„Preis-Knaller“, „Super-Sonderangebote“ und „Knüller-Preise“: Wenn Discounter ihre Aktionsware vollmundig anpreisen, sind die Erwartungen hoch. Doch wer auf echte Schnäppchen hofft, wird meist enttäuscht. Denn die sind Mangelware.
Das ist zumindest die Erfahrung der Stiftung Warentest, die seit sechs Jahren in Schnelltests Aktions-Angebote von Aldi, Lidl, Penny & Co. unter die Lupe nimmt.
Ernüchterndes Fazit nach fast 400 Aktionsware-Tests: Etwa jeder dritte Kauf erwies sich als Flop. Die Tester: „Die Qualität war so schlecht, dass darüber auch ein einigermaßen niedriger Preis nicht hinwegtrösten konnte.“ Mitunter stellte sich die angebliche Qualität zum Niedrigpreis sogar als mangelhaft heraus. Aktuelles Beispiel: die Kettensäge Comet CKS 2000, die
Penny für nicht mal 80 Euro im Angebot hatte. Nachdem das Gerät in der Sicherheitsprüfung der Tester versagte, rief Penny die Kettensäge zurück.
Meist kein Preisvorteil
Ein Großteil der angebotenen Ware war ähnlich billig oder teuer wie vergleichbare Markenware; die Testergebnisse waren dementsprechend oft im Mittelfeld zu finden. Gute Qualität zum Niedrigpreis landete nur relativ selten im Einkaufswagen – bei lediglich knapp einem Drittel der Käufe. Am ehesten erfüllten sich die Hoffnungen der Schnäppchenjäger noch bei
Aldi. Dort waren 42 Prozent der geprüften Produkte Schnäppchen, 14 Prozent Fehlkäufe. Auch bei
Lidl war die Chance auf ein günstiges Angebot größer als das Risiko eines Fehlkaufs. Auf den Plätzen dahinter:
Plus,
Penny,
Norma,
Real und
Tchibo – dort waren die Anteile der Fehlkäufe überall viel größer als die der Schnäppchen, so die Stiftung Warentest.
Tipps für Schnäppchenjäger:
- Angebote im Voraus in Ruhe studieren (Internet, Werbezettel);
- Vergleichen, ob die angekündigte Ware wirklich günstiger ist als vergleichbare Angebote;
- Wecker stellen und früh aufstehen – attraktive Angebote sind meist schon nach kurzer Zeit ausverkauft;
- Kassenbon aufheben – dann kann man die Ware bei manchen Discountern innerhalb einer bestimmten Frist umtauschen