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Das Grillen selbst
 

Das Grillgut

Schnitzel, Steak, Spießchen: Die Metzger und Supermärkte überbieten sich im Frühling und Sommer mit leckeren Angeboten fürs Grillvergnügen. Das Problem: Stammt Fleisch aus Massentierhaltung, leiden nicht nur die Tiere darunter, sondern eventuell auch der Regenwald. Rindfleisch aus Brasilien sollte man besser ganz vom Speiseplan streichen. Im Amazonas-Gebiet gehen 70 Prozent der Regenwaldvernichtung aufs Konto immer größerer Weideflächen für die Rinderfarmer. Aber auch die Soja-Industrie dehnt sich ungesund aus – denn in Europa werden Massentiere mit Soja aufgepäppelt.

Eine gute und grüne Alternative sind Bio-Leckereien, am besten noch vom regionalen Anbieter. Oft verkaufen Bio-Bauern direkt vom Hof, viele Metzger haben auf Nachfrage entsprechende Angebote im Sortiment und im Supermarkt verweisen Bio-Siegel auf entsprechende Produkte. Ein gutes Argument für Bio-Fleisch ist auch das Vergnügen beim Verspeisen: Denn Tiere in Öko-Haltung nehmen langsamer zu, das Fleisch hat keine dicke Fettschicht, sondern ist marmoriert mit Fett durchwachsen. Dadurch wird das Bio-Stück auf dem Grill besonders zart und saftig.

Die kluge Auswahl der Fleischsorten kann die eigene CO2-Bilanz erstaunlich verbessern: Während etwa ein Rindersteak (ca. 200-Gramm) mit 2,8 Kilogramm CO2 kräftig zu Buche schlägt, belastet eine gleiche Menge Fleisch vom Schwein oder Hühnchen die Umwelt um 2 Kilogramm CO2 weniger! Wer jetzt etwas weniger Fleisch und dafür mehr Gemüse, Kartoffeln oder auch Brot auf dem Grill röstet, senkt die persönliche CO2-Bilanz noch einmal. Maiskolben, marinierte Auberginen- oder Zucchinischeiben, Paprika oder Tomate vom Grill sind mineralstoffreiche Köstlichkeiten – und belasten die Umwelt deutlich weniger, als die fleischlichen Gelüste.

Wer lieber gleich Fisch brutzelt, sollte dagegen auf das MSC-Siegel der Marine Stewardship Council achten, das besagt, dass dieser Fisch nachhaltig gefangen wurde.

Das Grillen


Das Fleisch direkt auf den Rost oder doch auf die Alufolie? Das kann man so oder so machen, aber eigentlich sollte man beides lassen. Denn wenn einerseits ohne Folie Fett austritt und in die glühende Kohle tropft, entstehen giftige Substanzen, die über den Rauch wieder an die Speisen kommen. Andererseits produzieren Foliengriller jedes mal einen kleinen Müllberg, der in der Herstellung sehr energiefressend und damit umweltbelastend war.

Wer etwas für seine Gesundheit und die Umwelt tun möchte, investiert in Bratplatten, zum Beispiel aus Metall oder auch aus Stein, die sich immer wieder verwenden lassen. Genauso gut und dabei günstiger ist es, einfach ein altes Backblech zur Grillauflage für Fleisch, Fisch und Gemüse zu erklären. Manche Speisen, wie zum Beispiel Schafskäse, müssen nun mal eingewickelt werden? Eine grüne Alternative zur bekannten Alufolie sind große Blätter, zum Beispiel von Kohl oder Mangold. Sieht interessant aus und kann einfach mitgegessen werden.
 
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Leserkommentare

Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
27.04.2010 14:22 Uhr
Grillbiene: Grüner Grillen im Grünen in Berlin
Toller Artikel, der mir als Loha außerordentlich gut gefällt und mir richtig Appetit aufs Grillen gemacht. *schleck* Kompliment!
Wer nicht nur grün, sondern auch im Grünen grillen will, sollte sich mal diese Tipps für Grillplätze in Berlin angucken: http://www.top10berlin.de/Liste/197-Grillplaetze
Der obligatorische Tiergarten ist zwar auch mit dabei, aber ich hätte nicht gedacht, dass es so schön saubere und idyllische offizielle Grillplätze in Berlin gibt (ich sag nur Monbijou Park).
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