
Das Grundrezept
Ob selbstgemacht oder gekauft: Farben sind immer gleich zusammengesetzt, aus den Grundzutaten Farbpigmenten, Bindemittel und Lösungsmittel. Das Bindemittel sorgt dafür, dass sich die Pigmente mit der Wandoberfläche verbünden und so ein haltbares Ergebnis entsteht. Das Lösungsmittel hält Bindemittel und Pigmente im Farbeimer flüssig und streichfähig. Kommt die Paste an die Wand oder aufs Möbelstück verdunstet das Lösungsmittel, die Farbe beginnt zu trocknen. Die besten Rezepte, für je 40 Quadratmeter:
Die Leim-Farbe
Sie brauchen: Tapetenkleister als Bindemittel (ca. fünf Euro pro Packung), Champagnerkreide (zehn Kilo ca. 14 Euro im Bastelladen), Wasser als Lösungsmittel und Farbpigmente nach Wunsch.
So wird’s gemacht: Setzen Sie den Tapetenkleister mit Wasser an (siehe Beschreibung auf der Packung) und rühren Sie die Kreide unter. Pigmente einrieseln lassen und untermengen.
Die Vorteile: Allergiker können sich doppelt freuen, denn Leimfarbe besteht nicht nur ausschließlich aus natürlichen Zutaten. Die Champagnerkreide in der Leimfarbe nimmt außerdem gut Feuchtigkeit auf und gibt sie erst nach und nach wieder ab. Ob in Küche oder Bad beugt Leimfarbe daher Schimmelbildung vor. Leimfarbe eignet sich nicht nur als Wandfarbe, sondern auch zum Streichen von Holz.
Extra-Tipp: Tapetenkleister ist wasserlöslich! Leimfarbe daher nur im Innenbereich verwenden.
Kosten: ca. 0,55 Euro/Quadratmeter gestrichene Fläche
Die Bier-Lasur
Sie brauchen: acht bis zehn Flaschen Bier (ca. acht Euro) – die Stammwürze wirkt wie ein Bindemittel, das Wasser im Bier ist das Lösungsmittel. Dazu Pigmente nach Farbwunsch. Tipp: Je dunkler das Bier, desto mehr Stammwürze hat es und umso mehr Farbpigmente kann es binden.
So wird es gemacht: Pigmente in das Bier einrieseln lassen und verrühren – fertig!
Die Vorteile: Bier-Lasur ist blitzschnell hergestellt, funktioniert auch auf Zimmerwänden, aber besonders gut auf Holz.
Extra-Tipp: Veredeln Sie Holz-Tische oder Türen mit der Bier-Lasur. Denn das Bier kann nur wenige Farbpigmente binden, die Lasur bleibt leicht durchsichtig. Da sich die Farbpigmente mit der Zeit absetzen, entsteht eine gewollt ungleichmäßige Farbstruktur, die der natürlichen Holzmaserung ähnelt.
Kosten: ca. 0,28 Euro/Quadratmeter gestrichene Fläche