Wer einen Brief oder ein Paket von A nach B schickt, verursacht Kohlendioxid-Emissionen: Die Sendung muss auf dem Land- oder Luftweg transportiert werden; dabei entstehen fast zwangsläufig Luftschadstoffe. Doch es gibt Angebote, mit denen man seine persönliche CO2-Bilanz beim Versand von Briefen, Päckchen und Paketen aufpolieren kann – zu überschaubaren Kosten.
Während sich die Anbieter beim
Emissionsausgleich in Sachen Urlaubs- und Businessflüge regelrecht tummeln, sind die Angebote beim Brief- und Paketversand zumindest für Privatkunden derzeit noch spärlich. Immerhin: Es gibt sie.
Vorreiter ist die Deutsche Post. Deren „GoGreen“-Paketversand ist Bestandteil des
„GoGreen“-Konzernprogramms, mit dem man die Kohlendioxid-Emissionen von Deutscher Post und DHL bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent reduzieren will. Erfreuliche Neuerung: Musste der Privatversender früher die Leistung des CO2-neutralen Versandes zusätzlich zum eigentlichen Paketversand hinzukaufen und extra bezahlen, ist seit 1. Juli 2011 für alle Privatkunden der CO2-neutrale Versand innerhalb Deutschlands bereits im Päckchen- oder Paketpreis enthalten. Im EU-weiten Versand hat sich nichts geändert: Dort kostet der „GoGreen“-Service 20 Cent zusätzlich, im weltweiten Versand 70 Cent.
Die Kohlendioxid-Emissionen, die durch den Versand entstehen, werden durch Investitionen in den Umweltschutz ausgeglichen. DHL gibt an, dass der „GoGreen“-Aufpreis komplett in interne und externe Klimaschutzprojekte einfließt, die „nach international anerkannten Standards zertifiziert sind“. Diese sparen das beim Transport der Sendungen entstandene CO2 anderswo wieder ein, indem sie auf erneuerbare Energien statt auf die Verbrennung fossiler Rohstoffe setzen. Die Post erwirbt dafür Emissionszertifikate eines Wasserkraftwerks in Brasilien, zweier Windparks in China sowie eines Biomasse-Kraftwerks in Indien.
Alternative für Päckchen
Eine Alternative ist das "Pluspäckchen GoGreen": Die Kombination aus Recycling-Verpackung und Porto für CO2-neutralen Versand bis 20 Kilogramm deutschlandweit kostet 5,99 Euro. Zum Vergleich: Ein normales Päckchen, das maximal zwei Kilo wiegen darf, schlägt mit 3,90 Euro (Online-Frankierung) zu Buche – den Verpackungskarton muss man in diesem Fall selbst stellen. Bei Post-Konkurrenten wie Hermes oder DPD sucht man solche Angebote derzeit noch vergebens. Geschäftskunden haben hingegen unter anderem bei
TNT Post die Möglichkeit, ihre Sendungen klimaneutral auf die Reise zu schicken.
Weit weniger bekannt sein dürfte, dass man auch Briefe klimaneutral versenden kann – zumindest die „Plusbriefe“ der Post, eine Kombination aus Umschlag und Briefmarke, die den „GoGreen“-Versand beinhaltet und im Zehnerpack 6,50 Euro kostet. Ein einzelner Brief kostet demzufolge 65 Cent – zehn Cent mehr als das reine Porto, dafür sind Umschlag und Klima-Zuschlag schon enthalten. Eine andere Möglichkeit, seine persönliche CO2-Bilanz aufzupolieren, sind „GoGreen“-Aufkleber, mit denen man Briefe ebenfalls CO2-neutral versenden kann. 36 Stück sind für 1,80 Euro zu haben. Das bedeutet umgerechnet: Für 5 Cent Aufpreis reist ein Standardbrief innerhalb Deutschlands klimafreundlich.