
Mindesthaltbarkeit
Was man noch essen kann
Supermarkt
So meiden Sie Fallen
Ein Problem sieht der Ernährungsberater auch in der Geheimniskrämerei der staatlichen Lebensmittelüberwachung. Es wird zwar kontrolliert - wer die schwarzen Schafe in der Statistik sind, erfährt die Öffentlichkeit aber nicht. „Ross und Reiter müssen genannt werden“, fordert Valet deshalb. Um einen Eindruck davon zu vermitteln, wo sich Kunstkäse verbirgt, hat die Verbraucherzentrale die Ergebnisse eines eigenen Marktchecks im Internet veröffentlicht. Obwohl die Liste mit gerade einmal sechs Produkten nicht besorgniserregend lang war, war die Empörung groß. Mittlerweile sind zwei der angeprangerten Produkte von der Liste verschwunden, unter anderem die Pizzazungen von Ditsch. Der Brezel-Großbäcker hat schnell reagiert und wirbt nun offensiv damit, nur echten Käse zu verwenden.
Wo sich das Imitat versteckt
Die Gefahr, dass man im Supermarkt versehentlich zum Imitat greift, ist relativ gering. Aufpassen sollte man aber bei überbackenen Fertigprodukten und geriebenen Mischungen. Bei Metro und Real fanden die Verbraucherschützer im Kühlregal neben dem richtigen Käse Packungen mit der Aufschrift „Pizza-Mix“. Bei Metro enthält der immerhin noch 50 Prozent Käse, das Real-Produkt ist völlig käsefrei. Angesichts der allgemeinen Ablehnung ist es fraglich, ob sich Käseimitate im Einzelhandel durchsetzen können. In der Gastronomie und im Convenience-Bereich spricht allerdings einiges für eine erfolgreiche Verbreitung: Kunstkäse braucht weder kostspielige Rohstoffe noch lange Reifung und ist deshalb billig herzustellen. Außerdem kann er bei größerer Hitze gebacken werden – das beschleunigt die Fertigung.
Hoffnung für Allergiker?
Und letztlich können auch manche Verbraucher dem Kunstprodukt etwas Positives abgewinnen. So kann das Imitat für Menschen mit Laktoseunverträglichkeit interessant sein – natürlich nur, wenn es keinen Milchzucker enthält. Die meisten Allergiker können aber auch gut gereiften echten Käse essen. Der liefert dann auch Vitamine, Calcium und Kalium. Wenig Hoffnung gibt es für jene, die kein Milcheiweiß vertragen. Das tierische Eiweiß ist in der Regel auch im Analogkäse enthalten. Deshalb dürften auch Veganer, die sämtliche tierischen Produkte meiden, mit den derzeit angebotenen Produkten nicht glücklich werden. Wenn die Hersteller neue Zielgruppen erschließen wollen, müssen sie also die Rezepturen ändern.