Rund 30 Millionen Betriebskosten-Abrechnungen werden jedes Jahr verschickt. Für Mieter sind die langen Listen mit Verbrauchszahlen und zugeordneten Kosten oft ein Ärgernis. Jede Zweite ist falsch, unvollständig oder wenig nachvollziehbar. Mieterbund und Verbraucherschützer raten deshalb grundsätzlich: Betriebskosten-Abrechungen immer ganz genau prüfen.
Fast 450.000 Rechtsberatungen haben die Experten des Deutschen Mieterbundes (DMB) zu Betriebskosten 2009 durchgeführt. Das sind eigenen Angaben zu Folge fast 40 Prozent aller Beratungen. Grund für den Sturm auf die Mieterschützer: Die laufenden Kosten für Heizung, Warmwasser, Grundsteuer, Versicherung, Aufzug oder Hausmeister summieren sich beispielsweise bei einer 80 Quadratmeter großen Wohnung auf fast 2.200 Euro pro Jahr. Das ergibt eine Schätzung auf Basis von Betriebskostenspiegeln.
Den hohen und ständig steigenden Kosten für Mieter stehen wiederum Kalkulationen gegenüber, die vielfach unkorrekt oder unvollständig sind. Tatsächlich „ist jede zweite Abrechnung und damit eine unglaubliche Anzahl nicht richtig“, sagt Ulrich Ropertz vom Mieterbund. Streit entbrenne vor allem um die Fragen, welcher Verteilerschlüssel angewendet werde und welche Kosten tatsächlich über die Nebenkostenabrechnung umgelegt werden dürfen, erläutert Ropertz.
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Heizkosten sind 2008 explodiert
Dass Mieter ihren Abrechnungen zunehmend misstrauen, hat vor allem mit erheblichen Steigerungsraten zu tun. So sind die Wohnnebenkosten nach Angaben des Instituts für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen (ifs) zwischen 2003 und 2008 um stolze 32,5 Prozent geklettert. Die Lebenshaltungskosten haben sich im gleichen Zeitraum jedoch nur gut zehn Prozent nach oben bewegt. Insbesondere die Heizkosten sind explodiert: Alleine 2008 ist Öl um rund 30 Prozent, Gas um zehn Prozent teurer geworden. Mieter müssen daher für 2008 kräftig nachzahlen. Die sinkenden Ölpreise für die Heizperiode 2009 werden hingegen erst in diesem Jahr für Entspannung im Portemonnaie sorgen. Energie wird mittelfristig sicher nicht günstiger werden. Angesichts der schwankenden Abrechnungsvolumen müssen sich Wohnungsbesitzer aber auf immer mehr Nachfragen einstellen. Daher tut Aufklärung über die „zweite Miete“ Not.
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