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Erst prüfen, dann kaufen

Was also tun? Fisch komplett vom Speiseplan streichen? Das muss nicht sein. Es reicht, wenn man beim Einkauf etwas bewusster vorgeht. Wer Fisch verkauft - egal ob frisch, in der Dose oder im Tiefkühlfach - muss Angaben zur Produktionsmethode, zur Handelsbezeichnung und zum Fanggebiet machen. So wissen Verbraucher auf jeden Fall schon mal, was sie kaufen. Solche Informationen nützen allerdings wenig, wenn man sie nicht einordnen kann.


Hier hilft der WWF mit einem handlichen Einkaufsratgeber, den man auf der Internetseite herunterladen oder bestellen kann. Die Naturschutzorganisation teilt Meerestiere in drei Kategorien ein: „Gute Wahl“ heißt: Diese Fische können Sie guten Gewissen kaufen. „Zweite Wahl“ sind Fische, deren Bestände schon an ihre Grenzen stoßen oder die mit viel Beifang gefischt werden. Also nur eine Notlösung. „Lieber nicht“ empfiehlt der WWF bei überfischten Arten und Fischen, deren Fang oder Zucht die Natur deutlich belasten. Darunter fallen beispielsweise die bereits erwähnten tropischen Shrimps, Haie oder Zuchtlachs aus Chile. Wie wichtig das Herkunftsgebiet ist, zeigt das Beispiel des Kabeljaus: Die Bestände im Nordost-Atlantik und in der Ostsee sind überfischt, an Islands Küsten stehen sie kurz davor. Gut sieht es dagegen in der Barentssee aus, deshalb gibt der Ratgeber grünes Licht für Kabeljau aus der Nordost-Arktis.

Das MSC-Siegel


Auch ohne Ratgeber gibt es Auswahlhilfe an der Fischtheke: Bei Produkten mit dem blauen MSC-Siegel kann man nichts verkehrt machen. Der Marine Stewardship Council (MSC) ist eine unabhängige, internationale Organisation, die Lösungen gegen das Überfischungsproblem bieten will. Dafür verleiht der MSC ein Siegel an Fischereibetriebe, die nachhaltig und effizient wirtschaften. Mittlerweile gibt es über 90 MSC-zertifierte Fischereien und weltweit tragen mehr als 5000 Produkte das Siegel mit dem weißen Fisch auf blauem Grund. Im deutschen Handel findet man vor allem Alaska Seelachs (zum Beispiel in Fischstäbchenform), Hering, Wildlachs und Garnelen. Nach anderen Fischen muss man etwas suchen, Thunfisch ist beispielsweise nicht in allen großen Supermarktketten erhältlich. Doch es geht voran: So hat man sich bei Edeka das Ziel gesetzt, ab 2012 nur noch nachhaltig gefangenen Fisch vermarkten und auch andere Märkte wollen verstärkt auf das Nachhaltigkeits-Siegel setzen. Wer beim Einkaufen bewusst auf das Siegel achtet, wird diesen Prozess im Handel vielleicht beschleunigen.

Das sollten Sie wissen

Aquakultur: Der WWF plant derzeit ein Nachhaltigkeitssiegel für Zuchtfisch, ähnlich dem MSC-Standard für Meeresfische. Bis es soweit ist: Möglichst Bio kaufen. In Europa werden Fischzuchten relativ streng kontrolliert, die Belastung mit Medikamenten ist gering. Außerhalb der EU sieht das anders aus. Auf jeden Fall Finger weg von Lachs aus Chile und tropischen Shrimps!

Binnenfischerei: Mit Süßwasserfischen wie Karpfen und Zander macht man in der Regel nichts verkehrt. Forellen kauft man am besten aus heimischen Beständen. Die weltweite Zucht ist oft ökologisch bedenklich.

Sushi: Blauflossenthunfisch (Roter Thun) gilt in Shushi-Bars als besondere Delikatesse. Noch – denn wenn er weiter in dem Ausmaß wie bisher gefischt wird, könnte er im Mittelmeer bis 2012 ausgestorben sein. Also: Wenn Sushi, dann ohne Thunfisch.

Delfinschutz: Auf vielen Thunfischdosen findet man das SAFE-Siegel. Es wird vom kalifornischen Earth Island Institute (EII) an Unternehmen vergeben, die beim Thunfischfang delfinschonend vorgehen. Obwohl das SAFE-Label auch Maßnahmen zur Beifangreduzierung von anderen Fischen fördert, geht dem WWF das Programm nicht weit genug. Dennoch: Wer keinen Thunfisch mit MSC-Siegel findet, sollte wenigstens auf SAFE achten.
 

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