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Stromverbrauch

Energiefressern auf der Spur

29.11.2010
Von Matthias Kutzscher
Sie verstecken sich überall im Haushalt: elektrische Geräte, die weit mehr Energie verbrauchen als gewünscht und damit das Portemonnaie auf Dauer arg belasten. Messgeräte helfen, die Stromfresser aufzuspüren und bares Geld zu sparen. Dadurch rechnet sich ihre Anschaffung oftmals.
Stromverbrauch Energiefressern auf der Spur
Die Stereoanlage im Wohnzimmer, der Kühlschrank in der Küche und der Computer im Arbeitszimmer haben eines gemeinsam: Ihre Besitzer wissen in der Regel nicht, wie viel Strom diese Geräte verbrauchen. Zwar gibt es manchmal in der Bedienungsanleitung eine Angabe zum Energiebedarf. Doch diese stimmt selten mit dem tatsächlichen Verbrauch überein. Nur wer mit einem Messgerät nachprüft, wie viel Energie seine Elektrogeräte aus dem Netz ziehen, kann die Stromfresser in seiner Wohnung aufspüren.
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Die Anwendung ist in den meisten Fällen recht einfach. Die Messgeräte passen in die Steckdosen hinein und bieten selbst einen Anschluss für den Stromstecker des Elektrogerätes. Nach dessen Einschalten zeigen sie sofort den Verbrauch, und wenn vorher der aktuelle Strompreis einprogrammiert wurde auch die Stromkosten. Allerdings ist es sinnvoll, zunächst einige Minuten zu warten. Manche Elektrogeräte benötigen kurz nach dem Einschalten überdurchschnittlich viel Strom.

Längere Messdauer oft sinnvoll

Bei Kühl- und Gefrierschränken schwankt außerdem der Verbrauch im Laufe des Tages, weil der Motor für die Kühlung nur gelegentlich anspringt. Deshalb empfehlen Experten eine Messung über einen längeren Zeitraum – zum Beispiel eine Woche. Ähnliches gilt für Warmwassergeräte. Und auch bei Waschmaschinen, Trocknern beziehungsweise Geschirrspülmaschinen ist eine Erfassung über einen solchen Zeitraum zuverlässiger und bequemer als Einzelmessungen. Der Stromverbrauch von Fernsehern und Stereoanlagen lässt sich durch die unterschiedliche Nutzungsdauer ohnehin nur über einen längeren Zeitraum ermitteln. Ebenso sieht es bei Computern aus. Ihre Leistungsaufnahme schwankt durch die unterschiedlich starke Prozessorbelastung und durch die Festplatten- und Laufwerkszugriffe doch ganz erheblich.

Statt kaufen einfach leihen

Viele Versorgungsunternehmen und Verbraucherzentralen und auch manche Baumärkte verleihen Messgeräte gegen eine Kaution. Oft ist dieser Service sogar kostenlos. Allerdings ist die Nutzungsdauer meistens auf eine Woche begrenzt. Langzeitmessungen sind deshalb mit den Leihgeräten kaum möglich. Verbraucher mit zahlreichen Elektrogeräten und einer überdurchschnittlich hohen Stromrechnung sollten daher die Anschaffung eines eigenen Messgerätes prüfen. Diese kosten in der Regel zwischen zehn und 50 Euro. Allerdings schnitten die günstigeren Angebote bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest deutlich schlechter ab als die guten Geräte.

Das Problem, zeigte die Analyse von Stiftung Warentest, war oft eine nur mangelhafte Messgenauigkeit bei sehr niedrigem Stromverbrauch. Die schlechten Geräte wiesen diesen häufig zu hoch aus. Grund: Sie erkannten die sogenannte Blindleistung nicht. Diese tritt vor allem bei Netzteilen, Kühlschränken und Waschmaschinen auf. Die Blindleistung fließt zurück ins Stromnetz. Zieht das Messegerät also diesen Wert nicht ab, kann es durchaus maßlos bei Verbrauch und Kosten übertreiben.

Eine andere Schwäche ist sogar gefährlich: Ein Gerät wurde bei Langzeitmessungen unter extremen Belastungen heiß. Der Testsieger kostet im Übrigen rund 40 Euro. Das ist auf den ersten Blick viel Geld im Vergleich zu den günstigeren Angeboten, doch was nützen ungenaue Messgeräte? Zudem gilt: Gelingt es, den vielen Stromfressern im Haushalt auf die Schliche zu kommen und das eigene Nutzungsverhalten zu ändern, dann amortisieren sich auch die Anschaffungskosten eines guten Messgeräts.
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