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Naturkosmetik

Nachhaltig schön

09.12.2010
Von Isabell Noé
Shampoo mit Bio-Granatapfel, Duschgel mit natürlicher Pfefferminze – man könnte meinen, die Natur hat die Badezimmer längst erobert. Dem ist nicht so: Viele konventionelle Pflegeprodukte enthalten Stoffe, die man von der Haut besser fernhält.
Natur Kosmetik Bio Pfefferminze Duschgel
Erdöl ins Gesicht, Silikon in die Haare – das klingt nicht gerade appetitlich, ist für viele Menschen aber das Standard-Pflegeprogramm. Denn um den Effekt glatter Haut oder seidig glänzender Haare zu erzeugen, setzen konventionelle Hersteller auf zahlreiche Inhaltsstoffe, die zumindest fragwürdig sind. Der populärste: Paraffin in verschiedenen Formen. Das wachsartige Erdölderivat legt sich wie ein Film auf die Haut und sorgt dafür, dass sie sich geschmeidig anfühlt.

Paraffin ist beliebt, weil es sich gut in Kosmetik verarbeiten lässt und im Vergleich zu natürlichen Ölen sehr billig ist. Allerdings hat der Stoff einen Schönheitsfehler: Bei längerem Gebrauch greift Paraffin den Säureschutzmantel der Haut an, sie trocknet aus und kann sich nicht mehr selbst regenerieren. Die Zeitschrift „Ökotest“ stuft deshalb Cremes, die mehr als zehn Prozent Paraffin enthalten, als „nicht empfehlenswert“ ein.
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In den meisten Badezimmern wird man auch Produkte mit Silikonen finden. Auch sie legen sich wie ein Mantel über die Oberfläche. Besonders in Haarpflegeprodukten sind Silikone verbreitet, weil sie Haare leicht kämmbar machen und kaputte Spitzen kitten - zumindest vorübergehend. Oberflächlich wirkt das Haar länzend und gesund, doch der Schein trügt: Silikone haben keinerlei pflegende Wirkung sondern verhindern sogar, dass Pflegestoffe durchdringen. Unter der Silikonschicht trocknet das Haar aus.

Die tägliche Schadstoff-Dosis

Kosmetik besteht aus einer Vielzahl von Basis-, Wirk- und Zusatzstoffen. Ein Blick auf die Verpackung oder den Beipackzettel gibt Auskunft über die Inhaltsstoffe. Um aus den sogenannten INCI-Bezeichnungen schlau zu werden, ist eine Ausbildung zum Chemiker hilfreich – und eine zum Mediziner noch dazu. Über 6.000 kosmetische Substanzen wurden bis jetzt entwickelt, dazu weit über 2.000 künstliche Düfte. Sie sorgen beispielsweise dafür, dass die Bodylotion schnell einzieht, das Duschgel schäumt und die Creme lange hält. Doch nicht wenige dieser Hilfs- und Zusatzstoffe sind gesundheitlich umstritten. So stehen die konservierenden Parabene im Verdacht, Brustkrebs zu fördern. Halogenverbindungen sind als allergieauslösend bekannt, genauso wie zahlreiche Duftstoffe. Dass bedenkliche Stoffe allenfalls in kleinen Mengen enthalten sind, beruhigt nicht wirklich: Vieles davon gelangt durch die Haut und lagert sich bei regelmäßiger Anwendung im Körper ab.
 
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