Fairer Handel
Mit gutem Gewissen einkaufen
Fair gehandelte Waren stoßen auf immer größeres Interesse. Ob Kaffee, Schokolade, Bananen oder Blumen: Die Produzenten fair gehandelter Ware erhalten einen angemessenen Lohn. Den Aufpreis, der sich daraus ergibt, zahlt der Käufer – dafür kauft beim fairen Handel das gute Gewissen mit.
Der Markt
Schon 2008 haben deutsche Verbraucher nach Angaben der Organisation Transfair insgesamt 213 Millionen Euro für Produkte aus fairem Handel ausgegeben. Das waren 50 Prozent mehr als 2007. Verbraucherschützer führen die steigende Nachfrage auch darauf zurück, dass die „allgemeine Sensibilisierung“ für dieses Thema zunimmt. Immer mehr Menschen interessieren sich für die Produktionsbedingungen, unter denen bestimmte Güter hergestellt werden – und sind bereit, einen Mehrpreis zu zahlen, um vom herkömmlichen Handel benachteiligten Produzenten ein Auskommen zu ermöglichen.
Das Prinzip
Fairer Handel bedeutet, dass die bislang benachteiligten Produzenten von Lebensmitteln, aber auch von anderen Waren einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit erhalten und ihre Arbeits- und Lebensbedingungen verbessern können. Transfair etwa fördert mit dem Fairtrade-Siegel gezielt kleinbäuerliche Landwirtschaft und sozial geführte Plantagen in Lateinamerika, Afrika und Asien. Die Produzenten bekommen einen garantierten Mindestpreis für Kaffee oder Tee, Bananen, Orangen, Kakao oder Reis und können so ihre Existenz sichern. Experten helfen ihnen darüber hinaus, die Anbaumethoden zu verbessern, eigenes Saatgut zu entwickeln und die Produktion zu diversifizieren.
Inzwischen spielt das Kriterium „Fairer Handel“ auch anderswo eine immer größere Rolle: Beim letzten Kaffee-Test der Stiftung Warentest etwa wollten die Tester auch wissen, wie stark sich die Kaffeeproduzenten ökologisch und sozial engagieren. Die eigens durchgeführte Untersuchung ergab, dass immerhin fünf Kaffeeproduzenten viel Engagement zeigen: Alnatura, Gepa, Ulrich Walter, Darboven und der Discount-Riese Aldi Süd. Als stark engagiert galt den Testern beispielsweise, wer „faire Löhne zahlt, die Arbeiter sozial absichert und beim Anbau der Kaffeepflanzen auf synthetische Pestizide verzichtet“.
Die Gütesiegel
Die Organisation Transfair handelt nicht selbst mit Waren. Sie vergibt das internationale Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte. Die GEPA (Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt) setzt auf fairen Handel und ist Europas größter Importeur fair gehandelter Produkte. Teppiche erhalten das Rugmark-Siegel, wenn bei ihrer Produktion in Südasien auf Kinderarbeit verzichtet wird. Daneben finden sich im Handel noch weitere Siegel: Der Naturkost-Anbieter Rapunzel kennzeichnet fair gehandelte Produkte mit dem hauseigenen Symbol „Hand in Hand“. Und der Discounter Lidl hat ein eigenes Siegel: Fairglobe.
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