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PC Tuning

Was hilft und was nicht

15.11.2010
Von Alexander Sedlak
Immer wieder liest man von einfachen Tricks oder Programmen, mit denen ein PC an Geschwindigkeit gewinnen soll. Meist steckt nicht viel dahinter, aber einige Methoden können wirklich zum Erfolg führen.
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Was hilft und was nicht

Ganz klar, wer seinen PC pflegt, hat lange Zeit Freude daran. Da kommen die zahlreichen Empfehlungen gerade recht. Die sind meist recht einfach gehalten und verfügen auch nur über eine einzige Funktion, die häufig einen Eingriff in die Registrierungsdatenbank des PC beinhaltet. Aber hinterher ist man dann nicht so recht sicher, ob der Systemstart, der Programmstart oder der Aufbau einer Seite tatsächlich irgendwie schneller ging, oder ob man es sich nur eingebildet hat.
Macht man sich die Mühe, vorher und hinterher mit der Stoppuhr einige Zeiten zu messen, wird man in den meisten Fällen eher enttäuscht sein. Wenn überhaupt, sind die Zuwächse an Geschwindigkeit sehr gering.

Weitgehend nutzlose Maßnahmen
 
  • Registry defragmentieren:
    Die Registrierungsdatenbank (Registry) enthält wichtige Informationen für den Betrieb von Software auf dem PC. Besonders nach Deinstallationen können mitunter große Lücken in der Datenbank entstehen. Diese stehen im Ruf, den PC zu bremsen, deren Entfernung ist aber ein sehr komplexer Vorgang. Leider auch kein sehr lohnender, denn auch sehr große Lücken wirken sich allenfalls auf den Systemstart aus und führen auch im schlimmsten Fall nur zu Verzögerungen von 1 – 2 Sekunden. Die Defragmentierung der Registry hält also nicht, was sie verspricht. Sie ist bestenfalls Teil eines umfassenden Optimierungsprozesses.
     
  • Registry aufräumen:
    Ganz ähnlich verhält es sich mit den zahlreichen kleinen Tools, die wieder Ordnung in die Datenbank bringen sollen und die ungültige Einträge entfernen oder reparieren. Nennenswerte Geschwindigkeitsvorteile sind auch hier nicht zu erwarten, zumal sich diese automatischen „Aufräumprozesse“ auf Vorgänge beschränken, die für Geschwindigkeitsprobleme nicht verantwortlich sind. Solcherlei Maßnahmen können nur dann etwas bewirken, wenn die Datenbank manuell und mit großem Sachverstand Schritt für Schritt durchgesehen wird, und bei der Gelegenheit ungültige Einträge entfernt oder repariert werden. Dazu sind aber nur echte Spezialisten in der Lage.
     
  • Datenübertragsprotokolle optimieren:
    Die Datenübertragungsprotokolle werden für die Kommunikation mit anderen Rechnern benötigt, sie sind wichtig für den Zugang zum Internet und das Herunterladen von Dateien. Die Optimierung dieser „TCP/IP“ genannten Einstellungen bringt in der Regel keinerlei Vorteile. Ein Teil der Protokolleinstellungen stehen in der bereits genannten Registry, leider wird auch die Optimierung dieser Stellschrauben zu keinen spürbaren Verbesserungen führen.
     
  • Speicherverwaltung optimieren:
    Ebenfalls über die Registry wird die Verwaltung des internen Speichersystems geregelt. Gewisse Einstellungen in der Registry, die direkt oder mittels einer Software angepasst werden können, preisen vielversprechende Verbesserungen in punkto Arbeitsgeschwindigkeit an. Doch diese werden in der Regel nicht gehalten, der zeitliche Aufwand beim Tüfteln und Experimentieren ist aber enorm.
Hilfreiche Maßnahmen
  • Maßnahmen kombinieren:
    Generell kann man sagen, dass Kombinationen von Maßnahmen wirksamer sind, als einzelne Optimierungsversuche. Das gilt auch für die oben genannten "Weitgehend nutzlosen Maßnahmen" – zusammen angewandt können diese schon etwas bewirken. Aber Wunder sollte man nicht erwarten.
     
  • Dateisystem defragmentieren:
    Von allen möglichen Optimierungsmöglichkeiten, die bislang genannt wurden, kann die Defragmentierung am ehesten Erfolge zeitigen, es ist aber wichtig, das richtige Werkzeug für die Defragmentierung zu verwenden, siehe dazu auch unseren Artikel. Das mit Windows XP gelieferte Defragmentierungsprogramm jedenfalls ist weitgehend wirkungslos, das bei Vista und Windows 7 funktioniert hingegen recht gut. Ein gutes und kostenloses Programm, das auch unter XP recht erfolgreich arbeitet, ist HDiskDefrag.
     
  • Betriebssystem und Anwendersoftware neu installieren:
    Um einen PC, der im Lauf der Zeit träge und langsam geworden ist, wieder in Schwung zu bringen, verspricht im Grunde nur eine umfangreiche Maßnahme den gewünschten Erfolg: Alle Dateien, Treiber und Einstellungen, die benötigt werden, auf einen externen Datenträger sichern und dann sowohl das Betriebssystem als auch alle erforderlichen Anwendungsprogramme neu installieren. Danach können die Daten zurückgesichert, Treiber nachinstalliert und Einstellungen wieder hergestellt werden.
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