Leichte Arbeit, von daheim aus zu erledigen, die mit einigen Stunden pro Woche mehrere hundert Euro einbringt: Wer hätte nicht gern eine Beschäftigung dieser Art? Genau das sagen sich auch die Schöpfer entsprechender Internet-Annoncen – doch Verbraucherschützer sind überzeugt: Bei den meisten Angeboten handelt es sich um reine Abzocke.
Die Masche ist simpel: Nicht nur, dass die Jobsucher keine Beschäftigung bekommen – sie sollen für wertloses „Informationsmaterial“, für einen „Zugang zur Datenbank“ oder als „Aufnahmegebühr“ auch noch etwas bezahlen oder ein Zeitschriften-Abonnement abschließen.
Die Hamburger Verbraucherzentrale hat eine mittlerweile mehrere Seiten umfassende Liste von Firmen veröffentlicht, im Internet mit einer hin und wieder leicht abgewandelten, aber immer ähnlich perfiden Masche auf Ahnungslosen-Fang gehen: Sie versprechen wenig und leichte Arbeit, die man idealerweise von zuhause aus erledigen kann. Ehe man in den vermeintlichen Job einsteigen kann, muss man allerdings erst einmal bezahlen: zwischen 7 und 2.700 Euro, per Vorkasse – für „Informationsmaterial“, als „Aufnahmegebühr“, für einen „Zugang zur Datenbank“, als „Vermittlungsgebühr“ oder für Ware, die der neu gewonnene Mitarbeiter dann weiterverkaufen soll.
Die Internet-Masche zieht
Ähnliche Tricks sind bekannt aus der Welt von Zeitungsannoncen und Zettelchen, die bei parkenden Autos hinter dem Scheibenwischer stecken. Nun haben die „Job-Anbieter“ das Internet entdeckt. „Es ist sehr leicht, eine tolle Internetseite zu gestalten, die Jobsucher lockt“, sagt Edda Castello von der Verbraucherzentrale Hamburg. Dazu zählen zum Beispiel auch Internetseiten, auf denen für gut bezahlte Jobs auf Ölbohrinseln in der Nordsee geworben wird. Doch auch hier geht es einzig und allein darum, dass die Interessenten "Bewerbungsunterlagen" oder "Informationsmaterial" bestellen – mal für 29, mal für 39,50 Euro Gebühr.
Immer wieder fragen Betroffene bei den Verbraucherschützern an. Doch das Geld, das der gutgläubige Arbeitssucher bezahlt hat, ist in aller Regel futsch. Häufig handelt es sich um Beträge knapp unter 100 Euro, für die kaum jemand eine Klage anstrengen möchte. Dazu kommt: Wer die Angebote wirklich ganz genau und auch das Kleingedruckte liest, könnte erkennen, dass er das Geld nicht in einen tatsächlich vorhandenen Job investiert, sondern in „Informationsmaterial“ oder in die „Aufnahme in eine Datenbank“.
Was unseriös ist
Es ist anhand von verschiedenen Kriterien möglich, seriöse von unseriösen Offerten zu unterscheiden. Castello: „Im Kern lässt es sich darauf reduzieren: Wenn Vorkasse geleistet werden soll, ist ein Angebot unseriös.“ Ansonsten könnte man die Kosten ja vom ersten Lohn abziehen. Die Verbraucherschützerin geht sogar noch weiter: „Es gibt überhaupt keine seriösen Nebenverdienst-Angebote im Internet – weil schlicht und einfach die Jobs fehlen.“ Sonst, so argumentiert Castello, würde das jeder machen, wenn es so einfach wäre, von zuhause aus Geld zu verdienen.
Klassische Hinzuverdienst-Möglichkeiten wie Zeitung austragen, Aushilfe im Laden, Babysitten oder Hunde ausführen fänden Interessenten eher in ihrem persönlichen Um-feld – bei Bekannten, Nachbarn, im eigenen Wohnviertel oder per Kleinanzeige im Wochenblatt. Allerdings: „Vor unseriösen Angeboten ist man dort auch nicht sicher“, warnt Castello. Deshalb gilt: die gleiche Vorsicht walten lassen wie bei Nebenjob-Offerten im Internet – und die gleichen Maßstäbe anlegen.
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