Verschiedenste Materialien möglich
Welches Material ist für die Innendämmung das Richtige? Selbst bei den Herstellern von Dämmstoffen herrscht geradezu ein Glaubenskrieg über die richtige Auswahl der Materialien. In Frage kommen grundsätzlich Kalziumsilikat-, Kork- oder Rigipsplatten, so genannte Foasamglasplatten oder Polyurethan-Hartschaumplatten. Darüber hinaus kann mit Mineralwolle, Holzfaser-, Zellulose- und Flachfaserplatten der gewünschte Energieeinspareffekt erzielt werden.
Ein natürlicher Baustoff mit guten wärmeisolierenden Eigenschaften sind Kalziumsilikatplatten. Sie sind unbrennbar und können bis zum dreifachen des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben ohne dabei ihre ursprüngliche Form zu verlieren. Vorteil: Sie nehmen die an der Innenseite der Außenwand entstehende Feuchtigkeit gut auf und leiten sie ins Platteninnere. Kalziumsilikatplatten haben einen relativ niedrigen Diffusionswiderstand, so dass die Feuchtigkeit auch im Raum wieder gut austrocknen kann. So ist eine relativ einfache Innendämmung ohne Einsatz einer so genanten Dampfbremse oder Dampfsperre möglich. Eine Dampfbremse vermeidet Bauschäden, indem sie den Feuchtigkeitstransport durch Wasserdampfdiffusion reduziert. Eine ökologisch sinnvolle und wirksame Innendämmung wird aber auch durch mindestens sechs Zentimeter starke Korkplatten erzielt, die in die Tragekonstruktion einer Trockenbauwand aus Rigipsplatten eingelegt werden kann.
Dämmung aus Altglas eine Alternative
So genanntes Foamglas ist ebenfalls nicht entflammbar, selbst Schwel- und Glimmbrände sind bei dem aus Altglas hergestelltem Material ausgeschlossen. Die Foamglasplatten sind leicht und können problemlos zurechtgeschnitten werden. Wer möchte, kann sie auch verputzen und selbst mit Rigipsplatten verkleiden, ohne dass eine Ständerkonstruktion notwendig ist. Natur pur bei der Innendämmung bieten Holzfaserplatten, die aus Hackschnitzeln aus Kiefern-, Fichten- und Tannenholz bestehen. Weil keine Bindemittel eingesetzt werden, entstehen keine ausdampfenden Gase. Holzfaserdämmplatten haben eine der höchsten Wärmespeicherkapazität unter den Dämmstoffen. Sie eignen durch ihre feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften sehr gut für die Dämmung der Innenwände.
Die angrenzenden Bauteile wie Decken, Bodenanschlüsse, Innenwände, Sturz- und Brüstungsbereiche sollten in die Planung allerdings immer mit einbezogen werden. Wichtig ist die Frage: Wo können Wärmebrücken entstehen zum Beispiel an den Übergängen zu Fenstern, Dächern und in den Kellern. Unter einer Wärmebrücke versteht man jene Bereiche in den Bauteilen eines Gebäudes, durch die die Wärme schneller nach außen transportiert wird, als durch die anderen Bauteile. Wer mit einem Fachbetrieb die Innendämmung durchführen möchte, findet sie in den Innungsbereichen: Hochbaubetriebe, Putzer, Stuckateure und Trockenbauer. Praktische Tipps liefern auch Energieberater. Wer seine Nase lieber in ein Buch steckt, findet im Ratgeber „Häuser richtig dämmen: Leicht gemacht“ von Ulrich E. Stempel (ISBN-10: 3772344240) Rat.
Innendämmung
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