Giftiges Spielzeug, wacklige Elektrik, verunreinigte Kosmetika: Immer wieder taucht mangelhaft verarbeitete Ware in den Regalen von Warenhäusern und Supermärkten auf. Häufig stammen die beanstandeten Produkte aus China.
Bei der EU gibt es ein Alarmsystem für gefährliche Verbrauchsgüter – jeder kann auf die Datenbank zugreifen und sich über aktuell als riskant eingestufte Produkte informieren. Das System nennt sich
RAPEX und ist zum großen Teil nur auf Englisch verfügbar, aber die Hinweise sind meist gut verständlich. Wochenweise können sich Verbraucher jene Produkte anzeigen lassen, die von den nationalen Behörden als gefährlich eingestuft worden und an die EU gemeldet worden sind. Die Übersicht umfasst alle Produkte außer Lebens- und Arzneimitteln sowie medizinischen Geräten.
So finden sich in der Liste zu Kalenderwoche 47/2010 eine Kettensäge aus chinesischer Produktion, bei der die Handprotektoren abbrechen können und die Motor-Drosselung defekt ist – die Behörden ordneten einen Rückruf des Gerätes an und sprachen ein Verkaufsverbot aus. Ein Bekleidungs-Importeur rief freiwillig einen Seidenschal aus Indien zurück, weil dessen grüner Webfaden den krebserregenden Stoff Benzidin abgab.
Verbraucher erfahren in dieser Liste jedoch auch, dass andere Länder mit ähnlichen Problemen kämpfen: Eine in Dänemark verkaufte Gummigiraffe aus französischer Herstellung stellt für Kleinkinder ein erhebliches Erstickungsrisiko dar, und in Finnland verkaufte Reflex-Anhänger und -Aufkleber für Schulranzen (Herkunftsland: China) erfüllen ihre Aufgabe so schlecht, dass sie nicht als sicherheitsrelevante Ausrüstung vertrieben werden dürften.
Jeden Freitag gibt es die aktuelle Liste, die sowohl Maßnahmen der Staaten (zum Beispiel ein Verkaufsverbot) als auch Maßnahmen der Hersteller (etwa einen Rückruf) umfasst. Mit Hilfe der Suchfunktion lassen sich auch in der Vergangenheit beanstandete Produkte einer Kategorie oder einer bestimmten Firma aufrufen.