsen, wird die Summe aber oft angerechnet. Gerade große Ketten bieten diesen Test aber auch gänzlich kostenlos an, vor allem, wenn dort bereits eine Sehhilfe gekauft wurde. Da hier keine einheitliche Regelung besteht und jeder Optiker grundsätzlich ein Recht darauf hat, dass seine Dienstleistung auch vergütet wird, sollten Kunden vorher nachfragen, ob und was ein Test eventuell kostet.
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Sehtest beim Augenarzt zahlt die Kasse
Prüft ein Augenarzt die Sehschärfe, übernimmt die Krankenkasse die Kosten, wenn dafür eine medizinische Notwendigkeit besteht. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Patient den Eindruck hat, schlechter zu sehen. Neben der Brillenglasbestimmung kann der Augenarzt dann auch Tests zu einer möglichen Rot-Grün-Schwäche, Grauem Star oder anderen Augenbeschwerden durchführen. Ein Optiker darf das nicht. Allerdings gibt es bei ihm keine langen Wartezeiten, wenn man den Sehtest besonders eilig benötigt. Braucht ein Patient den Augen-Check für private Zwecke, zum Beispiel, weil er eine Bescheinigung für eine Prüfung oder ähnliches vorlegen muss, muss er dafür selbst zahlen. Dasselbe gilt, wenn er besonders umfangreiche Komfort-Tests durchführen lässt, die über die normale Kassenleistung hinausgehen.
Sehtest für die Führerscheinprüfung
Sehtests für die Führerscheinprüfung sind immer kostenpflichtig, beim Optiker wie beim Augenarzt. Dabei wird allerdings auch nicht die Sehschärfe bestimmt, sondern nur die Sehfähigkeit allgemein untersucht. Das kostet in der Regel rund sechs Euro.