Wohnen
Geniale Grünpflanzen
28.06.2011
Von Florian Junker
Klimaanlage, Luftwäscher und Co.: Das alles können Sie sich getrost sparen. Investieren Sie lieber ein paar Euro in die richtigen Topfpflanzen. Geldsparen verrät, welche grünen Mitbewohner ganz besondere Talente drauf haben.
Manche Grünpflanze kann mehr als nur hübsch aussehen. Wer auf die richtigen Pflanzen als Mitbewohner setzt, bekommt ein angenehmeres Raumklima mit weniger Staub und Schadstoffen in der Luft. Hier die genialsten Ideen für grüne Wohngemeinschaften:
Lüften ist gut...
Er ist nicht nur lebensnotwendig, sondern sorgt auch für eine gute Konzentration, ein hellwaches Körpergefühl und ein optimales Wohlbefinden: der Sauerstoff. Damit er reichlich in der Zimmerluft vorhanden ist, sollte über den Tag verteilt drei bis vier Mal stoßgelüftet (Fenster und Balkontüren ca. zehn Minuten öffnen) oder quergelüftet (gegenüber liegende Fenster und Co. mindestens fünf Minuten aufmachen) werden. Das Problem: Liegt das Schlafzimmerfenster zur Straße und bleibt aus Lärmfründen zu, fällt in der Nacht das Lüften für Stunden aus, schlummernde Menschen verbrauchen dabei reichlich O2 (Sauerstoff) und atmen dabei ständig CO2 (Kohlendioxid) aus.
Gerade im Schlafzimmer können geniale Grünpflanzen da zum hilfreichen Sauerstoffspender werden. Echte Aloe oder Bogenhanf liefern das notwendige Plus. Der Weihnachtskaktus oder die Homalomena filtern das ausgeatmete Kohlendioxid aus der Luft. Bei aller Begeisterung für die Sauerstoff-Sammler sollte man auf in Erde Gepflanztes dabei aber nach Möglichkeit verzichten! Denn in Erdtöpfen wachsen nicht nur Grünpflanzen gerne, sondern auch Schimmelpilze, die das gesunde Raumklima wiederum stören könnten. Besser auf Pflanzen in Tonkulturen zurück greifen – sie spenden gute Luft und keine fiesen Sporen.
... zusätzlich entgiften ist besser
„Pflanzen können in geringem Ausmaß Schadstoffe wie Methan, Formaldehyd oder Benzol abbauen“, weiß Zimmerpflanzen-Expertin Manuela Lanzinger. Damit die Entgifter dann aber auch wirklich fleißig ihren Dienst tun (und Sie damit nicht zu viel Arbeit haben), sollte man allgemein bewusst auf robuste, eher pflegeleichte Kandidaten setzen, etwa Baumfreund (Philodendron) oder die Birkenfeige, besser bekannt als Ficus benjamini.
Sie haben frisch renoviert, wollen aber das Fenster nicht rund um die Uhr offen stehen lassen? Dann holen Sie sich doch Unterstützung aus dem Gartencenter. In vielen Wandfarben oder Möbellacken stecken gesundheitsschädliche oder zumindest -bedenkliche Lösungsmittel. Hier können die toughen Töpfe helfen – und das manchmal gleich gegen ein paar Gifte auf einmal! Allroundtalente Chrysanthemen sind nicht nur blühende Farbtupfer, sie filtern auch sowohl Ammoniak (z.B. Tabakrauch), Benzol (u.a. von Druckern und Zigarettenqualm) sowie Formaldehyd (Weichmacher und Klebstoffbestandteil) aus der Luft. Alleskönner Drachenbaum und Einblatt machen gleich mehreren Giften den Garaus und helfen u.a. gegen Trichloräthylen (z.B. in Polstermöbeln), Xylol (Lösungsmittel) oder ebenfalls Formaldehyd. Der wahrscheinlich treueste, pflegeleichteste und dabei immergrüne Giftschlucker ist Efeu: Das schlängelnde Blattwerk filtert verschiedene Gifte aus der Luft. In nur einem Tag kann die Rankpflanze z.B. über 90 Prozent des in der Luft vorhandenen Formaldehyds aus der Zimmerluft holen.
Egal, für welchen Schadstoff-Schlucker Sie sich entscheiden, es gilt immer: bitte klotzen, nicht kleckern. Bei einer durchschnittlichen Zimmergröße von 20 Quadratmeter sollten es schon drei große Töpfe von einer Sorte sein, damit die Pflanzen ihre Wirkung entfalten können und Sie den genialen grünen Effekt genießen.
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