Immer wieder sind gefälschte Medikamente im Umlauf: Antibiotika, Krebsmittel, Mittel zur Senkung des Cholesterins, Schmerzmittel oder das Potenzmittel Viagra. Wie erkennt man ein Originalprodukt?
Die sicherste Möglichkeit an ein Originalprodukt zu gelangen, ist der Einkauf in deutschen Apotheken, rät der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) in Berlin. "In der gesamten Europäischen Union sind die Sicherheitsstandards hoch", sagt Julia Nill, Gesundheitsexpertin bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Auch der Verkauf von Generika und Reimporten verläuft über die gut kontrollierten Apothekenvertriebswege.
Die größte Gefahr lauert beim Internethandel mit Medikamenten. Grundsätzlich kann man auch bei einer Internetapotheke ohne große Bedenken Medikamente bestellen, vorausgesetzt es ist eine seriöse Apotheke, sagt Nill. Jede Internapotheke muss eine Erlaubnis für den Handel mit Arzneimitteln besitzen. Im Zweifelsfall kann man das bei der Apothekenkammer erfragen. Einen Hinweis kann auch ein Blick ins Impressum geben: Der volle Name, die Anschrift, eine Telefonnummer sollten hier aufgelistet sein wie auch die zuständige Aufsichtsbehörde, rät Nill.
Vorsicht bei Internethandel
Keinesfalls sollte man Medikamente außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) – EU-Mitgliedsstaaten sowie Island, Norwegen und Liechtenstein – erwerben, rät der vfa. Der Versand von Arzneimitteln aus Ländern, die nicht zum EWR gehören, direkt an den Endverbraucher, ist verboten. "Wenn die Bestellung direkt im Ausland erfolgt, gelten die Regularien über die deutschen Gesetze nicht", sagt Lisa Goltz von der Arzneimittelberatungsstelle an der Technischen Universität Dresden. "Stutzig sollte man werden, wenn rezeptpflichtige Medikamente zu sehr niedrigen Preisen angeboten werden oder, wenn kein Rezept verlangt wird."
Ob der Verbraucher ein gefälschtes Medikament oder ein Originalpräparat in der Hand hält, kann er kaum unterscheiden. Ein Blick auf das Äußere kann aber aufschlussreich sein: Der genaue Name des Medikaments sollte auf der Packung genannt, ein Beipackzettel in deutscher Sprache enthalten und die Tabletten keinesfalls einzeln in Tütchen abgepackt sein, sagt Nill. Die Forderung nach einer Sicherheitscodierung wird immer lauter. In Schweden läuft ein erstes Pilotprojekt, sagt Goltz: Jede Medikamenten-Packung enthält einen Aufdruck, mit der man den genauen Vertriebsweg nachvollziehen kann.