
Federführend für den IV-Vertrag Chronische Wunde ist die BKK Taunus. Sie hat das Konzept ausgearbeitet und bereits 2005 für ihre Versicherten eingeführt. Bundesweit haben sich inzwischen weitere sieben Betriebskrankenkassen angeschlossen: BKK Merck, HEAG BKK, Gothaer BKK, BKK Umedia, Sancura BKK, BKK R+V und BKK Hoechst. Regional sind, je nach Bundesland, bis zu 121 Kassen beteiligt. Die Vorteile für die Patienten liegen klar auf der Hand: Hohe Heilungsquote bei moderner Wundversorgung, schnelle Terminvergabe und Versorgung auch am Wochenende, Einbindung von Pflegediensten sowie telemedizinische Begleitung und Dokumentation durch den Arzt. Die Behandlung ist für den Patienten praktisch zuzahlungsfrei. Auch für die Krankenkassen geht die Rechnung auf: „Wir setzen am Anfang deutlich mehr Geld ein. Durch die hohe und schnelle Heilungsquote sparen wir aber im Endeffekt wieder jede Menge Kosten“, erläutert Olaf Steinke von der BKK Taununs.
So funktioniert´s
Wer sich nach dem IV-Vertrag Wundversorgung behandeln lassen möchte, der hat mehre Möglichkeiten an dem Konzept teilzunehmen. Ansprechpartner ist grundsätzlich erstmal der behandelnde Arzt oder Pflegedienst. Nimmt dieser nicht am IV-Vertrag teil, kann man auch bei Medical Networks nach teilnehmenden Leistungserbringern, nach Postleitzahlen geordnet, suchen. Auch ist unter demselben Link eine grundsätzliche Suche nach teilnehmenden Krankenkassen für die entsprechende Region möglich. Der gewählte Arzt oder Pflegedienst entscheidet dann, ob die Voraussetzungen für eine Behandlung nach dem IV-Vertrag Wundversorgung gegeben sind. Nimmt die Krankenkasse an dem Projekt teil, kann direkt gestartet werden.
Leistungen, auch wenn die eigene Kasse nicht teilnimmt
Aber auch, wenn die eigene Kasse nicht mit dabei sein sollte, gibt es Möglichkeiten Leistungen aus der IV-Versorgung in Anspruch zu nehmen. „Der Patient kann über uns einen sogenannten Einzelkostenantrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse stellen“, weiß Dennis Gröschke, Sachbearbeiter Wundversorgung bei der Managementgesellschaft medicalnetworks, der Firma, die die Abwicklung zwischen den Krankenkassen und Leistungserbringern koordiniert. „Es gibt etliche Fälle, in denen die Kassen in Einzelfällen zustimmen, obwohl sie grundsätzlich keinen IV-Vertrag mit uns haben.“ Man sollte es also auf alle Fälle probieren und sich nicht gleich abschrecken lassen. Die Chancen stehen gar nicht so schlecht.