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Mini-BHKW

Strom und Wärme selbst erzeugen

12.03.2009
Von Markus Schüren
Die hohen Strompreise machen es wirtschaftlich immer interessanter, zu Hause selbst Wärme und Strom herzustellen. Das geht nämlich mit dem eigenen Kraftwerk im Keller. Noch sind Mini-Blockheizkraftwerke (BHKW) eine Rarität in deutschen Eigenheimen. Doch die Technik für den Hausgebrauch ist im Kommen.
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Eine ganze Reihe neuer Hersteller drängt zurzeit mit serienreifen Geräten auf den Markt. Nach Angaben des Bundesverbands der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft lassen sich mit Mini-BHKW bis zu 40 Prozent Energiekosten sparen. Die Do-it-yourself-Alternative sei noch dazu umweltschonend wegen geringer Kohlendioxid-Emissionen.

Je teurer Strom- und Heizkosten werden, desto mehr kann es sich lohnen, umzusteigen und sich unabhängiger von Energielieferanten zu machen, meinen Verbraucherschützer. “Eine tolle Sache”, sagt Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen. Der Haken: Mini-Kraftwerke sind noch deutlich teurer als ein Heizkessel. Nicht jeder kann sich die Anschaffung leisten und nicht in jedem Haus lohnt es sich. Außerdem sind die Wartungskosten nach wie vor hoch.
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Nicht größer als eine Waschmaschine


So funktioniert ein BHKW: Blockheizkraftwerke produzieren in Deutschland bereits zwölf Prozent des Stroms – allerdings meist nur in großen Gebäuden. Die Geräte für den privaten Heizungskeller sind nicht größer als eine Waschmaschine. Sie arbeiten ähnlich wie ein Auto und stellen etwa ein bis fünf Kilowatt elektrische und vier bis zwölf Kilowatt thermische Leistung zur Verfügung. Ein Motor treibt einen Generator an und erzeugt haushaltsüblichen Wechselstrom. Die Wärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, wird über einen Wärmetauscher an das Heizwasser abgegeben. Der selbst gemachte Strom wird im Haus verteilt. Wird mehr produziert als benötigt, kann der Rest an einen Energieversorger verkauft werden.

Mit Öl, Gas oder Holzpellets befeuern

Bislang sind bundesweit zwei verschiedene Mini-Kraftwerkstypen vertreten, so der Bund der Energieverbraucher: Der „Dachs“ von Senertec, von dem etwa 20.000 in Betrieb sind, sowie der jüngere „Ecopower“ von Vaillant. Preislich unterscheiden sich die beiden Maschinen kaum. Sie kosten je nach Ausstattung rund 20.000 Euro zuzüglich Montage und Lieferkosten (etwa 3.000 bis 6.000 Euro). Allerdings stehen neue Geräte vor dem Markteintritt. Befeuert werden die Anlagen je nach Modell mit Öl, Gas und neuerdings auch Holzpellets.

Bis zu 70 Prozent des Strombedarfs selbst erzeugen

Fast jede Heizung ließe sich durch ein Kraftwerk ersetzen. Ein Mini-Kraftwerk macht ein Stück weit unabhängiger von Energielieferanten. Außerdem wird die Stromrechnung gedrückt. Mit den am Markt erhältlichen Modellen lassen sich in der Regel etwa 70 Prozent des Strombedarfs und mehr aus eigener Produktion decken. Nach Herstellerangaben sollen sich die gesamten Energiekosten eines Einfamilienhauses um bis zu 2.500 Euro pro Jahr drücken lassen. Gespart wird am Strombezug, der Energie- und Stromsteuer. Im Vergleich zur getrennten Wärme- und Stromversorgung lassen sich mit einem BHKW im Haushalt bis zu zehn Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr vermeiden.

Nachteil Anschaffungspreis

Ein Mini-Kraftwerk ist in der Anschaffung deutlich teurer als eine herkömmliche Heizung. Für ein Einfamilienhaus müssen derzeit bis zu 30.000 Euro kalkuliert werden, etwa drei Mal so viel wie für eine sonst übliche Brennwertheizung. Erst bei steigenden Absatzzahlen dürften die Anlagen billiger werden, erwartet Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher. Für Neubauten oder Mehrfamilienhäuser könne sich der Einbau von Anfang an rechnen, zumal es seit 1.1.2009 erhebliche Fördergelder von mehreren 1.000 Euro für Mini-BHKW gibt. Bei kleinen Bestandsbauten muss genau nachgerechnet werden. Ob sich eine Anlage lohnt, wird auch von Fachleuten unterschiedlich bewertet. Online kann man das unter www.kwk-check.de überprüfen lassen. Der Service kostet für ein Wohnhaus bis 500 Quadratmeter Wohnfläche 50 Euro.

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