Energiesparfenster
Geld nicht zum Fenster rausjagen
Fast 16 Milliarden Liter Heizöl würden pro Jahr in Deutschland weniger verbraucht, wenn alle Fenster durch Energiesparfenster mit einer Drei-Scheiben-Verglasung ersetzt würden. Wer Haus oder Eigentumswohnung umrüstet, kann einige hundert Euro Heizkosten im Jahr sparen. Die Preise für den Einbau hat man schon nach fünf Jahren wieder raus. Zusätzlichen Anreiz zum Umstieg bieten staatliche Förderprogramme.

Veraltete Fenster verursachen Schwitzwasser, sorgen für unangenehme Zugluft und Schimmelbildung in den Wohnräumen. Moderne Energiesparfenster oder sogenannte Wärmeschutzverglasungen bestehen aus drei Scheiben. Dazu kommen eine spezielle Beschichtung und eine Edelgasfüllung entweder mit Argon oder Krypton. So werden inzwischen sehr niedrige Wärmeverluste erreicht.
Der Wärmeverlust eines Fensters wird heute über den sogenannten UW-Wert beschrieben und in W/m2K (Watt pro Quadratmeter und Kelvin) angegeben. Allgemein gilt: Je niedriger der UW-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung des Fensters. Zukunftsfähige Fenster sollten einen UW-Wert von höchstens 0,9 W/m2K, besser noch von 0,8 W/m2K erreichen. Angenehmer Nebeneffekt: Mit Drei-Scheiben-Fenstern kann auch der Schallschutz enorm verbessert werden.
Werden die drei Scheiben mit aufwendig verbesserten Rahmenkonstruktionen kombiniert, bilden sie die im Fachjargon sogenannten „Superfenster”. Der Rahmen besteht aus stärkeren Rahmenprofilen, die in Sandwichbauweise wärmegedämmt werden. Als Materialien kommen Holz, Stahl, Aluminium, Kunststoff oder Kombinationen daraus wie Holz-Aluminium-Fenster in Frage.
Investitionen amortisieren sich in fünf Jahren
Zwar kosten dreifach verglaste Scheiben rund 15 bis 70 Euro mehr pro Quadratmeter als herkömmliche Fenster. Doch die Investitionen machen sich schnell bezahlt, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt ausgerechnet hat. Das Rechenbeispiel: Ausgetauscht werden die etwa 30 Quadratmeter großen Fensterflächen eines Einfamilienhauses. Der Mehrpreis liegt pro Quadratmeter Glasfläche bei 30 Euro. Ausgegangen wird zudem von einem Heizölpreis von 85 Cent pro Liter. Schon im ersten Jahr werden aufgrund der erheblich verbesserten Wärmedämmung über 200 Liter Heizöl gespart. Bei einer Lebensdauer der Fenster von 30 Jahren sind es am Ende 6.270 Liter. Das heißt: Schon nach fünf Jahren amortisiert sich der Einbau. Auf die Lebensdauer der Fenster gerechnet müssen 5.340 Euro weniger für Heizkosten ausgegeben werden.
Wer vorher eine Einfachverglasung in seinem Haus hatte, spart pro Jahr sogar fast 1.800 Liter Heizöl. Selbst bei herkömmlichen Fenstern mit einer unbeschichteten Isolierverglasung sind es immer noch 750 Liter weniger, die nicht unnütz durch den Schornstein gejagt werden. Entlastet wird auch die Umwelt, die modernen Fenster vermeiden laut Bayerischem Landesamt 20 Tonnen Kohlendioxid.
Geld vom Staat für neue Fenster
Wer den Einbau energieeffizienter Fenster plant, kann im Übrigen von staatlicher Förderung profitieren. Im Rahmen des KfW-Programms „Energieeffizient Sanieren" ist eine Förderung in Form eines Kredits oder Investitionszuschusses möglich. Schon seit Januar 2009 ist die Erneuerung der Fenster auch als Einzelmaßnahme förderfähig. Dazu können Zuschüsse der Länder, Kommunen oder regionaler Energieversorger in Frage kommen – auch hier sollten sich Verbraucher erkundigen. Wer einen Fensterfachbetrieb in seiner Nähe beauftragt, kann zusätzlich Steuerermäßigung auf die Handwerkerleistungen geltend machen.
Laut Verband der Fenster und Fassadenhersteller gibt es im Jahr bis zu 600 Euro zurück. Wer wissen möchte, wie viel Geld sich durch den Einbau moderner Drei-Scheiben-Fenster sparen lässt, kann sich unter der Webadresse www.energiesparen-mit-glas.de informieren. Per Online-Rechner zeigt sich, wie viel Heizöl, Gas, Strom Kohle oder Pellets sich vermeiden lassen.