Radfahren
Ein guter Helm muss nicht teuer sein
16.02.2009
Von Anja Lang
Bei Fahrten mit dem Fahrrad sollte man immer einen sicheren und auch bequemen Fahrradhelm tragen. Bei einem Sturz drohen sonst erhebliche Schädelverletzungen. Aber welches Modell ist empfehlenswert und wie viel muss man ungefähr dafür ausgeben?

Antworten auf diese Fragen findet man in der Ausgabe 5/08 der Stiftung Warentest. Die Zeitschrift hat 25 Fahrradhelme unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Qualität und Preis hängen nicht zwingend zusammen. Gute Fahrradhelme gibt es für 80 Euro, aber auch schon ab 19 Euro.
Zwei Frauen und sechs Männer unternahmen umfangreiche Testfahrten. Dabei wurden die Helme in erster Linie auf ihre Schutzwirkung hin, aber auch auf Handhabung, Komfort sowie die Hitzebeständigkeit untersucht. Ein weiteres Testkriterium war der Schadstoffgehalt in Riemen und Pads.
Keiner ist durchgefallen
Eines vorweg: Alle getesteten Helme erfüllten problemlos die Anforderungen der geltenden Sicherheitsnorm. Somit kann man sagen, dass auch die mit befriedigend bewerteten Helme nicht unsicher sind. Insgesamt 15 Modelle erhielten das Testurteil gut. Testsieger mit sehr guter Stoßdämpfung und Belüftung ist der MET Aliseo, dessen Damenmodell Diamante heißt. Beide Varianten sind für 55 Euro zu bekommen. Das gleiche Modell mit Visier gibt es für 60 Euro unter dem Namen Istinto.
Zwei Drittel preiswerter und ebenfalls noch gut mit der Testnote 2,2 ist der Profex Immold 61181, der schon für 19 Euro über den Ladentisch geht. Er verfügt über eine gute Belüftung mit Insektenschutz. Allerdings wurde die Kopfbandverstellung bemängelt. Schlusslicht im Test mit der Note 3,4, jedoch immer noch befriedigend, ist der Etto Kolibri, ein leichter Helm im Damendesign. Zur Abwertung führten die nicht optimale Kopfbandverstellung und die nur ausreichende Belüftung. Außerdem öffnen sich, nach Ansicht der Tester, die Riemenfixierer zu leicht und das Visier schränkt das Sichtfeld ein. Das Resümee der Untersuchung: Für jeden Geschmack und Geldbeutel gibt es einen sicheren Fahrradhelm. Wichtig ist vor allem, ihn aufzusetzen!
Wichtig: Anprobieren
Für die Wahl der richtigen Passform und den richtigen Sitz hier noch einige Tipps: Da Kopfform und -größe individuell verschieden sind, sollte man den Helm vor dem Kauf unbedingt anprobieren. Nur ein Helm der angenehm zu tragen ist und nirgendwo drückt, wird auch auf Dauer wirklich verwendet.
Gerade Kinderhelme sollten nicht auf Zuwachs gekauft werden. Denn der richtige Sitz ist entscheidend für die Schutzwirkung. Er muss fest und gerade sitzen, damit er nicht vorn auf die Brille drückt oder, wenn er zu lose ist, nach hinten rutscht und so die Stirn frei und ungeschützt lässt. Zum genauen Einstellen sollte die Kopfbandverstellung genutzt werden. Die Riemen müssen ein Dreieck um das Ohr bilden und eng anliegen. Zwischen Kinn und Gurt darf nur ein Finger Platz bleiben.
Wer häufig im Dunkeln oder in der Dämmerung fährt, der sollte einen Helm mit Reflektoren oder LED-Blinkleuchten wählen, damit er besser gesehen wird. Nach einem Unfall oder auch schweren Sturz sollte der Helm ausgetauscht werden, da schon Haarrisse die Schutzwirkung beeinträchtigen können. Auch starke Sonneneinstrahlung führt zu Materialermüdung und lässt den Kunststoff altern. Nach etwa fünf bis sieben Jahren sollte ohnehin ein neuer Helm angeschafft werden.