„Preis-Knaller“, „Super-Sonderangebote“ und „Knüller-Preise“: Wenn Discounter ihre Aktionsware vollmundig anpreisen, sind die Erwartungen hoch. Doch wer auf echte Schnäppchen hofft, wird meist enttäuscht. Denn die sind relativ selten.
Das ist zumindest die Erfahrung der
Stiftung Warentest, die bereits seit Ende 2002 in Schnelltests Aktions-Angebote von Aldi, Lidl, Penny & Co. unter die Lupe nimmt. Nach 45 Tests im Jahr 2011 zogen die Tester ein zwiespältiges Fazit für den Zeitraum zwischen September 2010 und August 2011. Das Fehlkaufrisiko und die Chance auf ein Schnäppchen hielten sich in etwa die Waage – 15 Produkte konnten die Tester empfehlen, von 14 rieten sie ab. Und 16 waren nur Mittelmaß. Dabei gilt den Testern schlechte Qualität als Fehlkauf, gute oder akzeptable Qualität zum Niedrigpreis als Schnäppchen. In 33 Prozent der Fälle erwies sich die Aktionsware als Schnäppchen, in 31 Prozent der Fälle als Flop.
Mitunter stellt sich die angebliche Qualität zum Niedrigpreis sogar als mangelhaft heraus. Aktuelles Beispiel: schadstoffbelastete Kinder-Gummistiefel, die Aldi (Nord) im Programm hatte. Sie kosteten zwar nur fünf Euro, aber selbst ein Prüfsiegel bot in diesem Fall keine Garantie für Qualität. In den vergangenen Jahren hatten die Warentester unter anderem ein Kinder-Laufrad zum "größten Fehlkauf" des Jahres im Rahmen der Aktionsware-Tests erklärt: Das Holz-Kinderlaufrad "Flott", das der Discounter Penny im Sommer im Angebot hatte, hätte gar nicht verkauft werden dürfen – es hatte laut Stiftung Warentest "deutlich zu viele Schadstoffe in den Griffen, Klemmgefahr für die Finger und eine zu niedrige Sitzposition für Dreijährige".
Häufig kein Preisvorteil
Schon vor einem Jahr hatten die Warentester ein Fazit ihrer Schnelltests gezogen. Damals kamen sie zu dem Schluss, dass ein Großteil der angebotenen Ware ähnlich billig oder teuer wie vergleichbare Markenware war; die Testergebnisse waren dementsprechend oft im Mittelfeld zu finden. Auch die Auswertung der Tests vom vergangenen Jahr belegen: 36 Prozent der getesteten Produkte sind lediglich Mittelmaß.
Am ehesten erfüllten sich die Hoffnungen der Schnäppchenjäger in den vergangenen Jahren noch bei Aldi und Lidl. Beide boten mit knapp 40 Prozent empfehlenswerten Produkten noch am ehesten Schnäppchen an, weit häufiger als die Konkurrenz (Norma: 15 Prozent, Penny: 13 Prozent).
Tipps für Schnäppchenjäger:
- Angebote im Voraus in Ruhe studieren (Internet, Werbezettel)
- Vergleichen, ob die angekündigte Ware wirklich günstiger ist als vergleichbare Angebote;
- Wecker stellen und früh aufstehen – attraktive Angebote sind meist schon nach kurzer Zeit ausverkauft;
- Kassenbon aufheben – dann kann man die Ware bei den Discountern innerhalb einer bestimmten Frist umtauschen