Das kostenlose Datei-Verschlüsselungsprogramm Truecrypt ist in der verbesserten und erweiterten Version 7 erschienen. Es verschlüsselt alle Arten von Daten mit den modernsten und sichersten Verfahren. Bislang ist nicht bekannt, dass es gelungen wäre, Truecrypt-Dateien zu knacken.
Die Grundfunktion ist ähnlich wie bisher: Mit
Truecrypt wird eine leere Datei erstellt, der sogenannte Container. Dieser kann an einer beliebigen Stelle platziert werden, bekommt eine Dateigröße und einen beliebigen Namen zugewiesen, zuletzt wird ein bis zu 64 Zeichen langes Passwort zugewiesen.
Container-Datei als zusätzliches Laufwerk
Die Container-Datei kann als zusätzliches Laufwerk eingebunden (gemountet) werden. Sie steht dann wie eine weitere Festplatte mit eigenem Laufwerksbuchstaben über den Windows Explorer zur Verfügung. Jetzt können Dateien hineingespeichert werden. Dieses virtuelle Laufwerk kann so viele Daten aufnehmen, bis die bei der Erstellung des Containers festgelegte Dateigröße erreicht ist. Anschließend wird das virtuelle Laufwerk abgemeldet, es steht dann erst wieder nach erneutem Anmelden zur Verfügung.
Um die Sicherheit der auf diese Weise eingelagerten Datei noch weiter zu erhöhen, kann die Zugangsberechtigung über das Passwort um sogenannte Schlüsseldateien „Keyfiles“ erweitert werden. Dies können beliebige Dateien sein, beispielsweise Programmdaten, Digitalfotos oder Office-Dateien. Nur derjenige kann das virtuelle Laufwerk einbinden, der die richtigen Dateien kennt und korrekt angeben kann.
Nicht nur verschlüsseln sondern auch verstecken
Truecrypt ist in der neuen Version in der Lage, Dateien nicht nur zu verschlüsseln, sondern auch ganz zu verstecken. Dazu muss innerhalb des Containers eine weitere Datei mit separater Verschlüsselung und Passwort erstellt werden. Die Datei bleibt ohne dieses spezielle Passwort für immer unsichtbar, auch wenn der Container korrekt geöffnet werden konnte.
Mit versteckten Dateien ist es aber nicht getan, mit dem neuen Truecrypt kann sogar das gesamte Betriebssystem versteckt werden. Vordergründig läuft dann eine Art Ersatzbetriebssystem, die eigentliche Arbeit macht aber nach wie vor das „echte“ Betriebssystem. Diese Möglichkeiten, Dateien und sogar das ganze Betriebssystem zu verstecken, ist im Umfeld der Verschlüsselungstools einzigartig.
Intuitiv bedienbar
Um Truecrypt auf Deutsch zu erhalten, muss man bei den Einstellungen auf „Sprache“ gehen und eventuell das Sprachpaket für Deutsch nachladen. Anschließend sind die Hinweise in der Datei Readme.txt zu beachten. Die wirklich lehrreiche und umfangreiche
Online-Hilfe gibt es weiterhin nur auf Englisch. Es ist aber zu empfehlen, sich hier ein wenig durchzukämpfen, man wird schnell merken, dass Truecrypt im Grunde recht intuitiv bedienbar ist, wenn man das Grundprinzip verstanden hat.
Ein weiterer Pluspunkt der neuen Programmversion ist die Tatsache, dass Truecrypt nun auch mit den vor allem bei Notebooks beliebten Mehrfach-Prozessoren arbeitet und die Vorteile dieser Technik hinsichtlich der Geschwindigkeit nutzt. Zudem werden außer Windows auch die Betriebssysteme MAC OS X und Linux (Open SUSE und Ubuntu) unterstützt.