Mächtige Windräder mit mehr als hundert Metern Nabenhöhe gehören bei uns zum Landschaftsbild. Langsam steigt auch das Interesse an Kleinwindanlagen. Doch der Bau ist komplex und der Markt unübersichtlich.
Ein Trend rollt über das Land: Immer mehr Menschen setzen auf dezentrale, nachhaltige Gewinnung von Energie. Solarkollektoren sowie Photovoltaik-Anlagen blitzen bereits auf Hunderttausenden Dächern und nutzen Sonnenkraft für warmes Wasser sowie Stromproduktion.
Nun rückt Wind in den Fokus von Verbrauchern. Mehr als 20.000 große Anlagen, die jede einige Megawatt Energie erzeugen, stehen bereits an der niedersächsischen Küste, auf den Höhen der Eifel oder in den zugigen Regionen Brandenburgs. Professionelle Windmüller, institutionelle Investoren und Energieversorger haben für einen steten Zubau der Windkraft seit 2004 von 1.500 bis 2.000 Megawatt pro Jahr gesorgt. Die Megatürme mit über 100 Metern Höhe und oft 60 Meter breiten Rotorblättern könnten in den nächsten Jahren viele kleine Partner bekommen. „Immer mehr Eigenheimbesitzer und Landwirte interessieren sich für Kleinwindenergie“, bestätigt Hermann Albers, Präsident des Bundesverband Windenergie (BWE).
Auf die Leistung achten
Was genau Kleinwindanlagen sind, definiert Experte Jan Liersch in einem aktuellen BWE-Gutachten zum Thema „Wirtschaftlichkeit und Vergütung“. Demnach werden grob drei Klassen je nach Nennleistung unterschieden. Mikrowindanlagen erzeugen bis zu fünf Kilowatt (kW) Energie, Minigeräte bis zu 30 und Mittelwindanlagen bis zu 100 Kilowatt – ein kW entspricht im Übrigen 1.000 Watt. Zum Vergleich: Gängige Kaffeemaschinen brauchen zwischen 200 und 500 Watt. Außer der Leistung findet man bei Kleinwindanlagen allerdings kaum Gemeinsamkeiten.
Tatsächlich ist der Markt höchst unübersichtlich. „Es sind sehr viele verschiedene Typen erhältlich“, so Liersch. Ein Darrieus 5-Blatt-Rotor, sogenannte Horizontalläufer als Mantelturbine, vertikaler 2-in-1-Rotor, Darrieus 3-Blatt-Rotor, Horizontalläufer 3-Blatt-Rotor oder auch ein Savonius 2-Blatt-Rotor können sich auf acht, zehn oder zwanzig Meter hohen Masten drehen. So verschieden die Bauformen, so unterschiedlich präsentieren sich die Kosten für die Anlagen. „Die Preise bewegen sich zwischen 2.000 und 10.000 Euro je Kilowatt Nennleistung“, sagt Jan Liersch, der eingehende Analysen empfiehlt, bevor Bastler-Bausätze für Hausdach, Scheunenmauer oder Garten geordert werden.
Standort entscheidet Ertrag
Kleine Windräder können durchaus wirtschaftlich arbeiten, häufig ist aber das Gegenteil der Fall. Problem Nummer eins ist der Wind, der abhängig vom Standort einen spezifischen Ertrag bringt. Erstens pustet es an der Küste oder auf Bergen häufiger und stärker. Erst ab einer Windgeschwindigkeit von im Schnitt sieben Metern pro Sekunde, würde sich ein Rotor überhaupt erst lohnen, das sagen Experten. Zweitens beeinflussen Hindernisse wie Gebäude oder Bäume sowie die Anlagenhöhe den Ertrag. In dichter besiedelten Gebieten etwa sind die Verhältnisse meist mangelhaft.
Weil die Anlagenleistung mit der dritten Potenz des Windspeeds steigt, lautet die Faustformel: Doppelte Windgeschwindigkeit bedeutet achtfache Energieernte. Wer also nicht enttäuscht auf ein nur selten wirbelndes Schwungrad schauen möchte, sollte den Wind in der angestrebten Anlagenhöhe längere Zeit genau messen. Immerhin gaben bei einer Umfrage des Fraunhofer IWES Ende 2009 nur 13 von 51 Anwendern von Kleinwindanlagen an, dass ihre Erwartungen an den Ertrag erfüllt wurden.
Wer nicht auf windige Leistungsversprechen der Hersteller und technisch unausgereifte Geräte reinfallen möchte, sollte auf eine Zertifizierung nach dem international anerkannten Standard IEC 61400-2 achten.
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Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
05.08.2011 15:29 Uhr
Partner: externerne regenerative Windkraft
An Hr. Schaller: Gibt es wesentlicher Unterschied zwischen Ihrer Windkraftanlage und die, die heute am Markt sind? Könnten Sie kurz schildern? Danke.
30.07.2011 19:42 Uhr
W. Schaller: externerne regenerative Windkraft
Seit über 10 Jahren entwickle ich an einer Technologie, die jeder auf sein Hausdach montieren kann. Mit der sowohl Elektroautos betankt werden können, als auch Wasserstofffahrzeuge oder Wasserstoffheizung- und -energie zu Hause rentabel und umsetzbar wird. Diese Entwicklung ist absolute externe Energieversorgung. Leider gibt es für einen kleinen deutschen Entwickler kein GfK oder sonstigen Bankkredit. Universitätstests habe ich bereits vorfinanziert. Das Ganze nennt sich dann inovatives Deutschland. Das alles sind nur Lügen und dummes Geschwätz. Ausser man heißt Siemens oder Enertec etc. Was auch hilfreich ist, man hat den Gerhard Schröder als Dutsfreund.
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Foto: colourbox.com ID:2965
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