Wer mit der Digitalkamera Bilder macht, kennt die Angst: Die auf der Festplatte oder CD gespeicherten Fotos können plötzlich nicht mehr gelesen werden. Wir sagen Ihnen, wie Sie für so einen Fall vorsorgen können und wie viel Sie das kostet.
Grundsätzlich gilt: je öfter, desto sicherer. Sie sollten Ihre Daten nicht nur einmal, sondern mehrfach sichern – und dies möglichst auf unterschiedlichen Systemen. Das können Rohlinge verschiedener Hersteller sein, auf die man die Daten brennt, aber auch unterschiedliche Medien-Typen (z. B. einmal DVD-R und einmal DVD+R oder einmal CD und einmal Festplatte). Mit einer solchen Speicherkombination lässt sich das Risiko eines Datenverlustes minimieren.
Die Speicher-Möglichkeiten – und was sie kosten
1. Speicherkarten: Zwar denkt kaum jemand daran, seine Bilder so zu speichern, aber digitale Fotos sind auf Speicherkarten prinzipiell gut aufgehoben. Die kleinen Chips sind robuster, als es den Anschein hat: Mit Magnetfeldern und Temperaturschwankungen kommen sie vergleichsweise gut klar, und inzwischen sind die Flash-Speicherchips auch erschwinglich.
Preis für ein Gigabyte: ab ca. 1,50 Euro (bezogen auf Marken-SD-Karte mit acht Gigabyte)
2. USB-Stifte: Für sie gilt im Prinzip das Gleiche wie für Speicherkarten: Der Flash-Speicher ist sehr robust und kaum kaputtzukriegen. Problematisch ist eher die Lagerung: Wenn man den Stift in der Hosentasche mit sich herumträgt, ist das Risiko höher, ihn zu beschädigen. Die Lebensdauer gibt das
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit vermutlich etwa bis zu zehn Jahren an.
Preis für 1 Gigabyte: ab ca. 1,50 Euro (bezogen auf einen 8-Gigabyte-Marken-Speicherstick)
3. CDs/DVDs: Für eine preiswertere Form der Datensicherung bieten sich beschreibbare CDs und DVDs an. Die Schätzungen zur Dauerhaltbarkeit reichen laut BSI von etwa zehn bis zu 100 Jahren bei CD-ROMs, während bei DVDs eine Lebensdauer von bis zu 100 Jahren angenommen wird. Das Problem: Die Datenträger gibt es noch nicht lange genug, um sichere Aussagen zur Haltbarkeit zu treffen. Die Hersteller können nur in vergleichsweise kurzen Tests eine Langzeitbelastung simulieren.
Wer seine auf CD oder DVD gespeicherten Daten alle drei bis fünf Jahre umkopiert, ist auf der sicheren Seite. Außerdem empfiehlt es sich, auf Markenrohlinge statt auf No-Name-Ware zu setzen. Die Rohlinge gehören genauso wie die beschriebenen Silberscheiben nicht in die pralle Sonne, sondern an einen trockenen, dunklen Ort, der keinen extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist.
Preis für 1 Gigabyte: ab ca. 4,5 Cent (beschreibbare DVD, bezogen auf eine 100er-Spindel Markenrohlinge)
4. Festplatte: Externe Festplatten, die per USB-Kabel an den Rechner angeschlossen werden, erleben derzeit einen Boom. Auf ihnen lassen sich große Datenmengen bequem speichern, aber um ihre Dauerhaltbarkeit ist es schlecht bestellt. Laut Experten haben Festplatten maximal vier bis fünf Jahre Lebenserwartung, wenn sie regelmäßig verwendet werden.
Gleich zu Beginn ihres Daseins ist zudem die Ausfallwahrscheinlichkeit relativ groß, ehe sie absinkt und gegen Ende des Festplatten-Lebens wieder ansteigt. Deswegen sollte man eine neue Festplatte einige Wochen in Betrieb haben, ehe man ihr die wichtigen Daten anvertraut. Außerdem gilt: Zwei Festplatten sind besser als eine, und drei sind besser als zwei. Wer seine Daten diese Woche auf die erste Platte speichert, nächste Woche auf die zweite und übernächste Woche auf die dritte, ehe er in der darauf folgenden Woche wieder mit der ersten Platte beginnt, steigert die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass die Daten nicht verloren gehen.
Preis für ein Gigabyte: ab ca. 5 Cent (bezogen auf eine externe USB-Festplatte mit einem Terabyte Kapazität)
5. SSD (Solid State Drive): Diese vergleichsweise neue Art der Festplatte kommt ohne (empfindliche und störanfällige) bewegliche Bauteile aus. Es handelt sich bei den SSDs um Flash-Speicher im Großformat, der im Prinzip alle Vorteile von Flash-Speicherkarten in sich vereint: robust, leise, sparsam beim Energieverbrauch. Doch da SSDs noch nicht lange auf dem Markt sind, ist der Preis entsprechend hoch, und für Hobbyfotografen sind – wenn überhaupt – nur SSDs mit eher kleinen Kapazitäten bezahlbar.
Preis für ein Gigabyte: ab ca. 2 Euro (bezogen auf eine SSD mit 80 Gigabyte Kapazität)