03.09.2010   Startseite   RSS   Inhalt  

Fisch kaufen

Worauf man achten sollte

Überfischung, überflüssiger Beifang und fragwürdige Zuchtmethoden verleiden Fischliebhabern den unbeschwerten Genuss. Was wir überhaupt noch guten Gewissens essen können.
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Keine Frage, Fisch ist gesund. Er liefert nicht nur leicht verdauliches Eiweiß sondern auch die Vitamine A, B und D und diverse Mineralien. Daneben reichlich Jod für die Schilddrüse und Omega3-Fettsäuren fürs Herz. Nicht ohne Grund empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche. Über 16 Kilo verdrückte jeder Deutsche im letzten Jahr, der weltweite Pro-Kopf-Verbrauch liegt mit rund 17 Kilo noch darüber. Der Fisch-Hunger steigt – und mit ihm die Probleme.
 

Umweltschützer und Wissenschaftler warnen seit Jahren: Wenn wir so weiter machen wie bisher, sind unsere Meere bald leer gefischt. Drei Viertel der kommerziell genutzten Fischbestände gelten als überfischt oder sind zumindest von Überfischung bedroht. Das Beifang-Problem verschärft die Situation noch. Denn die Fangflotten ziehen weitaus mehr Meerestiere an Bord, als sie verwerten können. Sind die Fangquoten der jeweiligen Fischart bereits ausgeschöpft oder die Tiere aus anderen Gründen unbrauchbar, landen sie wieder tot im Meer. Genauso geht es den zahlreichen Delfinen, Meeresschildkröten und Seevögeln, die sich in Netzen oder an Haken verfangen. Mehrere Millionen Tonnen werden als ungewollter Beifang zurück ins Meer geschüttet - eine unglaubliche Verschwendung.

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Besser Zucht als Wildfang?

Wie gut, dass es den Zuchtfisch gibt, könnte man nun meinen. Doch auch hier liegt Einiges im Argen. Denn Aquakulturen können verheerende Wirkungen auf das Ökosystem haben. Fischfarmen arbeiten nicht selten mit Hormonzugaben und Antibiotika Außerdem können Chemikalien, Fäkalien und tote Fische die umliegenden Gewässer belasten und Parasiten frei lebende Tiere infizieren. Zudem können „Ausbrecher“, die gegen natürliche Krankheiten resistenter sind, einheimische Arten verdrängen. Um Platz für die Zucht zu schaffen, werden vielfach küstennahe Lebensräume zerstört. So fielen 70 Prozent der Mangrovenwälder im vietnamesischen Mekong-Delta der Garnelenzucht zum Opfer. Hinzu kommt: Aquakulturen sind nicht unbedingt effizient. Die meisten Zuchtfische fressen wilde Fische, und zwar in Form von Fischmehl und Fischöl. Und so stecken in einem Kilo Zuchtfisch bis zu vier Kilo Wildfisch.
 
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Isabell Noé   12.01.2010

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