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Klimaschutz

Kohlendioxid kompensieren

13.01.2012
Von Florian Junker
Klimaschützen und trotzdem Fliegen, Autofahren oder Schlemmen. Mit CO2-Kompensation bleibt die Klimaweste sauber und Geldsparen zeigt, wie Sie mit den richtigen Anbietern sogar besonders günstig zu einem guten Gewissen kommen.
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Fast elf Tonnen CO2 (Kohlendioxid) bläst der durchschnittliche Deutsche laut WWF in die Luft. Damit liegt er zwar noch deutlich hinter den Nordamerikanern, die es auf rund 20 Tonnen klimaschädigendes Gas bringen, aber auch weit über dem weltweiten Durchschnitt von gerade rund vier Tonnen.
Wer seine ganz persönliche Klimabilanz verbessern möchte, kann viel tun und einfach verzichten – zum Beispiel auf Fleisch, Tiefkühlkost, Fliegen, Autofahren, Heizen oder Waschen. Aber auch wer nicht zum Asketen geboren ist, kann für einen Ausgleich sorgen: CO2-Kompensation heißt das Zauberwort dafür.
Das Prinzip

Vorab: Natürlich ist es für das Klima am allerbesten, erst gar kein oder zumindest deutlich weniger CO2 zu produzieren. Die globale Erwärmung wird sich letzten Endes nur so stoppen lassen. Wer aber zum Beispiel aus beruflichen Gründen öfter fliegen, viel Autofahren muss oder einfach gerne Fleisch isst, kann trotzdem etwas Sinnvolles beitragen. Kompensation nennt sich das Prinzip, wenn irgendwo auf der Welt jemand anderes das CO2 einspart, dass man selbst produziert.

Viele Organisationen bieten an, gegen Geld für einen solchen Ausgleich des erzeugten Co2 zu sorgen. Zum Beispiel durch den Bau eines Windparks in Indien oder gezielte Aufforstungsmaßnahmen - ein Baum kann im Laufe seines Lebens rund eine Tonne CO2 speichern. Leider sind nicht alle angebotenen Projekte auch wirklich klimafreundlich, wie der WWF zu Recht kritisiert und empfiehlt, auf Projekte zu setzen, die den von der Umweltschutzorganisation mitentwickelten „Goldenen Standard“ haben. Wie viel kostet es aber, jetzt mit gutem Gewissen in ein Steak zu beißen?

Der Fußabdruck

Dazu muss man zunächst ermitteln, wie viel CO2 man mit seinem Verhalten erzeugt. Im Internet gibt es jede Menge Rechner, die einen sogenannten „Carbon-Footprint“ darstellen, wie zum Beispiel den des Umweltbundesamtes. Dieser virtuelle Fußabdruck beschreibt die Menge CO2, die zum Beispiel durch 10.000 Kilometer Autofahren (rund 2,2 Tonnen) oder durch einen Hin- und Rückflug von München nach Hamburg entstehen (rund 0,38 Tonnen). Ein Fleischliebhaber produziert übrigens etwas über eine Tonne mehr Kohlendioxid im Jahr als ein Vegetarier. Um das zu kompensieren reichen ein paar Klicks im Internet und etwas Geld auf dem Konto. Die so erworbenen Zertifikate eignen sich auch perfekt als Lastminute-Geschenk, zum Beispiel für ökobewusste Fleischliebhaber - der „Persilschein“ für ein Jahr klimaneutralen Genusses (rund 1,1 Tonnen CO2) liegt bei etwa 25 Euro.


Die Kosten absetzen

Die beiden bekannten Anbieter atmosfair.de und myclimate.org, die jeweils den "Goldenen Standard" erfüllen, haben ihre Preise angeglichen: Der Klimaablass kostet je 23 Euro bzw. 22 Euro die Tonne. Beide erfüllen zudem das Kriterium "Gemeinnützigkeit". Das heißt, sie können für die CO2-Kompensation Spendenbescheinigungen austellen. Die können Sie dann bei der Steuer geltend machen und Kohlendioxid einsparen zu lassen kann so sogar nochmal günstiger werden. Der Durchschnittsdeutsche kann also für rund 250 Euro im Jahr mit reinem grünem Gewissen leben und hat noch Vorteile beim Fiskus. Wer zusätzlich noch etwas tun möchte - was oft kaum etwas kostet und sogar manchmal noch Geld spart - kann seinen Stromanbieter wechseln. Mit unserem Tarifrechner finden Sie sicher mit wenigen Klicks einen Anbieter, der die Energie nicht aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken gewinnt. Mit Sonne, Wind und Wasser wird Ihr Stromverbrauch CO2-Neutral. Ganz nebenbei fördern Sie mit einem zertifizierten Ökostromtarif auch noch den Ausbau der Alternativen zur Atomkraft.

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