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Energiekosten

Neue Fenster rechnen sich

02.10.2010
Von Markus Schüren
Fenster nach alter Bauart haben etwa eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren. Viele Holzmodelle mit Einfach- oder Zweischeiben-Isolierverglasung aus den sechziger und siebziger Jahren tun noch ihre Dienste. Sie sind allerdings Energieschleudern. Durch zugige Fenster gehen nach Einschätzung von Fachleuten bis zu 25 Prozent der Hauswärme verloren.
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Wer alte durch neue Modelle ersetzen will, muss viel Geld investieren. Dafür versprechen Handwerk wie Fensterhersteller: Durch moderne Rahmen mit Wärmeschutzverglasung steigt der Wohnkomfort, es muss weniger Geld fürs Heizen ausgegeben werden. Das Sparpotenzial macht sich nach Ansicht von Verbraucherschützern wie auch des Verbandes privater Bauherren aber erst Jahre später im Geldbeutel bemerkbar. Zugleich müssen Hausbesitzer mit einem drastisch erhöhten Schimmelrisiko rechnen. Wichtig bei neuen dichten Fenstern ist deshalb: Lüften, lüften, lüften.


Kosten - 100 bis 300 Euro pro Quadratmeter

Ein Komplettaustausch der Fenster ist ab circa 10.000 Euro aufwärts zu haben, je nach Aufwand und Material. Um die persönlichen Kosten grob überschlagen zu können, muss man von durchschnittlich 200 bis 300 Euro pro Quadratmeter ausgehen. Sind die alten Holzrahmen noch bestens in Schuss, kann man eine kostengünstigere Teilmodernisierung angehen und nur das Glas erneuern. Die Rahmenstärke muss allerdings den Einbau der dickeren, neuen Wärmeschutzverglasung erlauben. Aufwand pro Quadratmeter: etwa 100 Euro.
Energieeinsparung bis zu 50 Prozent


Laut Rechenbeispielen von Herstellerfirmen reduziert sich der Energieverlust bei modernen Wärmeschutzgläsern im Vergleich zu Einfachglas auf ein Viertel bis gar 50 Prozent. Die besten Modelle sollen inzwischen besser gegen Kälte isolieren als viele Altbauwände. Geworben wird mit Einsparmöglichkeiten von 12 bis 28 Liter Öl/Kubikmeter Gas pro Quadratmeter Baufläche. Es gibt bisher aber keine anbieterneutrale Langzeitstudie, die eine nennenswerte Energieeinsparung tatsächlich nachweist, wie Verbraucherschützer bemängeln.

Gläserqualität - der U-Wert entscheidet

Wie gut eine Fensterscheibe isoliert, ist an ihrem U-Wert zu erkennen. Dieser gibt den Wärmeverlust in Watt pro Quadratmeter Glasfläche an. Je niedriger der Wert, desto besser. Die ersten Isoliergläser, die vor 30 Jahren eingesetzt wurden, hatten noch einen U-Wert von 2,8. Mit den teuersten High-Tech-Dreifachgläsern von heute sind Werte von 0,8 bis 0,5 möglich. Erschwinglich und gut dämmend ist Wärmeschutzglas mit einem U-Wert von 1,1.

Rahmenmaterial - Kunststoff vor Holz?

Auch die Dämmeigenschaften der Fensterrahmen haben sich im Vergleich zu früher deutlich verbessert. Die Auswahl ist Geschmackssache und hängt vom Geldbeutel ab. Das klassische Holz (Fichte, Lärche, Meranti, Eiche) bietet mittlerweile guten Wärmeschutz. Nachteil: Es ist nur witterungsbeständig, wenn es regelmäßig, etwa alle drei bis zehn Jahre, gestrichen wird. Günstiger und pflegeleichter sind Kunststoffrahmen (zumeist aus PVC). Praktisch wartungsfrei, aber deutlich teurer sind Aluminiumrahmen.

Risiken - auf Feuchtigkeit achten

Wer sich nur neue Fenster einsetzen lässt, ansonsten aber energetisch nichts an einem alten Haus saniert, muss im Anschluss oft mit Schimmelbildung und Feuchtigkeit kämpfen. Die modernen Fenster mitsamt Rahmen machen die Wohnung schön dicht, lassen aber keinen Luftaustausch mehr zu. Die Außenwand wird dann zur kältesten Fläche am Haus, Wasserdampf aus der Luft schlägt sich nieder, Pilzbildung wird begünstigt. Wer jetzt nicht mehrfach am Tag länger lüftet, „hat sich mit den neuen Fenstern nur Probleme ins Haus geholt“, warnt Eva Reinhold-Postina vom Verband privater Bauherren. Deshalb empfehlen Experten einen kompletten Fensteraustausch in Altbauten nur dann, wenn gleichzeitig auch noch die Außenwände gedämmt werden. Ist das finanziell nicht drin, sollte man sich vor dem Umbau kostengünstig Rat beim Bauexperten der Verbraucherzentrale vor Ort holen.

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