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Lebensmittel

Enttarnte Marken bei Aldi und Co.

20.10.2011
Von Sandra Petrowitz
Markenhersteller produzieren Lebensmittel teilweise auch unter einem anderen Namen und verkaufen diese Produkte zu einem deutlich günstigeren Preis. Ob Putenbrust, Schokolade, Kräuterbutter oder Joghurt – wer sich die Mühe macht, Kopien den Originalen zuzuordnen, kann mit den Handelsmarken bis zu 60 Prozent sparen.
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Die Verbraucherzentrale Hamburg beobachtet den Markt der Discount-Lebensmittel seit Jahren. Bei einer Untersuchung hat sie bereits 2009 bei 14 Produkten Originalmarke und Handelsmarke aufgestöbert. Die Preisunterschiede waren enorm: 100 Gramm des „1688“-Steinofenbrots der Bäckerei Harry kosteten 26 Cent. Wer beim Discounter Penny die „Bauernschnitte“ von Drei-Ähren-Brot kaufte, zahlte je 100 Gramm nur zehn Cent – und sparte 60 Prozent des Preises. Dass die beiden Brotsorten einander zumindest sehr stark ähneln, wenn sie sich nicht gar gleichen, machten die Verbraucherschützer an Zutatenlisten und Nährwertangaben fest, bei denen sich nur geringe Abweichungen feststellen ließen.

Zum genauen Studium von Zutatenlisten, Hersteller- und Nährwertangaben raten die Verbraucherschützer Kunden auch heute. Zwar liegt die Untersuchung nun schon eine Weile zurück, und die Ergebnisse sind nicht mehr eins zu eins auf die heutigen Verhältnisse übertragbar, doch mit etwas Eigeninitiative können Kunden nach wie vor günstige Eigenmarken-Lebensmittel aufspüren.


Verbraucher häufig ahnungslos

Das Dumme an No-Name-Produkten: Häufig weiß man als Verbraucher gar nicht, wer hinter diesen Artikeln steckt. Die Hersteller halten das wohlweislich geheim. Daher sollten sich Verbraucher beim Einkauf laut Empfehlung der Verbraucherschützer vor allem an vier Kennzeichen orientieren, die Hinweise auf die Herkunft und den Produzenten von Lebensmitteln geben können.

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Daten von: 25.10.2011
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Identitätskennzeichen
Bei abgepackten Fleisch-, Fisch- und Milchprodukten befindet sich auf der Verpackung ein Oval. Es trägt ein Kürzel für das Herstellungsland (zum Beispiel DE für Deutschland), die Kennung des Bundeslandes (zum Beispiel HH für Hamburg) und die dreistellige Zulassungsnummer des Betriebs. Wenn sich auf der Kopie und auf dem Markenprodukt dieselben Nummern finden, dann stammen sie auch aus demselben Betrieb. Eine Liste der Betriebe gibt es beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Herstellungsort
Kommen beide Produkte aus demselben Ort, dann ist das ein weiteres Indiz dafür, dass sie aus derselben Fabrik stammen. Beim oben genannten Brot-Beispiel war auf beiden Packungen „22859 Schenefeld“ als Produktionsort angegeben.

Nährwerttabelle
Gleiches gilt bei den Angaben zum Eiweiß-, Fett- oder Kohlenhydratgehalt – sind sie identisch, kann auch dies ein Hinweis darauf sein, dass beide Produkte aus demselben Haus stammen.

Zutatenliste
Auch ähnliche Zutatenlisten können die Verwandtschaft von Produkten nahe legen. Dabei geht es auch um die Menge der verwendeten Zutaten. Sie stehen in der Liste stets in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils – als Erstes kommt der Inhaltsstoff, von dem in dem Lebensmittel am meisten vorhanden ist.

Unterdessen warnen die Hamburger Verbraucherschützer vor unseriösen Fax-Anbietern, die mit Listen über „Markenprodukte“ und „Kopien“ werben und dafür bis zu 40 Euro haben wollen: Finger weg – die Listen sind untauglich, die abgefragten Informationen bekommt man nicht.

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Leserkommentare

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03.02.2012 23:17 Uhr
Chillkroete: überall so im Handel
glaubt Ihr das ist nur im Lebensmittel Bereich so? Geht mal in einen Baumarkt da ist das genau so wenn Ihr das Kleingedruckte durchlest. Viele Hausmarken kommen von einem Markenhersteller nur weiß/vermutet das keiner in anderen Branchen.
21.12.2011 12:03 Uhr
Renate: Original/Kopie?
Ich habe mal in einer Firma in der Produktion gejobbt und war sehr erstaunt, Labels von den Original-Produkten und gleich daneben von den Billigprodukten (die Weißen) vorzufinden. Sprich: Diese Firma versah dasselbe Produkt mit billigen und teuren Labels! Deshalb schau ich grundsätzlich auf die Zutatenliste. Danach entscheide ich, ob ich das billige Produkt kaufen kann. Wozu soll ich den Hersteller reich machen, der auf diese Weise den Konsumenten an der Nase herumführt? Achtung: Dies gilt sicher nicht für alle Produkte, es gibt bestimmt manchmal Gesichtspunkte, unter denen man besser ein Markenprodukt kaufen sollte.
29.10.2011 18:50 Uhr
NurOma: Qualität, Preis oder Kosten?
Ich wollt nur mal fragen woran ihr euch so aufreibt? Klar möchten viele Leute gerne Qualität kaufen - aber die kostet halt auch. Als meine Kinder und Enkel noch bei uns gewohnt haben, hab ich das auch versucht, muss aber leider gestehen, dass bei den Mengen die hier "durchgegangen sind" mein geldbeutel irgendwann gestreikt hat - also haben wir mal gut und mal günstig gegessen.

Seit Opa & ich nun alleine wohnen, kann und will ich nicht mehr in Massen kochen und hole ehrlich gesagt auch schonmal etwas teureres zu essen, weil meistens die grossen Einheiten günstiger sind als die kleinen. Oder ich kaufe wahlweise Grossportionen und teile sie mit meinen Kindern.

Und ich muss auch sagen für ein bis zwei Personen Brot backen ist ziemlich albern (zumal ich nicht gerne selbstgebackenes Brot esse). Mein Fazit: Hast du viele Personen zu versorgen, kannst du gut und günstig einkaufen und auch mal richtig sparen egal ob Marke oder nicht. Hast du aber einen Single oder Zwei-Personen-Haushalt fällt das günstige meistens dem guten Essen zum Opfer oder umgekehrt.
27.10.2011 12:23 Uhr
JensGessmann: Kosten vergessen?
@Sandy1962
Sorry Sandy, aber du hast da ein paar Kostenfaktoren außer acht gelassen. Zum Backen braucht man Strom. Für einen Singlehaushalt lohnt es sich deshalb nicht wegen 500 Gramm alle zwei Tage den Ofen/Brotbackmaschine zu starten. Außerdem putzt du deine Utensilien doch auch wieder (hoffe ich doch mal) = Wasserverbrauch.
26.10.2011 18:11 Uhr
Sandy1962: Qualität und Preis
@Kronosaf:
Frisches zubereitet ist preiswerter. Back selber Brot - kostet z.B. nur ca. 1 Euro für 500 g und schmeckt besser. Wenn Du natürlich "keine Lust hast" Dich gesund zu ernähren, dann musst Du auch mehr zahlen :-)
26.10.2011 15:57 Uhr
Kronosaf:
@Sandy1962
Klar ist es gesünder und besser, aber man hat a) nicht immer Lust sich jetzt noch ewig in die Küche zu stellen und b) auf die Dauer leider auch nicht gerade günstig. Deine Aussage es hat nichts mit dem Geld zu tun stimmt hier nicht. Qualität wird in den meissten Fällen immer mehr Geld kosten.
26.10.2011 15:17 Uhr
Sandy1962: Wäre Qualität nicht besser?
Wäre es nicht besser, auf Qualität des Essens zu achten? Qualität hat weder etwas mit Marke, nocht mit Geld zu tun. Und wenn man gutes, gesundes Essen haben will, dann heißt es frisch, saisonal und regional kaufen und selber kochen - und auf Zeugs, wie JunkFood oder Fertiggerichte verzichten - die sind

a) schlechter und
b) erheblich teurer!
26.10.2011 14:24 Uhr
Wokli108:
Als wenn das alles sooooo neu wäre. Das Firmen eine Billigschiene fahren, um so noch mehr zu verdienen, aber auch die Konsumenten in den Genuss ihrer Produkte kommen zu lassen, ist meiner Meinung ein alter Hut. Kam schon hundertmal auf N24 und anderen Wissenskanälen. Aber ob da nun eine Qualitätsmarke hinter den "Billigprodukten" steht ist mir und meinem Geldbeutel letztlich völlig egal. Ich muss im Discounter kaufen und wenn ich sparen kann, dann immer gerne.
26.10.2011 13:49 Uhr
Noname Produkt: Besser Geld sparen ohne Schnäppchen
Ja, sicher, viele müssen Geld sparen. Aber ich z.B. kaufe so oder so Gut & Günstig, egal, ob da Zott dahinter steht oder ein unbekannter Hersteller.

Richtig ist, dass die günstigeren Produkte nicht immer schlechter sind. Umgekehrt heisst das aber auch, dass teuer nicht automatisch gut ist. Nur werden das die Marken-Schnäppchenjäger nicht kapieren. Die wollen ja nicht günstig einkaufen, sondern teure Produkte billiger bekommen.

Na, ist ja auch nicht ganz einfach, nicht auf Markennamen zu achten. Wir sind alle von der Werbung beeinflusst ...
26.10.2011 13:04 Uhr
Echo45863: Nicht alle haben so viel Geld!
Man, das ist deswegen, weil man Geld sparen kann...manche Menschen müssen tatsächlich aufs Geld achten!
26.10.2011 12:53 Uhr
kamin57: zu ROSENWUNDER
ROSENWUNDER hat einen dicken Geldbeutel. Das ist gut für sie. Sehr viele Mitmenschen Müssen jeden Cent mehrfach umdrehen, bevor er ausgegeben wird. Andererseits zeigen Hersteller so auch, dass sie bei den preiswerteren Produkten trotzdem noch Gewinne einfahren!
26.10.2011 12:41 Uhr
eruschka: Kann ich nur zustimmer
Ja, Rosenwunder, Du hast total recht, wenn jeder sich nur um sich kümmern würde anstatt nur herumzumeckern und neue Maschen auszuknobeln, gabe es mehr zufriedene Menschen
26.10.2011 12:39 Uhr
myflame: Nichts Neues!
Ja, und jetzt? Das ist gewiss nichts Neues. Natürlich liefern manche Hersteller an verschiedene Abnehmer, und klar, es gibt ja nicht extra "den" Aldi-Hersteller. Trotzdem können aber verschiedene Produktionen, auch vom selben Hersteller, Qualitätsunterschiede zeigen. Da hilft auch der Blick auf die Zutatenliste nichts, da das Rezept durchaus anders sein kann. Auch wenn die Liste nach Menge sortiert ist.
26.10.2011 12:09 Uhr
Rosenwunder: Wozu das alles Hauptsache es schmeckt
Was habe ich davon zu wissen, wer der Hersteller ist? Hauptsache es schmeckt, alles andere ist doch egal. Ich sehe darin keinen Betrug und es ist alles ok. Es gibt aber auch Leute, die immer was suchen um sich aufzuregen. Es gibt Wichtigeres: Jeden Tag verhungern zahlreiche Menschen und denen wäre es total egal, von welchem Hersteller sie etwas bekämen.
Foto: Sascha Schuermann/ddp ID:1761
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