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Medikamente

Was Discounter-Pillen taugen

15.02.2011
Von Anja Lang
Hustensaft, Nasenspray und Baldriantropfen gibt es nicht nur in der Apotheke, sondern inzwischen auch in vielen Supermärkten. Aber wie gut sind diese Produkte wirklich? Eine Untersuchung brachte es ans Licht.
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Neben Kaffee, Keksen und Klopapier, haben auch sie inzwischen ihren festen Platz in deutschen Supermarktregalen: Freiverkäufliche Medizinprodukte für sogenannte Bagatell-Erkrankungen. Denn bei Husten, Schnupfen, Blasenkatarr und Co greifen viele Menschen lieber zu Gesundheitsmitteln, als zum Arzt zu gehen. Insgesamt 89 Medizinprodukte von diversen Discountern hat die Zeitschrift "Ökotest" untersucht. Das Ergebnis ist zweigeteilt: Hustenmittel, Schlafmittel, Blasen- und Nierentees und Co schnitten allesamt mit „gut“ bis „sehr gut“ ab. Vitamin- und Mineralstoffpräparate dagegen fielen größtenteils durch. Grund: Sie waren teilweise haarsträubend hoch dosiert und der Hinweis „aufgrund des Zinkgehaltes nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre geeignet“ fehlte.

Lidl hat die meisten „sehr guten“ Produkte

Mit insgesamt fünf „sehr gut“ bewerteten Gesundheitsmitteln, hat Lidl, laut Ökotest, die meisten Spitzenprodukte im Angebot. Im Einzelnen sind das die Calcium + D3 Brausetabletten sowie –Completten, die Isländisch Moos- Lutschtabletten, das Meerwasser Nasenspray sowie die Vitamin-C Brausetabletten. Ein spezielles Nahrungsergänzungsmittel für die ältere Generation Optisana A-Z + Lutein + Q10, Vitalcompletten Aktiv 50+ sowie die Optisana A-Z Vitalcompletten, erhielten dagegen beide ein „ungenügend“. Grund hierfür: Die Tester bemängelten die teilweise deutlich zu hohe Dosierung, die zu Nebenwirkungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen führen kann. Außerdem fehlte der Hinweis auf eine Altersbeschränkung.

Bei Aldi Nord kein einziges Gesundheitsmittel „sehr gut“

Keines der Gesundheitsmittel, die bei Aldi Nord in den Regalen stehen, konnte ein „sehr gut“ von den Testern ergattern. Dafür gab es insgesamt sechsmal die Note „gut“ für den Blasen und Nierentee, die Erkältungskapseln, den Fenchelhonig , die Hals- und Rachen Lutschtabletten, die Calcium + Vitamin D3-Tabletten sowie die Calcium 1000 mg plus Vitamin C + D3-Brausetabletten. Zu hohe Dosierung sowie die fehlende Angabe der Altersbeschränkung auf der Packung führten zur totalen Abwertung von insgesamt vier Vitamin-Nahrungsergänzungsmitteln des Discounters: Den beiden Vitalis Langzeit Vitamintabletten A-Z Generation 50+ sowie -Balance und den Vitamin C plus Zink-Brausetabletten sowie -Depot-Kapseln. Genau andersherum führte die zu geringe Dosierung bei den St. Christoph Johanniskraut Dragees ebenfalls zum Gesamturteil „ungenügend“. Da freiverkäufliche Präparate grundsätzlich so niedrig dosiert sein müssen, dass sie keinerlei Nebenwirkungen verursachen können, bezweifelten die Tester, ob sie dann überhaupt noch irgendeine Wirkung erzielten.

Die meisten Mittel sind empfehlenswert

Die meisten der getesteten Gesundheitsmittel können bedenkenlos eingenommen werden. Sanfte Schlafmittel, Hustensäfte, Nasensprays, etc. schlossen durchweg mit „gut“ bis „sehr gut“ ab. Auffällig war, dass sich die getesteten Arzneimittel der untersuchten sechs Lebensmittelketten in Rezeptur und Zusammensetzung kaum voneinander unterschieden. Vorsicht geboten ist allerdings bei dem großen Angebot an Multi-Vitamin-Präparaten. Hier überschritten die Vitamindosen oftmals die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) herausgegebenen Empfehlungen. Einige Herstellerfirmen haben darauf aber bereits reagiert: So kündigte der Produzent der Multinorm-Produkte von Aldi-Süd an, dass er die Rezeptur seiner Produkte derzeit umstelle.

 

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Leserkommentare

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18.02.2011 12:19 Uhr
Peter Waldmann: Arzneimittel gehoeren in die Apotheke
Ich kaufe meine Arzneimittel grundsaetzlich nur in der Apotheke meiner Heimatstadt. Hier wird mir bei Tag und Nacht geholfen.
17.02.2011 19:38 Uhr
Steven: Apotheke besser als Supermarkt
Entscheidend ist doch folgender Satz: "Da freiverkäufliche Präparate grundsätzlich so niedrig dosiert sein müssen, dass sie keinerlei Nebenwirkungen verursachen können, bezweifelten die Tester, ob sie dann überhaupt noch irgendeine Wirkung erzielten."

Was hilft das Mittel aus dem Supermarkt, wenn es nicht hilft. Kochsalznasensprays sind sicherlich nebenwirkungsfrei, bringen aber - ausser einer Befeuchtung der Nase - einfach nix. Da sind die bösen abschwellenden Nasensprays aus der Apotheke wohl doch die bessere Wahl, auch wenn diese die Nebenwirkung besitzen, dass sie bei Dauergebrauch abhängig machen und die Nase austrocknen.
Foto: Volker Hartmann/ddp ID:2089
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