Thunderbird
Kostenlose Outlook-Alternative
13.09.2011
Von Alexander Sedlak
Das kostenlose E-Mailprogramm Mozilla Thunderbird ist schon lange kein Geheimtipp mehr und hat eine beständig wachsende Fangemeinde. Mit der aktuellen Programmversion 6.x.x wurden nun erneut Funktionen realisiert, die man beispielsweise beim kostspieligen Microsoft Outlook wohl auch in Zukunft vergeblich suchen wird. Zudem wurde erneut die Sicherheit des Programms verbessert.
Jedes Kind weiß, dass man Äpfel mit Birnen nicht vergleichen kann. Ein bisschen ist es auch hier so, denn das mächtige Programm Outlook aus dem Hause Microsoft (Preis für die Standardversion: knapp 150 Euro) kann viel mehr, als nur E-Mails versenden und empfangen. Es bietet umfangreiche Kalenderfunktionen und Möglichkeiten der Aufgaben- und Terminverwaltung. Insofern ist der Vergleich zwischen Thunderbird und Outlook nicht ganz fair, doch hinsichtlich der E-Mail-Funktionalität braucht sich Thunderbird vor dem großen Bruder aus den USA nicht zu verstecken. Eigentlich wäre eher der Vergleich zwischen Thunderbird und den kostenlosen Microsoft-Produkten Outlook Express bzw. Windows Mail angebracht, aber hier zeigt sich die Überlegenheit von Thunderbird in Sachen E-Mail noch deutlicher.
Konten einrichten
Wer schon einmal ein E-Mail-Konto eingerichtet hat, weiß, dass es gar nicht so leicht ist, die benötigten Daten wie zum Beispiel Mailserverbezeichnungen heraus zu finden. Das Problem stellt sich beim Thunderbird gar nicht, das Programm sucht sich diese Informationen selbsttätig zusammen, trägt diese in die entsprechenden Masken ein und unterstützt auf diese Weise auch den weniger erfahrenen PC-Nutzer. Fehlanzeige bei den anderen Programmen, hier muss alles einzeln und enstprechend umständlich ausgefüllt werden.
Sicherheit
Auch durch den Umstand bedingt, dass Thunderbird nicht aus dem Hause Microsoft stammt, ist dieses Programm bei weitem nicht so stark Angriffen aus dem Internet ausgesetzt. Ob die Technologie an sich tatsächlich sicherer ist, als die von Microsoft, kann dahingestellt bleiben. Es hat sich jedenfalls erwiesen, in der neuen Version noch verstärkt, dass Sicherheitslücken bei Thunderbird kaum bekannt sind und auch wenig Probleme machen. Gleichwohl werden die Thunderbird-Sicherheitsstandards ständig weiterentwickelt.
Nutzerfreundlichkeit
Thunderbird basiert auf einer ähnlichen Basis-Technologie wie der beliebte Internetbrowser Mozilla Firefox und bietet beispielsweise auch die Tab-Technologie, die mittlerweile von allen populären Webbrowsern unterstützt wird, bei den E-Mailprogrammen aber noch die große Ausnahme darstellt. Das heißt, geöffnete E-Mails müssen nicht als separate Fenster angezeigt werden, sondern werden als Tabs (auch Reiter genannt) innerhalb eines einzigen Programmfensters dargestellt.
Thunderbird kann auch mit Add-Ons auf einfache Weise an die eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Gewohnheiten angepasst werden. Beispielsweise können mit Add-Ons Mails verschlüsselt und für andere unlesbar gemacht werden, oder es können beispielsweise Adresslisten aus anderen Programmen mithilfe eines Add-On in Thunderbird importiert werden. Nicht zuletzt bieten Add-Ons die Möglichkeit, ganz einfach das Aussehen des Programms anzupassen.
Weiterer großer Pluspunkt ist ein guter Spamfilter, der mit der Zeit der Programmnutzung ständig "dazulernt" und schon nach kurzer Zeit eingehende Spam-Mails zuverlässig erkennt und in einen gesonderten Ordner verschiebt.
Und wer mal eine ältere Mail sucht, oder einen bestimmten Eintrag im Adressbuch, der kann beispielsweise mit dem neuen "Schnellfilter" ganz gezielt die benötigten Informationen suchen und auch finden. Die globale Suchleiste bietet die Möglichkeit, gesuchte Objekte schon vorab anhand von Zeit- und Themenfiltern zu sortieren. Zudem ist die Suche über alle Mailkonten und vorhandenen Ordner möglich, was bei allen anderen Programmen von Microsoft schlicht nicht möglich ist.