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Implantate

Feste Zähne dank Titanstift

21.07.2011
Von Anja Lang
Zahn-Implanatete boomen. So wurden allein in Deutschland 2010 mehr als eine Million künstlichen Zahnwurzeln gesetzt.  Kein Wunder, denn Implantate bieten gegenüber konventionellem Zahnersatz viele Vorteile. Was Sie zu beiden Verfahren wissen sollten und für wen sich welches lohnt.
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Jahr für Jahr entscheiden sich mehr Menschen für ein Implantat. Das hat viele Gründe: Implantatgetragene Zähne sind optisch und in ihrer Funktion von natürlichen Zähnen nicht zu unterschieden. Das heißt, man kann mit ihnen – nach der Einheilungszeit – genauso kräftig zubeißen, wie mit echten Zähnen. Mehr als 90 Prozent der Implantate sind auch nach über zehn Jahren noch fest im Knochen verankert. Bei guter Mundhygiene geht man davon aus, dass Implantate sogar ein Leben lang halten können.


Aber auch aus zahnmedizinischer Sicht haben Implantate viele Vorteile: So müssen, anders als bei konventionellen Brücken, die Nachbarzähne nicht zu Stümpfen abgeschliffen werden. Gesunde Zahnsubstanz geht damit nicht verloren. Und ganz wichtig: Implantate sorgen dafür, dass die Knochensubstanz im Kiefer erhalten bleibt. Da Implantate im Knochen fest verankert sind, können sie auch, wie natürliche Zahnwurzeln, die Kaukräfte gleichmäßig in den Kieferknochen leiten. Diese regelmäßigen Kauimpulse sind notwendig, damit die Knochensubstanz erhalten bleibt. Fehlt die Belastung, wie das bei zum Beispiel bei Brücken und Prothesen der Fall ist, bildet sich an der wurzellosen Stelle allmählich der Knochen zurück.
 

Was sind Implantate?

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, meist aus Titan gefertigt, die im zahnlosen Teil des Kiefers verankert werden und dort einwachsen. Allein in Deutschland stehen aktuell etwa hundert verschiedene Implantatsysteme zur Verfügung. Sie unterscheiden sich, teils erheblich, in Form, Größe, Design und Oberfläche. Für wen welches Modell am besten geeignet ist, hängt mit der Beschaffentheit des Kiefers, aber auch mit dem ästhetischen Anspruch des Patienten zusammen. Am gebräuchlichsten sind schrauben- oder zylinderförmige Implantate. Ähnlich wie natürliche Zahnwurzeln, bilden Implantate ein stabiles Fundament für den sichtbaren Teil des Zahns, die Zahnkrone.

Die dentale Implantation gibt es bereits seit über 40 Jahren. 1982 wurde sie von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde wissenschaftlich anerkannt und gilt inzwischen als gängige und sichere Methode bei Zahnverlusten.


Chirurgischer Eingriff nötig

Implantate bestehen in der Regel aus zwei Teilen: Dem Implantatkörper, der in den Kiefer eingebracht wird und dem Implantatpfosten – fachsprachlich auch Abutment genannt - der den Implantatkörper und den sichtbaren Aufbau miteinander verbindet. Ambulant, in örtlicher Betäubung, auf Wunsch aber auch in Vollnarkose, wird der Implantatstift in den zahnlosen Teil des Kiefers eingebracht. Dort muss es mehrere Monate, unter einem Provisorium, einheilen, bis er vollständig belastet werden kann. Nach der Einheilzeit, wird das Abutment auf Titanstift aufgeschraubt und anschließend der sichtbare Teil des künstlichen Zahns, also die Zahnkrone, Brücke oder auch Vollprothese, daran befestigt. 


Implantate haben ihren Preis

Die Kosten für Implantate sind allerdings relativ hoch. Für ein Einzelimplantat muss – je nach Aufwand, Modell und Lage im Kiefer– mit etwa 1.600 Euro bis 2.900 Euro gerechnet werden. Diese Kosten setzen sich zusammen aus dem Preis für das Implantat, den sonstigen Behandlungsmaterial, der Arbeit des Zahnarztes sowie den Kosten für das Labor. Bis auf einen geringen Zuschuss – muss diese Versorgung komplett aus eigener Tasche bezahlt werden. Denn Implantate sind eine private zahnärztliche Leistung und werden auch so abgerechnet.

Keine Frage normaler Zahnersatz, wie ihn die meisten kennen, kostet weniger als die Versorgung mit Implantaten. Eine Brücke, zum Beispiel über einen fehlenden Zahn, kostet in der Regelversorgung etwa 700 Euro. 50 Prozent der Regelversorgung übernimmt die Kasse. Blieben noch 350 Euro Eigenleistung. Wird allerdings eine hochwertigere Ausführung mit weißer Verblendung gewünscht, ist man schon mit über 1.000 Euro dabei. Das macht noch mondestens 750 Euro Eigenleistung nach Abzug des Kassenzuschusses. Dieser richtet sich übrigens allein nach dem Befund und den Kosten für die Regelversorgung, also der preiswertesten Ausführung, um noch einigermaßen vernünftig zubeißen zu können. 

Seit 2005 besteht nun die Möglichkeit diesen Festzuschuss für jede Art der Versorgung von den gesetzlichen Krankenkassen zu bekommen. So auch für Implantate, was früher nicht möglich war. So stehen - abzüglich des Kassenzuschusses -beim Verlust eines Zahnes- Kosten von etwa 750 Euro für eine Brücke, den Kosten von etwa 1.700 Euro für ein Implantat gegenüber. Das ist erstmal mehr als doppelt soviel an Euros.

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