Kürbis
Einer für alle
14.09.2011
Von Kristina Junker
Kürbissuppe? Ist in der kalten Jahreszeit eine echte Delikatesse - und günstig herzustellen noch dazu. Aber die orange-gold-gelbe Frucht gibt noch viel mehr her! Geldsparen erklärt, wie man ohne großen Aufwand ein ganzes Kürbismenü zaubern kann und welche Sorten am besten geeignet sind.
Kürbis ist ein Klassiker. Und das seit vielen tausend Jahren. Die runde Frucht mit dem eindrucksvollen Kerngehäuse gehört zu den ältesten Kultur- und Nutzpflanzen der Menschheit. Aber die „Cucurbita“, so der lateinische Name, diente unseren Vorfahren nicht nur als Speise, aus der festen Kürbis-Schale wurden auch Geschirre, Trommeln oder Gefäße gebastelt. Der aus Afrika stammende Flaschenkürbis wurde – lange vor der Erfindung der Drehscheibe – als Modell für Tongefäße oder Klangkörper für Musikinstrumente geschätzt. Karl der Große schwor eher auf die Heilkraft des Flaschenkürbis und ließ ihn sozusagen als Medikament in seinen Gärten anbauen.
Seinen großen Durchbruch hatte der Kürbis im 17. Jahrhundert in Nordamerika. Englische Einwanderer lernten durch die Indianer den Kürbis kennen und erfuhren, wie man aus den harten Kernen neue Früchte ziehen kann. Aus großer Dankbarkeit, dass die Siedler damit ein wertvolles, neues Lebensmittel und immer genug zu essen hatten, wurde ein Fest gefeiert: Thanksgiving. Bis heute erinnert der traditionelle „Pumpkin Pie“, der Kürbiskuchen, an den Usprung der amerikanischen Version von Erntedank. Aber auch in Europa ist der Kürbis in den letzten Jahren ein zunehmend beliebter und gerne gesehener Gast in der Küche.
Nur zur Zierde?
Wer sich das erste Mal an der Kürbiszubereitung versucht, staunt über die unglaubliche Vielfalt der Sorten. Bevor Sie auf dem Markt zuschlagen also ein wichtiger Tipp: Finger weg von hübschen Kürbis-Kandidaten mit vielen Hubbeln oder „Warzen“ auf der Schale. Bei diesen oft kleinen und sehr farbenfrohen Exemplaren von tiefem grün über sämtliche Schattierungen von Orange bis hin zu gelb, oft auch mit interessanten Musterungen, handelt es sich ziemlich sicher um Zierkürbisse. Wie der Name schon sagt, sind sie meist nett anzusehen, aber ungenießbar, denn die Früchte enthalten den Bitterstoff „Cucurbitacin“, der nach dem Verzehr Magenkrämpfe auslösen kann. Sie haben schon welche in der Speisekammer? Dann legen Sie sie gleich für eine schöne Deko zur Seite. Eine tolle Kombination sind Kürbisse und Getreideähren (z.B. als Mittelpunkt der Tafel) oder Holz (z.B. auf einem rustikalen Tablett oder in einer alten Obst- oder Weinkiste neben der Haustür).
Feine Früchte
Aber auch ganz „normale“ Speisekürbisse haben ein paar Überraschungen zu bieten. Etwa ihre Familienzugehörigkeit: botanisch gesehen gehört der Kürbis nämlich zu der Familie der Beeren und ist damit eine Frucht. Einen der bekanntesten Kürbisvertreter würde man eher im Gemüseregal vermuten: die Zucchini. Grundsätzlich unterscheidet man übrigens zwischen Sommer- und Winter-Kürbissen. Die Zucchini gehört – gemeinsam mit Patisson und Spaghettikürbis - zu den Sommervarianten. Die wohl bekanntesten Winterkürbisse sind der Gelbe Zentner, Moschus- oder Muskatkürbis sowie der japanische Hokkaido, der sogar mit Haut und Schale verspeist werden kann.
Den meisten Speisekürbissen gemein ist ihr hoher Nährstoffgehalt bei vergleichsweise wenig Kalorien. Kürbisse enthalten große Mengen an Karotin, das der Körper beim Zusammentreffen mit Fett als Vitamin A verwerten kann. Beim Kochen also ruhig einen kräftigen Spritzer hochwertiges Pflanzenöl, einen guten Schuss Sahne oder Käse verwenden. Außerdem steckt im Kürbis Vitamin C, Vitamin E, Folsäure und Kalium, daneben kleinere Mengen Eisen, Calcium und Magnesium.