Haushalt
Natürlich keimfrei
20.01.2011
Von Florian Junker
Die Werbung hat reichlich reinliche Ideen: Von antibakteriellen Beschichtungen über Hygiene-Waschmittel bis zu vielseitig einsetzbaren Desinfektionstüchern. Allerdings sind viele Produkte nicht nur teuer, sie schädigen auf lange Sicht auch Gesundheit und Umwelt. Günstiger und gesünder sind da natürliche Saubermacher. Geldsparen gibt Tipps, wie man seine Umgebung mit der Kraft aus Sonne, Essig und Co. nicht nur sauber, sondern rein bekommt.

In normalen Haushalten sind Desinfektionsmittel aller Art in aller Regel nicht nur unnötig, sondern auch noch teuer und auf lange Sicht sogar eher gefährlich. Keimforscher warnen vor immer häufiger gefundenen widerstandsfähigen Krankmachern, die gegen gängige Reinigungsmittel resistent geworden sind. In privaten Wohnungen, Küchen oder Bädern reicht es ihrer Ansicht nach völlig, den kleinen Biestern mit ganz natürlichen Mitteln zu Leibe zu rücken. Das schont Umwelt, Geldbeutel und letztlich sogar die eigene Gesundheit. So wird Ihre Umwelt natürlich keimfrei:
Mit Sonnenkraft
Wollen Sie zum Beispiel bei Ihrer Wäsche auf Nummer sicher gehen, müssen Sie nicht auf Hygiene-Waschmittel setzen oder immer das energiehungrige Kochwäscheprogramm wählen, denn das ist nur in besonderen Fällen nötig (z.B. bei ansteckenden Krankheiten wie Virendurchfall). Hängen Sie Handtücher und Co. einfach draußen auf und gönnen Sie ihnen ein Sonnenbad. Das UV-Licht in den Sonnenstrahlen tötet dabei die meisten Keime und damit auch Muffelgerüche, die nach der Wäsche noch in einzelnen Stücken zurück bleiben können. Bei bunten Teilen besteht aber gerade bei nassen Stoffen die Gefahr des Ausbleichens in der prallen Sonne. Deswegen erst im Schatten trocknen lassen und danach nochmal kurz unter die Lichtdusche stellen.
Mit Hitzeenergie
Die Sonne scheint gerade nicht? Gönnen Sie Ihrer Wäsche einen heißen Gang im Trockner oder noch besser eine ganz traditionelle ordentliche Glättung mit dem Bügeleisen, das hat eine zusätzliche Hygiene-Wirkung. Denn Bakterien, Viren und Pilze haben eines gemeinsam: Die allermeisten von ihnen mögen keine Hitze. Sollen zum Beispiel auch Putztücher, Spülbürsten oder der Abfluss entkeimt werden, ist heißes Wasser das natürlichste Mittel mit sehr guten Erfolgen. In der Waschmaschine reicht dafür in aller Regel ein normales Waschmittel und 60 Grad.
Feuchte Spülschwämme gehören zu den Keimschleudern im Haushalt und haben eine oft tausend bis millionenfach so hohe Keimkonzentration wie die Klobrille. Ihr Spülschwamm ist erst ein paar Tage alt, aber eventuell länger im feuchten Spülbecken gelegen? Stecken Sie ihn zur nächsten 60-Grad-Wäsche mit in die Maschine, das macht ihn wieder frisch. Alternativ hat auch ein Gang im Geschirrspüler bei 65 Grad eine ähnliche Wirkung – übrigens auch bei Spülbürsten. Noch schneller geht es in der Mikrowelle: Dazu einfach den nassen Spülschwamm für zwei Minuten bestrahlen, achten Sie aber darauf, dass er keine Metallbestandteile hat (z.B. in Kratzbeschichtungen). Die Keime im Abfluss und damit auch die meisten üblen Gerüche killt dagegen am einfachsten kochendes Wasser. ein bis zwei Liter zum Sprudeln bringen, ab damit in den Abfluss, ein paar Sekunden einwirken lassen und mit kaltem Nass nach spülen.
Dieser Ratgeber soll Ihnen helfen schneller, nachhaltiger und günstiger für Sauberkeit zu sorgen. Putzen müssen Sie zwar selbst, aber mit ein paar neuen Kniffen geht die Arbeit leichter von der Hand und bringt tolle Ergebnisse.
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