Influenza
Pieksen gegen die Grippe
08.12.2011
Von Dr. Charlotte Gonschorrek
Mit Herbst und Winter beginnt wieder die Jahreszeit der Grippeviren und damit auch die Impfsaison. Auch wenn die Empfehlung der Ärzte für die Impfung für die Monate September bis November gilt – noch ist es nicht zu spät für eine Impfung.
Influenza – grippaler Infekt
Der grippale Infekt kann durch verschiedene Viren (z. B. Rhinoviren, Enteroviren, etc.) ausgelöst werden und ist eher eine harmlose Erkältungskrankheit, während die Influenza eine schwerwiegende Erkrankung der Atemwege ist, die durch die sogenannten Influenza-Viren (Typ A, B oder C) hervorgerufen wird. Bei gewöhnlichen Verläufen der Influenza wird jährlich mit 5.000 bis 8.000 zusätzlichen Todesfällen gerechnet, wobei von den tödlichen Verläufen vor allem Ältere und Immungeschwächte betroffen sind.
Immer wieder kommt es aber auch zu Epidemien, bzw. Pandemien, die wesentlich mehr Todesopfer fordern. Von einer „Grippe-Welle“ (Epidemie) spricht man, wenn mehr als zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung infiziert sind, die Ausbrüche aber lokal begrenzt bleiben, von einer Pandemie, wenn sich die Grippe auf der ganzen Welt verbreitet. Die bislang schlimmste Pandemie ereignete sich zu Zeiten des ersten Weltkrieges. Die „Spanische Grippe“ forderte mehr als 25 Millionen Todesopfer.
Erreger
Influenza-Viren werden in die Typen A, B und C unterteilt, die unterschiedlich schwere Krankheitsbilder auslösen. Für den Menschen sind vor allem Typ A und B gefährlich, da diese auch schwere, lebensbedrohliche Krankheitsverläufe verursachen und zu Epidemien, bzw. auch Pandemien führen können.
Das Virus-Reservoir ist meist der Mensch selbst, aber auch Tiere (Schweine, Vögel) können von Influenza-A–Viren befallen werden und diese weitergeben. Zwar sind diese Viren dann nicht von Mensch zu Mensch übertragbar, aber steckt sich ein Mensch mit einem von Mensch zu Mensch übertragbaren Virus und beispielsweise dem Vogelgrippe-Virus an, so können die Erreger ihre Eigenschaften kombinieren. Dadurch entstehen neue (teilweise gefährliche) Subtypen, die dann auch von Mensch zu Mensch übertragbar sind. Influenza-Viren sind hochansteckend und es reichen schon wenige Erreger zur Infektion, außerdem sind sie auch außerhalb des Körpers mehrere Stunden überlebensfähig.
Für die Erkennung des Virus-Typs A durch das menschliche Immunsystem spielen zwei Eiweiß-Moleküle eine wichtige Rolle, die auf der Oberfläche des Virus sitzen: Sie heißen Neuraminidase (abgekürzt: N) und Hämaglutinin (H). Von ihnen gibt es jeweils verschiedene Arten, die durchnummeriert werden (zum Beispiel N1, N7... oder auch H1, H5, H7 ...). Durch neue Kombinationen dieser Moleküle bilden sich immer wieder leicht abgewandelte Typen des Influenza A-Virus. Diese Subtypen werden dann auch entsprechend bezeichnet (zum Beispiel H5N1). Vom Influenza B-Virus gibt es bisher nur einen Subtyp.
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