Das Virus verbreitet sich über Tröpfcheninfektion sehr schnell aus. Durch Husten oder Niesen, meist aber auch über den Kontakt mit den Händen gelangt das Virus in den Körper. Die Lebensbedingungen für Viren sind jetzt im Herbst besonders gut. Zusätzlich ist jetzt auch Saison für die normale Grippe. Das heißt, dass momentan gleich zwei Grippeviren auf uns zu kommen. Auf den Erreger der Schweinegrippe aber ist die Bevölkerung immunologisch noch nicht vorbereitet. Das könnte zu mehr und schwereren Verläufen führen, als das bislang der Fall war.
"Im Unterschied zu den gut charakterisierten saisonalen Influenzaviren kennen wir die weitere Entwicklung des neuen Erregers nicht, insbesondere seine Auswirkungen im Herbst und Winter, zur üblichen Grippezeit" argumentiert Jörg Hacker, Präsident des Robert Koch-Instituts. Die Unberechenbarkeit des neuen Virus und seine potentielle Aggressivität, wenn er auf die saisonale Variante trifft, liefern das Hauptargument für eine schnelle Durchimpfung der Bevölkerung. Denn, wenn viele Menschen innerhalb kurzer Zeit schwer erkranken, könnte das schnell zum Zusammenbruch des sozialen Lebens führen und großen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten.
Die schnellste und effektivste Waffe ist die Impfung
Der Impfstoff Pandemrix, von dem zunächst 50 Millionen Dosen bestellt wurden, hat als Musterimpfstoff eine Zulassung der EU-Kommission erhalten. Er gilt als sicher und gut verträglich. "Die Impfstoffe, die in Deutschland zum Schutz gegen die Schweinegrippe zur Verfügung stehen werden, haben Zulassungsverfahren durchlaufen und sind daher nach üblichen Standards auf Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet worden," betont Prof. Johannes Löwer, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen. Unter
www.neuegrippe.bund.de hat das Bundesministerium für Gesundheit inzwischen auch eine Internet-Plattform eingerichtet, auf der man unter anderem zur Schweinegrippe jetzt auch aktuelle Informationen über den Ablauf der Impfung abrufen kann.