Ernährung
Gesundes Grillen
15.04.2012
Von Florian Junker
Rauchiges vom Rost ist zwar lecker, aber leider nicht unbedingt förderlich für die Gesundheit. Geldsparen verrät, wie das Grillvergnügen mit einfachen und günstigen Tipps gesünder wird.
Alle Jahre wieder brutzelt Deutschland in der schönen Jahreszeit um die Wette. Leider lauert hinter dem knusprigen Grillvergnügen auch die eine oder andere Gesundheitsfalle. Natürlich gilt das zuallererst für Ernährungssünden wie zu viel fettes Fleisch oder dicke Saucen. Und ja: Grundsätzlich sollte bei den meisten Grillpartys mehr Gemüse, Fisch und mageres Fleisch auf den Rost.
Grillen ist aber in erster Linie ein Genusserlebnis und manchmal eben auch eine saftige Sünde wert. Damit die Schlemmerarie langfristig ohne Reue bleibt, sollte man bei Rauchentwickelung, Dämpfen und Co. jedoch keinen Kompromiss eingehen! Mit den folgenden Brutzler-Tricks gelingt das Grillvergnügen schnell, günstig und schadstoffarm:
Quälenden Qualm vermeiden
Tropft Öl, Fleischsaft oder Löschbier auf die Glut, entsteht Rauch. Der ist für Grillmeister lästig, für Nachbarn störend - und für Asthmatiker sogar stark reizend. Was Viele nicht wissen: Der Qualm kann auch Gesunden schädlich zu Leibe rücken, denn er enthält krebserregende Stoffe wie etwa Benzpyren. Deswegen raten Gesundheitsexperten, Alufolie unter das Grillgut zu legen, um das Tropfen der Flüssigkeiten in die Glut zu vermeiden. Geldsparer und Umweltschützer setzen auf wiederverwendbare Aluschalen oder Keramik-Grillplatten, die nach Gebrauch in der Spülmaschine „recycelt“ werden können. Übrigens „rauchen“ Gas- und Elektrogrills grundsätzlich weniger als die Kohleklassiker.
Zählen Sie zu den 80 Prozent der deutschen Freizeitgriller, die auf das Aroma von über der Holzkohleglut Geröstetem steht, können Sie Ihrem Geschmack aber durchaus treu bleiben. Durch eine einfache Maßnahme lässt sich die Rauchentwicklung nämlich in Grenzen halten. Dafür wird ein Teil des Grills zur „indirekten Zone“ erklärt. An dieser Stelle kommt keine Kohle unter den Rost, sondern am besten ein Metallgefäß mit Wasser. Das kann ein alter Topf oder bei kleineren Grills eine aufgeschnittene Bierdose sein. Anfangs stark triefende Stücke werden hier vorgeheizt, Fett, Marinade und Co. tropfen ins Wasser statt in die Glut, haben sich die Fleischporen geschlossen (erkennt man daran, dass nichts mehr tropft), dürfen die Stückchen über der Kohle platziert werden und knsuprig anrösten. Die Rauchentwicklung ist dadurch stark reduziert.
Nur Richtiges rösten
Die hohen Temperaturen beim Grillen ermöglichen es einerseits, Fleisch schön saftig, relativ gesund und ohne zusätzliches Fett zu braten. Andererseits bergen schwarz verbrannte Stellen oft hundert mal mehr an manchen krebserregenden Stoffen als eine Zigarette. Deswegen gilt die Grundregel, Schwarzes besser großzügig abschneiden. Rote Würste und Gepökeltes sollten am besten gleich garnicht auf den Grill, denn in Kassler, Wienerle oder ähnlichem Grillgut kann durch die Hitze aus dem enthaltenen Nitrat giftiges Nitrit entstehen.
Auch gut gemeinte glänzende Glasuren aus Butter oder Marinaden mit Maiskeimöl werden unter der Einwirkung des Feuers oft eher gesundheitsschädlich. Profigriller verwenden deswegen zum Einlegen und Einpinseln nur hocherhitzbare Öle wie Erdnuss- oder Traubenkernöl für ein möglichst gesundes Grillvergnügen. Fast so gut geeignet und oft günstiger sind in der Regel aber auch alle Öle, die zum Anbraten empfohlen werden. Und die gibt es praktisch in jedem Discounter und nicht nur im Feinkostladen.
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