Innendämmung
Schotten dicht
06.04.2010
Von Matthias Kutzscher
Viele Häuser und Wohnungen verlieren deutlich zu viel Wärme durch zugige Fenster und schlecht bis gar nicht gedämmte Dächer und Fassaden. Wenn bei Fassaden von außen nichts zu machen ist oder sich der Eingriff an einem denkmalgeschützten Gebäude verbietet, hilft die Innendämmung weiter. Sie ist preiswert sowie mit Geschick und vorheriger Beratung auch in Eigenregie zu erledigen.

Für eine angenehme Wärme in den heimischen Wohnräumen gilt die Faustregel: Mehr als zehn Liter Heizöl oder zehn Kubikmeter Gas pro Quadratmeter sollten nicht nötig sein. Liegt der Verbrauch darüber, ist die Suche nach Wärmelecks im eigenen Haus oder der Wohnung angesagt.
Vor allem durch schlecht isolierte Außenmauern wird viel Geld in die Luft geblasen. Die Wärmeverluste einer außenliegenden Wand lassen sich mit einer Innendämmung um 50 bis 70 Prozent reduzieren. Eine Innendämmung lässt sich relativ leicht anbringen und kann mit der Erneuerung der Tapeten, des Innenputzes und der Fenster kombiniert werden. Nur selten benutzte Räume können mit einer Innendämmung schnell und ohne großen Energieaufwand auf eine angenehme Temperatur gebracht werden. Ein Plus von vier Grad bei der gleichen Heizungseinstellung wie vor der Sanierung ist durchaus möglich. Vor allem bei einer Wohnungsmodernisierung oder beim Beheben von Feuchtigkeits- oder Schimmelschäden bietet es sich an, von innen zu dämmen. Die Innendämmung ist aber auch eine gute Wahl, wenn nur einzelne Wände, Räume oder Wohneinheiten in einem Mehrfamilienhaus energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden sollen.
Dämmung auf das Mauerwerk abstimmen
Wichtigste Voraussetzung für eine Innendämmung sind intakte Wände, durch die keine Feuchtigkeit eindringt. Die Innendämmung sollte auf das vorhandene Außenmauerwerk abgestimmt werden, um Schimmelpilze und Tauwasser an den Wänden zu vermeiden. Ursache des Schimmels: Durch eine Innendämmung wird die Temperatur des Mauerwerks abgesenkt, weil die Raumwärme von der Mauer abgehalten wird. So kann Feuchtigkeit am kalten Mauerwerk kondensieren.
Um Feuchtigkeitsschäden vorzubeugen, sind bei Innendämm-Maßnahmen die richtige Materialauswahl sowie eine besonders sorgfältige Planung und Ausführung erforderlich. Welches Verfahren der Innendämmung angewendet wird, sollte mit einem Sachverständigen für Mauerwerkssanierung oder einem Architekten kann besprochen werden. Nach Rücksprache mit dem Fachmann kann es durchaus Sinn machen, selbst Hand anzulegen.