Kein einziges Kontaktlinsenpflegemittel schaffte die Norm für medizinische Instrumente, nach der gleichzeitig drei Testbakterien um 99,9 Prozent sowie der Hefepilz candida albicans um mindestens 90 Prozent reduziert werden sollten. Nur ein einziges Produkt im Test schnitt mit „gut“ ab, die ReNu MultiPlus Multi-Purpose Solution von Bausch und Lomb, die sich mit 2,77 Euro pro 100 Milliliter preislich im oberen Mittelfeld befindet.
Keimtötende Wirkung lässt zu wünschen übrig
Erschreckend auch die Ergebnisse nach den sogenannten primären Kriterien der Kontaktlinsenpflegemittelnorm EN ISO 14729: Hierbei sollten die Präparate die Testbakterien in einer Lösung mindestens um den Faktor 1.000 reduzieren und den Pilz um den Faktor zehn. Das schafften gerade mal schlappe vier Produkte. Die 14 Pflegemittel, die versagten, wurden anschließend noch nach den sekundären Kriterien getestet. Hier sollten die Bakterien in der Testlösung wenigstens noch um den Faktor zehn reduziert werden und der Hefepilz sich während der Einwirkzeit zumindest nicht vermehren. Das schafften gerade mal zwei Marken. Die restlichen zwölf Pflegemittel bekamen noch die Chance, die Keime direkt von einer Kontaktlinse abzutöten. Gerade mal drei schafften das in ausreichendem Maße.
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Jede Menge Verlierer
Fast die Hälfte, nämlich sieben Produkte, fielen mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ komplett durch: Die keimtötende Wirkung war hier absolut unzureichend. Darunter Billig-Präparate, wie die Lenscare Kombilösung des Herstellers 4care, für 1,37 Euro pro 100 Milliliter, aber auch Markenpräparate im preislichen Mittelfeld, wie die iWear All-in-One Lösung von Apollo-Optik, die man im Laden für 2,19 pro 100 ml kostet.
Problematische Zusatzstoffe
Doch damit nicht genug. Die Tester fanden in den Mitteln problematische Zusatzstoffe, wie PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger machen und Borsäure/Borate, die zellgiftig wirken und durch die Haut in den Körper gelangen können. Außerdem waren EDTA und deren Abkömmlinge enthalten, die unter Umständen Zellmembranen verändern. Darüber hinaus fehlten in vielen Fällen die Angaben darüber auf der Verpackung oder waren unzureichend.