03.09.2010   Startseite   RSS   Inhalt  

Kühlschrank-Kauf

Der teure Trick mit dem "A"

Auf den ersten Blick sieht im Online-Shop oder im Elektromarkt in der Kühlschrank-Abteilung alles gut aus: Die angebotenen Kühl-Gefrier-Kombinationen tragen das Energieeffizienz-Label A. Das ist die beste der sieben Geräteklassen A bis G und zeigt an, dass der Kühlschrank vergleichsweise wenig Energie verbraucht. Doch was vor zehn Jahren – bei Einführung der Klassen – Stand der Technik war und als besonders sparsam galt, ist inzwischen veraltet. Es wird aber weiter angepriesen, obwohl es seit 2004 bessere Klassen gibt: A+ und A++, die bis zu 40 Prozent weniger Energie verbrauchen als ein A-Gerät.
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Günstig statt sparsam

Nach einem Test bei Elektromärkten und Internethändlern kritisierte die Umwelt-schutzorganisation BUND: Elektromärkte und Internethändler verkauften ihren Kunden meist Stromfresser, die zwar in der Anschaffung günstiger sind, auf lange Sicht aber gerade einkommensschwachen Haushalten immense Probleme in Form von Mehrkosten bescheren.

Nur jedes zweite Gerät erfüllt Effizienzklasse A+

Ergebnis einer BUND-Stichprobe: Die Hälfte der in Elektromärkten, Versandhäusern und Online-Shops angebotenen Kühl-Gefrierkombinationen erfüllt nicht die Anforderungen der Effizienzklasse A+. Der Anteil der effizientesten A++-Geräte liegt zumeist unter zehn Prozent. Als „absolutes Schlusslicht“ brandmarkten die Tester den Online-Händler Amazon: Unter 90 Angeboten sei nur ein Gerät gewesen, das mit der Energie so gut haushaltet, dass es das Label A++ tragen darf. Bei vielen Angeboten fehlten Angaben zum Verbrauch gleich ganz.
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Nicht viel besser sah es bei Media-Markt und Saturn aus: Auf lediglich knapp fünf Prozent der Geräte fanden die Umweltschützer das A++-Label. Die günstigsten davon waren mit Preisen zwischen 469 und 997 Euro doppelt bis dreimal so teuer wie die zu 219 bis 318 Euro angebotenen A-Geräte. Dafür gibt es zunehmend übergroße Kombinationen, sogenannte Side-by-Side-Geräte mit ausreichend Kühlraum für eine ganze Fußballmannschaft. Sie verbrauchen aber mehr als 500 kWh Strom im Jahr. Dass es auch anders geht, zeigt Quelle: Dort trug immerhin ein Viertel der angebotenen Geräte das A++-Label.


Jahresdurchschnittsverbrauch bei 400 kWh

Der durchschnittliche Kühlschrank in einem deutschen Haushalt verbraucht übers Jahr gesehen 400 kWh Strom. Das ist fast ein Fünftel des gesamten Stromverbrauchs. Wer ein Altgerät durch ein neues mit der Energie-Effizienzklasse A++ ersetzt, spart laut BUND über die Hälfte an Energie und Kosten ein. Nach acht Jahren macht sich diese Investition bezahlt.

Tipps für den Kauf:

  • Nicht nur auf den Kaufpreis achten, sondern vor allem auf den Energieverbrauch. Achtung: Die Energieeffizienzklasse A sagt heute nicht mehr viel aus. Besser sind A+ und A++, und wer es ganz genau wissen will, sucht sich die Verbrauchswerte heraus und vergleicht verschiedene Geräte selbst. Das geht auch im Internet, etwa hier.
  • Auch die Größe des Kühlschranks ist wichtig. Mitunter sind die angebotenen Modelle viel zu groß dimensioniert und verbrauchen entsprechend viel Strom. Faustregel: Pro Person genügen 50 bis 60 Liter Kühlvolumen. Für Single- und Zwei-Personen-Haushalte reichen etwa 110 bis 130 Liter, dazu ein 20-Liter-Gefrierfach. Zwei- oder Drei-Personen-Haushalte können auch ein 50-Liter-Gefrierfach wählen.
Sandra Petrowitz   12.07.2010

Leserkommentare

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15.05.2010 13:44 Uhr
TimTom: Hier muss eine gesetzliche Vorschrift her
In anderen Staaten ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass, sobald ein neuer Technologiestandard gesetzt ist, z.B. A++ beim Kühlschrank andere Hersteller innerhalb von maximal Jahren nachziehen müssen und ebenfalls alle Geräte auf A++ Level heben müssen die im Handel landen sollen.

Ist auch absolut unverständlich, das man für sogenannte BlueMotion Fahrzeuge mehr bezahlen muss. Möglichkeiten zum Spritsparen wie zum Beispiel die Unterbodenverkleidung oder Aerodynamische Scheibenwischer, Reifen etc. müssen gesetzlich zur Pflicht werden.
Foto: Kirsten Neumann/ddp ID:1479
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