Mehr als acht Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Migräne. Damit erträgt jeder zehnte Deutsche regelmäßig quälende Kopfschmerzen, häufig begleitet von Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Wahrnehmungsstörungen. Eine Qual für die Betroffenen selbst, aber auch für deren Angehörige. Doch es gibt effektive Möglichkeiten der Therapie. Vor allem vorbeugend kann man viel tun.
Migräne ist nicht einfach nur „Kopfschmerzen haben“. Migräne ist eine eigene Erkrankung mit neurologischer Ursache. Die Veranlagung dazu wird vererbt. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer. Wie Migräne genau entsteht, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Mehrere Ursachen kommen dafür in Frage. Nach neuesten Erkenntnissen geht man aber davon aus, dass es durch eine Funktionsstörung im Gehirn zu einer Reizüberflutung kommt, an der der Botenstoff Seratonin beteiligt ist. Die Blutgefäße in der Hirnhaut schwellen dabei stark an und drücken auf die Nervenbahnen. In der Folge kommt es zu einer vorübergehenden nicht-bakteriellen Entzündung, die die Scherzempfindlichkeit der Nerven so stark erhöht, dass selbst das Pulsieren des Blutes als unerträgliche Qual empfunden wird.
Typische Anzeichen einer Migräne
Migräneanfälle kommen in Attacken. Von Patient zu Patient unterschiedlich oft. Manche werden nur alle Vierteljahr heimgesucht, andere dagegen gleich mehrmals im Monat. Bei etwa zehn bis 20 Prozent der Patienten kündigt sich die Migräne mit einer Aura an. Dabei handelt es sich um neurologische Ausfallerscheinungen, wie Gesichtsfeldausfälle und Verschwommensehen, die etwa 30 Minuten anhalten. Anschließenden setzt der Schmerz ein. Er wird als pochend, klopfend und pulsierend empfunden und tritt meist einseitig auf.
Der Schmerz nimmt meistens von der Stirn aus langsam an Heftigkeit zu und kann über mehrere Stunden bis hin zu drei Tagen andauern. Bewegung und Nachvornebeugen des Kopfes steigern die Intensität noch. Begleitet werden diese Symptome häufig von Übelkeit und Erbrechen, sowie von Lärm- und Lichtempfindlichkeit. Migränepatienten ziehen sich deshalb instinktiv in ruhige und abgedunkelte Räume zurück, wo sie sich abschotten, schlafen und ausharren bis die Attacke vorbei ist.
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