Energiesparlampen
Aus Watt wird Lumen
26.08.2011
Von Matthias Kutzscher
Glühlampen mit 100 und 75 Watt sind laut EU-Verordnung schon aus dem Handel genommen worden. Nun folgten 60-Watt-Birnen. Bei neuen Energiesparlampen sollten Verbraucher genau auf die Verpackung schauen, sonst droht ein Fehlkauf.
Das Glühbirnen-Verbot kommt in Etappen: Zwischen 2009 und 2012 verschwinden nach und nach herkömmliche Glühbirnen und Halogenlampen aus dem Markt. So bestimmt es die EU-Verordnung zur umweltgerechten Gestaltung von Haushaltslampen. Weil klassische Leuchtmittel zu viel Strom schlucken, sollen sie durch effiziente Produkte ersetzt werden. Nach der 100- und 75-Watt-Birne erwischt es am 1. September 2011 die 60er-Variante. Im nächsten Jahr sind dann die restlichen Glühbirnen fällig. Altbestände können natürlich weiter genutzt und vertrieben werden.
Bis 2016 sollen nur noch energiesparende Lampen der Effizienzklassen A oder B verkauft werden. Wer sie erwirbt, muss sich allerdings gut informieren. Denn aus dem bekannten Watt wird Lumen. Und mit dem Glühbirnen-Verbot wurde auch die Kennzeichnung der Verpackung neu geregelt. Heißt: Neben Lumen werden Angaben zu Lichtfarbe, Lebensdauer, Quecksilbergehalt, Dimmbarkeit sowie Anlaufzeit aufgelistet.
Tipps für den Lampen-Einkauf
Helligkeit: Die Wattzahl (W) ist künftig keine Messgröße mehr für die Helligkeit einer Lampe. Auf Packungen gibt künftig die Einheit des Lichtstroms darüber Auskunft – kurz Lumen (lm). Das macht den Vergleich von Leuchtmitteln einfacher. Denn die Wattzahl sagt nur aus, wie viel Energie eine Leuchte verbraucht; aber nicht, wie viel Licht erzeugt wird. Lumen steht also nicht nur für Helligkeit, sondern auch für Energieeffizienz und damit für die Wirtschaftlichkeit der Lichtquelle. Das Licht einer 100 Watt-Glühbirne liefert im Übrigen einen Lichtstrom von etwa 1.500 Lumen, das einer 60 Watt-Birne 700 lm.
Lichtfarbe: Beim Kauf einer Lampe ist neben der Lumenzahl auch die sogenannte Lichtfarbe wichtig. Sie wird in Kelvin (K) angegeben. Die Lichtfarbe charakterisiert das Leuchtmittel und zeigt damit an, wie das Licht von uns wahrgenommen wird. Steht auf einer Verpackung „warmweiß“ (ww/unter 3.300 K) entsteht gelbweißes Licht, das als eher gemütlich und behaglich empfunden wird. Diese Lampen eignen sich für den Wohnbereich. Auch die Zahlen 827 sowie 927 auf der Verpackung weisen auf eine warme Lichtfarbe hin. Neutralweiß (nw/3.300 bis 5.300 K) entspricht weißem Licht und stellt eine eher sachliche Atmosphäre mit Kunstlichtcharakter her. Tageslichtweiß (tw/über 5.300 K) wiederum wirkt technisch und anregend. tw-Lampen werden typischerweise in Büros oder am Arbeitsplatz verwendet. Auch die Zahlencodes 860, 865, 960 sowie 965 weisen auf kaltes Tageslicht hin.
Lebensdauer: Eine möglichst lange Lebensdauer (h) spart Kosten. Allerdings schwankt die Brenndauer von Energiesparlampen erheblich. Grundsätzlich gilt, dass ein gutes Produkt rund 10.000 Stunden halten sollte. Untersuchungen der Stiftung Warentest haben allerdings ergeben, dass einige Energiesparlampen bereits nach 4.500, andere erst nach 19.000 Stunden ihren Geist aufgaben. Daher ist es sinnvoll, nach dem Kauf den Kassenzettel aufzuheben. Wird die Lampe deutlich früher dunkel als vom Hersteller auf der Verpackung angegeben, ist der Umtausch möglich.
Dimmbarkeit: Früher konnten Energiesparlampen nicht heruntergeregelt werden. Doch die Zeiten sind vorbei. Es gibt längst dimmbare Energiesparlampen in vielen Leistungsklassen und nahezu allen Formen. Ob Lampen allerdings über diese Funktion verfügen, muss auf der Verpackung stehen. Zudem muss beachtet werden, dass dimmbare Energiesparlampen die ersten 100 Stunden voll aufgedreht laufen sollten. Nur so erreichen sie die volle Helligkeit und halten länger. Auch können regelbare Typen nicht mit jedem Dimmer betrieben werden. Meist sind nur die normalen Phasen-Anschnittsdimmer geeignet.
Anlaufzeit: In Bad, Toilette, Flur oder Treppenhaus sollte eine Leuchtquelle sofort die komplette Helligkeit entfalten. Auf Verpackungen ist die Anlaufzeit verzeichnet, bis die Lampe 60 Prozent ihrer Leistung erreicht hat. Energiesparlampen, die besonders häufig an- und ausgeschaltet werden können, ohne dabei schneller kaputt zu gehen, haben oft eine Vorheizfunktion. Dann entfaltet sich die volle Helligkeit erst nach kurzer Dauer. Die Schaltfestigkeit sollte ebenso auf der Verpackung stehen, ein Wert ab 250.000 bis 300.000 wird als gut bezeichnet.
Quecksilbergehalt: Für einen effektiven Betrieb benötigen Energiesparlampen Quecksilber (Hg). Das wird zwar immer wieder von Kritikern moniert, doch die enthaltenen geringen Mengen von etwa 0,5 bis maximal fünf Milligramm (mg) sind Experten zufolge ungefährlich. Wie viel Quecksilber eine Lampe aufweist, steht auf der Verpackung. Zerbricht eine Lampe, sollten die Bruchstücke vorsichtig entfernt und der Raum gelüftet werden. Wichtig zudem: Nicht mehr funktionstüchtige Energiesparlampen dürfen nicht im Hausmüll versenkt, sondern müssen beim Händler oder bei Sammelstellen als Sondermüll entsorgt werden.