Schweinegrippe
Pro und Contra Impfung
Seit Ende Oktober läuft die von der Bundesregierung großangelegte Impfaktion gegen die Schweinegrippe. Die Massenimpfung ist allerdings - selbst in Fachkreisen – nicht unumstritten. Was Sie dazu wissen sollten.
Seit April hält die Schweinegrippe die Welt in Atem. Kaum ein Tag vergeht, an dem man nicht wieder etwas von der Neuen Grippe hört. Mit der Einstufung zur Pandemie im Juni, hat die Schweinegrippe endgültig Seuchen-Charakter erlangt.
Mehr als 215.000 Fälle verzeichnete das Robert-Koch-Institut bislang allein hier in Deutschland. Die Dunkelziffer dürfte etwa zehnmal höher liegen. Denn die Symptome ähneln denen einer normalen Grippe stark. Nur ist der Verlauf deutlich milder. So sind im Gegensatz zur saisonalen Grippe, die jedes Jahr fünf bis fünfzehntausend Menschen in Deutschland dahinrafft, an der Schweinegrippe bislang in Deutschland nachweislich 159 Patienten gestorbenl.
Doch das muss nicht so bleiben. Der Virus könnte mutieren und aggressivere Formen annehmen. Wie der Krankheitsverlauf der Schweinegrippe in Zukunft aussehen wird, kann niemand genau vorher sagen und die Verbreitung des Virus ist nach wie vor rasant. Fieberhaft wird deshalb seit Monaten nach einem Impfstoff geforscht. Seit dem 26. Oktober steht dieser nun für knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung zur Verfügung. Insgesamt 50 Millionen Impfdosen wurden von den Bundesländern geordert.
Impfung für Kassenpatienten kostenlos
Rund 28 Euro beträgt der Preis für einen kompletten Impfschutz. Bei gesetzlich Versicherten übernimmt diese Kosten die Kasse. Die Impfung ist freiwillig. Zunächst sollen sogenannte Risikogruppen geimpft werden, die am meisten gefährdet sind. Das sind chronisch Kranke, wie etwa Asthmatiker, Diabetiker, Nierenkranke und Menschen mit allgemeiner Immunschwäche.
Aber auch Schwangere gehören dazu. Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass werdende Mütter ein viermal größeres Risiko schwer oder gar lebensbedrohlich an der Schweinegrippe zu erkranken, als die normale Bevölkerung. Außerdem zählen Ärzte, medizinisches Personal sowie Mitglieder von Polizei und Feuerwehr zum Kreis derer, die vorrangig geimpft werden sollen.
Keine große Akzeptanz
Was die Schweinegrippe-Impfung anbelangt, sind die Deutschen -trotz anfänglicher Hysterie - bislang relativ impfmüde. Nur etwa fünf Prozent der Bundesbürger haben sich inzwischen impfen lassen. Angestrebt waren 30 Prozent. Damit wurden bislang nur knapp sechs Millionen, der insgesamt bestellten 50 Millionen Impfdosen aufgebraucht. Die Bundesländer plagt nun das Problem, dass sie auf den Kosten für nicht geimpftes Serum sitzen bleiben könnten. Deshalb sollen 2,2 Millionen Impfdosen an andere Staaten abgegeben werden. Die Ukraine, Moldawien und andere osteuropäische und baltische Staaten haben Interesse, auch Afganistan ist im Gespräch. Darüberhinaus laufen Verhandlungen mit den Herstellerfirmen über eine drastische Reduzierung der Liefermengen. Bei der ursprünglichen Bestellung sei noch von einer Zweifach-Impfung augegangen worden. Da diese nicht mehr nötig sei, seien 25 Millionen Dosen ausreichend.
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