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Öko-Heizöl

Schwefelarm schont Umwelt

04.08.2010
Von Matthias Kutzscher
Schwefelarmes Öl soll zur Standardsorte für Heizungen werden. Obwohl mit Steuervorteilen ausgestattet, hat sich der Brennstoff am Markt noch nicht völlig durchgesetzt. Wenig nachgefragt wird auch Bio-Heizöl, das bis zu zehn Prozent Diesel aus nachwachsenden Rohstoffen enthalten kann. Ein Grund: Umweltschonende Heizöle sind teurer als herkömmliche.
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Seit Januar 2009 unterstützt der Staat die Verbreitung von schwefelarmem Heizöl. Mit einem Mineralölsteuersatz, der 1,5 Cent pro Liter weniger ausmacht, soll die bisherige Standardsorte abgelöst werden. Doch bislang werden erst gut 40 Prozent der rund sechs Millionen Ölheizungen mit der umweltschonenden Variante betrieben. Höhere Kosten sowie Unsicherheiten bezüglich der Verwendung sind Experten zufolge wesentliche Gründe dafür.
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Preisdifferenz zwischen Sorten

Dabei haben sich die Preisunterschiede in den vergangenen 18 Monaten Schritt für Schritt angeglichen: Während noch vor einigen Monaten Differenzen von drei bis fünf Cent je Liter gängig waren, mussten für 3.000 Liter schwefelarmes Heizöl im Juni 2010 im Bundesdurchschnitt nach Berechnungen des Energiemagazins "Brennstoffspiegel" 69,4 Cent pro Liter, für Standard-Heizöl 68,6 Cent je Liter gezahlt werden. Zudem eignet sich der umweltschonendere Brennstoff auch für die meisten Ölkessel.

Zwar wurde schwefelarmes Öl speziell für moderne Anlagen und die sogenannte Öl-Brennwerttechnik entwickelt. Eine Reihe Hersteller schreiben den Einsatz in ihren Geräten sogar vor. Aber das Produkt kann auch in den meisten herkömmlichen Niedertemperaturkesseln eingesetzt werden. „Bei älteren Geräten sollte der Hersteller im Zweifel das Gerät aber frei geben“, rät Alexander Fach vom Institut für wirtschaftliche Ölheizung (IWO). Die Prüfung übernehmen in der Regel die Öllieferanten vor der Befüllung. Für alle Geräte, die ab Juli 2005 hergestellt wurden, gilt: Sie sind bereits als geeignet eingestuft. Damit bei künftigen Lieferungen Klarheit herrscht, sind Aufkleber für die Verschlussdeckel der Heizöltanks vorgesehen.

Weniger Wartung der Anlagen nötig

Der Unterschied zwischen den Brennstoffen ist ihr Schwefelanteil. Während normales Heizöl Extra Leicht (EL) bis zu 1.000 Milligramm Schwefel pro Kilogramm aufweisen kann, darf die Ökovariante maximal 50 Milligramm pro Kilogramm haben. Dadurch verbrennt schwefelarmes Öl nahezu rückstandsfrei und gewährleistet nach Aussagen der Industrie auch eine gleich bleibend hohe Energieausnutzung. „Das sorgt unter dem Strich für einen deutlich geringeren Wartungsaufwand und verlängert die Lebensdauer der Heizanlage“, sagt Alexander Fack, der davon überzeugt ist, dass es in ein paar Jahren nur noch eine schwefelarme Heizölqualität gibt.

Bio-Heizöl noch Zukunftsmusik

Keine Marktbedeutung hat hingegen bislang sogenanntes Bio-Heizöl. Das ist schwefelarmes Heizöl, dem flüssiger Brennstoff aus nachwachsenden Rohstoffen, meist Bio-Diesel, beigemischt ist. Wie viel das ist, zeigt die Produktbezeichnung. Bei Heizöl EL A Bio 5 (A steht für Alternativ) sind fünf Prozent zugemischt. Heizöl mit bis zu fünf Prozent Bioanteil, das der Vornorm (DIN V 51603-6) entspricht, ist laut Geräteindustrie grundsätzlich in allen bestehenden sowie neuen Ölheizgeräten einsetzbar. Einzelne Gerätehersteller haben darüber hinaus ihre neuen Öl-Brennwertgeräte und Tanks für den Einsatz von normgerechtem Heizöl mit bis zu zehn Prozent Bioanteil freigegeben. Doch während schwefelarmes Heizöl EL bereits bundesweit erhältlich ist, kann Bio-Heizöl „erst in wenigen Regionen gekauft werden“, sagt Alexander Fack vom Institut für wirtschaftliche Ölheizung. Hinzu kommt: Wer auf Bio-Heizöl umsteigen möchte, muss nach Informationen von Aral derzeit zwischen sechs und acht Cent je Liter mehr bezahlen.
 
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