Von Michael Schreiber, 11.12.2012

SteuererklĂ€rung 2012 Extrabonus fĂŒr Eltern

Neben dem Kindergeld erhalten Eltern fĂŒr Ihren Nachwuchs eine Reihe weiterer SteuervergĂŒnstigungen. Wie sie krĂ€ftig Steuern sparen können.
Steuerendspurt

Wer seine SteuererklĂ€rung macht, kann sich meistens etwas zurĂŒckholen

Eltern können fĂŒr Kinder bis zum 14. Lebensjahr Kinderbetreuungskosten bis zu 4.000 Euro pro Jahr als Sonderausgaben beim Finanzamt geltend machen. Da das Finanzamt in jedem Fall nur zwei Drittel der mit Belegen, Quittungen, Rechnungen und ÜberweisungstrĂ€gern nachgewiesenen Kosten akzeptiert, muss man mindestens 6.000 Euro Kosten belegen, um den Höchstbetrag von 4.000 Euro ausschöpfen zu können. Überweisen Sie noch im Dezember den Januarlohn fĂŒr den Babysitter oder den Hort-Beitrag und schöpfen Sie damit die HöchstbetrĂ€ge voll aus.

Von der Steuer abziehbar sind Kosten fĂŒr Kindergarten, Krippe, offene Ganztagsschule oder Tagesmutter, nicht jedoch Kosten fĂŒr Nachhilfeunterricht oder BeitrĂ€ge fĂŒr Sportverein und Musikschule.

Steuern: FamiliĂ€re UnterstĂŒtzung geltend machen

Viele Kinder sind auch ĂŒber den 25. Geburtstag hinaus auf finanzielle UnterstĂŒtzung aus dem Kreis der Familie angewiesen. Sei es, weil das Studium oder eine weitere Ausbildung mehr Zeit beansprucht oder ein unbezahltes Praktikum absolviert werden muss. Greifen Sie Ihren Kindern finanziell unter die Arme, können Sie ihre UnterstĂŒtzungsleistungen bis zur Höhe von 8 004 Euro als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen. Eigene EinkĂŒnfte und BezĂŒge des Kindes zum Beispiel aus einem Aushilfs- oder Minijob vermindern die abziehbaren Unterhaltsleistungen der Eltern, wenn sie eine Grenze von 804 Euro pro Jahr ĂŒbersteigen. Lebt das Kind im Haushalt der Eltern, mĂŒssen diese keine Unterhaltszahlungen nachweisen – das Finanzamt akzeptiert als Aufwand den steuerlichen Höchstbetrag.

Schulgeld bezahlen und Steuern sparen

Besucht Ihr Kind eine Privatschule, können Sie 30 Prozent des Schulgelds (ohne Unterkunft, Verpflegung und Taschengeld) – maximal 5.000 Euro pro Kind - als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Der Steuervorteil ist Ihnen sicher, auch wenn Ihr Nachwuchs im EU-Ausland ein Internat besucht.

Beispiel: Der Sohn besucht ein privates Internat in Deutschland. Das Schuldgeld betrĂ€gt 18.000 Euro pro Jahr. 30 Prozent davon (5.400 Euro) – maximal aber nur 5.000 Euro können die Eltern als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Das spart bei einem Steuersatz von 42 Prozent rund 2.215 Euro Einkommensteuer und SolidaritĂ€tszuschlag

Vermögen ĂŒbertragen und Steuern sparen

Die eigenen Kinder kosten nicht nur Geld, sie bringen auch MĂ€use ein. Wer einen Teil seines Sparvermögens auf den eigenen Nachwuchs ĂŒbertrĂ€gt, schlĂ€gt finanziell gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Bis zu 400.000 Euro können pro Elternteil alle zehn Jahre schenkungsteuerfrei auf die Kinder weitergegeben werden – danach können die FreibetrĂ€ge erneut beansprucht werden. Oma und Opa können immerhin noch getrennt voneinander 100.000 Euro je Enkel schenken, ohne den Fiskus an den Ersparnissen beteiligen zu mĂŒssen.

Ist nur ein Elternteil betucht, kann Vermögen unter Ausnutzung der FreibetrĂ€ge des Ehepartners dennoch steuerlich optimal auf die Kinder verlagert werden. Der legale Trick: ZunĂ€chst wird ein Teil der Barschaft dem Ehegatten geschenkt, der das Vermögen dann nach Ablauf einer Schamfrist unter Nutzung seines Freibetrages an die Kinder weitergibt. Dieser Vorgang wird als Kettenschenkung bezeichnet. Die FinanzĂ€mter akzeptieren den lukrativen Steuerdeal, wenn der beschenkte Ehepartner frei ĂŒber die Mittel verfĂŒgen konnte und diese aus freien StĂŒcken an die Kinder weiterreicht.

Neben dem Kapital bleiben auch die SparertrĂ€ge bei Kindern steuerlich ungeschoren. Die eigenen Sprösslinge gelten nĂ€mlich bereits nach der Geburt als vollwertige Steuerzahler, die eine ganze Palette eigener SteuerfreibetrĂ€ge nutzen können. FĂŒr 2012 können Zinsen und Dividenden bis zu 8.841 Euro steuerfrei einkassiert werden, wenn die Zinsen nach der VermögensĂŒbertragung fĂ€llig werden. Bei einer angenommenen Verzinsung von drei Prozent bleibt damit immerhin ein Vermögen von rund 295.000 Euro steuerlich unbehelligt. Vorsicht: Liegen die KapitalertrĂ€ge des Kindes im Jahr 2012 ĂŒber 4.500 Euro (375 Euro monatlich), endet die kostenfreie Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung.
So viel KapitalertrÀge bleiben pro Kind steuerfrei
 Steuervorteil  Betrag in Euro
 Grundfreibetrag  8.004
 Sparerpauschbetrag  801
 Sonderausgaben-Pauschbetrag  36
 Steuerfreies Einkommen je Kind  8.841
Quelle: geldsparen.de

Steuerklassenwechsel bringt höheres Elterngeld

Mit etwas Planung können werdende Eltern immer noch die Höhe des spĂ€teren Elterngeldes erhöhen. FĂŒr die Berechnung des Elterngeldes gelten fĂŒr ab Januar 2013 geborene Kinder neue Spielregeln – die fĂŒr viele werdende Eltern nachteilig wirken. Das Elterngeld betrĂ€gt 65 Prozent des durchschnittlich erzielten Nettoeinkommens der letzten zwölf Monate vor der Geburt des Kindes, höchstens jedoch 1.800 Euro. Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld bleiben bei der Berechnung unberĂŒcksichtigt. Anders als bisher werden vom Bruttolohn nicht mehr die konkreten Sozialabgaben abgezogen – die Behörde zieht pauschal nur noch 21 Prozent ab.

Bisher konnte man durch einen rechtzeitigen Wechsel in eine gĂŒnstigere Lohnsteuerklasse seinen Nettolohn steigern und damit mehr Elterngeld erhalten. Das gilt zwar immer noch – klappt aber nur noch mit dem richtigen Timing. Im nĂ€chsten Jahr bringt ein Klassenwechsel nur noch dann höheres Elterngeld, wenn die neue Steuerklasse mindestens sieben Monate vor der Geburt des Kindes vom Finanzamt eingetragen war. FreibetrĂ€ge beispielsweise fĂŒr hohe Werbungskosten, werden gar nicht mehr berĂŒcksichtigt. Werdende Eltern sollten sich zur Wahl der Steuerklasse frĂŒhzeitig beraten lassen, um Nachteile zu vermeiden.

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Leserkommentare

 

23.12.2012 15:13 Uhr
Röhrig: Familiäre Unterstützung
gilt die besondere Belastung der familiären Unterstüzung nur für Kinder, die als Student im elterlichen Haushalt leben und über 25 Jahre alt sind, oder auch für Studenten-Kinder unter 25 Jahren?

23.12.2012 10:22 Uhr
Langschied:
Eltern nicht verheiratet! Elternzeit endet Okt.14, Elterngeldzahlung nur bis Okt. 2013 Gibt es für solche Fälle auch Sparmöglichkeiten? Bei 3 Kindern wünschenswert!


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