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Mindesthaltbarkeit

Was man noch essen kann

Man muss kein Philosoph sein, um zu wissen: Alles ist vergänglich. Die Frage ist nur: wann? Bei Lebensmitteln steht die Antwort schon auf der Verpackung. Wenn das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, wandern die Produkte in den Müll. Oft allerdings zu Unrecht.
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Einer österreichischen Studie zufolge landen bis zu zwölf Prozent aller Lebensmittel im Hausmüll, oft noch originalverpackt. Vieles ist beim Wegwerfen durchaus noch essbar – um das festzustellen müsste man allerdings genauer hinsehen und gegebenenfalls erstmal die Packung öffnen. Wenn der Inhalt nicht schimmelt und nicht ungewöhnlich riecht oder schmeckt, dann sollte man ihn auch noch essen können. Da ist es dann auch egal, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) schon ein paar Tage zurück liegt. Das MHD sagt eigentlich nur aus, dass der Hersteller bis zu diesem Zeitpunkt einwandfreie Qualitätseigenschaften zusichert. Bei richtiger Lagerung darf es also keine Beeinträchtigungen im Geschmack, in Farbe, Konsistenz oder Nährwert geben.
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Bei Konserven und trockenen Produkten wie Mehl, Reis oder auch Tütensuppen liegt das MHD monate- oder jahrelang in der Ferne. Da kommt es auf einige Wochen mehr in der Regel auch nicht an, schließlich beginnt der Verfall nicht schlagartig mit dem aufgedruckten Datum. Milchprodukte wie Joghurt, Kefir oder Quark sind auch nach Ablauf des MHD noch tagelang essbar – vorausgesetzt sie wurden bis dahin nicht angetastet. Sobald die Verpackung aufgerissen ist, beginnt der Verfallsprozess. Offene Packungen sollten also möglichst bald verbraucht werden.

Wann es gefährlich wird


Während das Mindesthaltbarkeitsdatum eher empfehlenden Charakter hat, ist das Verbrauchsdatum ein klarer Befehl. Fisch, Fleisch, Wurst und Produkte aus rohen Eiern sollten nach Ablauf dieses Datums nicht mehr gegessen werden – es sei denn, man legt es auf eine Lebensmittelvergiftung an.

Beim abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatum halten sich die gesundheitlichen Gefahren dagegen erstmal in Grenzen. Das gilt zumindest dann, wenn die Ware richtig gelagert wurde. Frischwaren gehören in den Kühlschrank, Getreideprodukte müssen immer trocken gelagert werden, sonst bieten sie einen hervorragenden Nährboden für Schimmelsporen. Angebrochene Nudel-, Mehl- oder Reispackungen füllt man am besten in ein gut verschließbares Behältnis um, das verhindert auch, dass die Lebensmittel fremde Gerüche annehmen.

Genaue Haltbarkeitsgrenzen gibt es also nur für wenige Lebensmittel. Bei anderen können die folgenden Richtwerte helfen.
Lebensmittel Haltbarkeit
Ketchup / Mayonnaise Nach dem Öffnen zwei bis drei Monate. Mayonnaise ohne Konservierungsstoffe nur zwei Monate.
H-Milch Nach dem Öffnen wie Frischmilch: Höchstens vier Tage. Vorsicht: H-Milch verdirbt ohne Säuerung, hier kann der Geschmackstest versagen!
Marmelade Angebrochen im Kühlschrank mehrere Monate. Immer sauberen Löffel benutzen! Schimmel kann bei Marmelade mit mehr als 50 % Zuckergehalt entfernt werden.
Konserven Geöffnet im Kühlschrank eine Woche. Ungeöffnet jahrelang, Verdorbenes erkennt man am Zischen beim Öffnen oder gewölbtem Deckel.
Eier 28 Tage ab Legedatum. Danach nur noch zum Kochen oder Backen verwenden.
Schokolade Vollmilch oder Bitter: jahrelang. Zusätze wie Nüsse können schneller verderben. Bei zu warmer Lagerung entsteht ein Fettreif. Auf ranzigen Geschmack prüfen!
Nudeln Geschlossene Packung jahrelang. Vorsicht: Eiernudeln mit abgelaufenem MHD meiden.
Reis Geschlossene Packung jahrelang. Naturreis kann ranzig werden.
Backpulver Fast unbegrenzt. Bei offenen Tütchen lässt die Treibwirkung innerhalb eines Monats nach.
Tütensuppen Fast unbegrenzt.
Gewürze Gemahlene Gewürzen / Kräutern verlieren nach einem halben Jahr Aroma.
Tee und Kaffee Jahrelang verwendbar. Aber: Aromaverlust.
 
Für ewig und drei Tage

Salz und Zucker sind für die Ewigkeit gemacht und müssen deshalb nicht mit einem MHD ausgezeichnet werden. Imker müssen für ihr Produkt zwar inzwischen ein MHD angeben, davon sollte man sich aber nicht irritieren lassen: Auch Honig ist nahezu unverderblich.


Zum Schluss noch ein Hinweis für Freunde des Gerstensafts: Auch Bier hat ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Bei handwerklicher Brauart läuft die Frist spätestens ein halbes Jahr nach der Abfüllung ab. Großbrauereien machen Bier länger haltbar. Ist das MHD abgelaufen, wird Bier aber nicht automatisch schlecht. Allerdings lassen Geschmack und Schaumwirkung mit der Zeit nach, außerdem können sich Flocken bilden. Soweit dürfte es allerdings in den wenigsten Haushalten kommen.
 

Isabell Noé   05.05.2009

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Leserkommentare

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25.06.2009 09:14 Uhr
Redaktion Geldsparen.de: Auf den Zuckergehalt kommt es an
Zucker wirkt konservierend, deshalb wächst Schimmel nur sehr langsam. Bei einem hohen Zuckergehalt von mindestens 50 Prozent kann man den Schimmel dann tatsächlich großzügig (!) entfernen und den Rest weiterverwenden. Bei Diätmarmelade oder Gelee geht das nicht.
19.06.2009 15:34 Uhr
tim nagazio: Was ist damit gemeint?
"Schimmel kann bei Marmelade mit mehr als 50 % Zuckergehalt entfernt werden." Schimmel abkratzen und weiter verwenden?
13.05.2009 17:53 Uhr
Jürgen: ich dachte...
man isst was man ist
und da ich auch schon etwas älter bin .... ;-)
Foto: Colourbox.com ID:2135
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