Thermostatventile sind ein Muss für Heizungsanlagen und per Energieeinsparverordnung – kurz EnEV – auch vorgeschrieben. Denn die Ventile steuern Heizkörper individuell. Das spart Energie und ermöglicht verschiedene Raumtemperaturen. Die Regeltechnik ist zwar seit Jahrzehnten bekannt. Doch moderne Thermostate sind nicht nur recht günstig, sondern auch wirkungsvoll.
Das Prinzip von Thermostatventilen ist einfach: Sie reagieren auf Wärme- oder Kältequellen wie Sonneneinstrahlung oder Luft und sorgen dafür, dass durch den Heizkörper immer nur so viel Heizwasser fließt, wie für eine konstante Raumtemperatur nötig ist. Geregelt werden Thermostate normalerweise über einen Dehnstoff, der sich im Inneren der sogenannten Ventilkappe befindet. Abhängig von der Umgebungstemperatur dehnt er oder zieht sich zusammen und bewegt dabei den Ventilstößel. Entsprechend mehr oder weniger Heizwasser wird eingeleitet. Folge: Ist im Raum die eingestellte Wärme erreicht, schaltet sich die Heizung ab. „Das spart erheblich Energie“, bestätigt Rainer Winkels. „Jedes Grad Raumwärme bedeutet im Schnitt sechs Prozent mehr Energieverbrauch, und damit Kosten“, erläutert der Energieexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.
Für jeden Bedarf bieten Hersteller heute passende Thermostatventile an: Unterschieden werden mechanische sowie elektronische Modelle. Elektronische Ventile werden über Batterien mit Energie versorgt und werden wie die herkömmlichen Thermostatventile direkt am Heizkörper montiert. Die Vorgabe der Ventilstellung erfolgt jedoch nicht manuell sondern über eine Elektronik direkt am Ventil oder über eine zentrale Regeleinheit per Funkübertragung. Der Vorteil von elektronischen Reglern ist die exaktere Einhaltung des Sollwerts sowie die zusätzliche Ersparnis durch das definierte Absenken.
Für welches Ventil man sich letztlich entscheidet, hängt vor allem vom Einsatzbereich, den Zusatzfunktionen und dem gewünschten Komfort ab. So werden Ventile mit Fernfühler dort eingesetzt, wo Heizkörper in einer Nische oder hinter einem Vorhang angebracht sind. Thermostate mit Ferneinsteller eignen sich für Wohnungen, in denen die Raumtemperatur nicht am Heizkörper geregelt werden kann. Programmierbare Thermostatventile wiederum sollten an Heizungen in Räumen eingebaut werden, die immer nur zu bestimmten Zeiten warm werden sollen. Vor allem bei elektronischen Ferneinstellungen können Immobilienbesitzer und Modernisierer heute aus einer großen Produktvielfalt wählen; es beginnt bei eingebauten Zeitschaltuhren und endet mit der computergesteuerten haustechnischen Anlage.
Mechanische Modelle sind günstig
Folgt man den Empfehlungen von Stiftung Warentest, ist das Wohlfühl- und Sparpotential bei programmierbaren Thermostaten am größten. Bis zu zehn Prozent Heizkosten, ergab ein Check von zwölf Geräten 2008, entfallen. Voraussetzung: Wer Haus oder Wohnung verlässt, muss die Temperatur in den Räumen um vier Grad senken. Zwischen 40 und knapp 100 Euro kosten die geprüften Geräte. Testsieger war jedoch nicht das teuerste, sondern das mit 40 Euro verhältnismäßig günstige Gerät Randostat HR-20E der Firma Honeywell. Zum Vergleich: Zwischen knapp zehn und 20 Euro kosten mechanische Modelle. Sie regeln vergleichbar gut, doch ohne Komfort.
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