11.03.2010   Startseite   RSS   Inhalt  

Handwerker-Auktionen

Eins, zwei, drei... erledigt!

Einen zuverlässigen, genau arbeitenden und dazu noch günstigen Handwerker zu finden, ist eine Kunst für sich. Viele greifen deshalb lieber selbst zu Hammer und Pinsel, um zu sparen. Der preisliche Unterschied von selbermachen und machen lassen ist aber oft kleiner, als gedacht und zum Teil lassen sich Handwerkosten auch noch steuerlich geltend machen. Damit das Ergebnis stimmt, befragen schlaue Internetbenutzer Handwerkerbörsen. Damit lässt sich nicht nur sparen, sondern auch die Qualität von Malern, Bodenlegern und Co. im Voraus überprüfen.
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405 Euro. 389 Euro. 379 Euro zum Ersten, Zweiten und Dritten. Der Auftrag zum Streichen einer 4-Zimmer Wohnung geht an Herrn „fairstreicher“ und Frau „sandra1978“ kann sich über eine Ersparnis von über 60 Prozent freuen. So laufen Auktionen in Handwerkerbörsen wie zum Beispiel my-hammer.de ab. Dort können verschiedenste Aufträge von Anstreichen bis Zaunreparatur versteigert werden. Den Zuschlag erhält zunächst der Handwerker mit dem billigsten Angebot. Frau „sandra1978“ hatte eine Preisvorstellung von 1.000 Euro für das Tünchen ihrer Wohnung und könnte durch die Auktion 621 Euro sparen. Die durchschnittliche Ersparnis der Kunden schätzt my-hammer.de auf 30 Prozent.


Genauigkeit spart Ärger

Die Onlinebörsen funktionieren ganz einfach: Die Auftraggeber brauchen zum Beispiel bei blauarbeit.de nur den Auftrag zu beschreiben und sich mit einer E-Mail-Adresse zu registrieren. Dann startet die Auktion und interessierte Handwerker geben dafür Angebote ab. Ganz wichtig ist hierbei: Je detaillierter die Beschreibung, was zu tun ist, desto zuverlässiger die Angebote. Denn genaue Absprachen was, wann, wie zu machen ist, ersparen unnötigen Ärger im Nachhinein. Deshalb können die Auftraggeber auch Grundrisse oder Fotos hochladen. So kann sich der Handwerker vorab ein möglichst genaues Bild des Auftrages machen und einen Festpreis anbieten. Dabei sollten die Angebote aber genau verglichen werden. Kunden müssen nicht auf jeden Fall den günstigsten Handwerker nehmen. Eher gilt: Der Preis ist nicht alles. Denn Prüf- und Kundenbewertungssysteme der Börsen geben wertvolle Hinweise, wann es sich um einen Profi oder einen Laien handelt.

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Bei Branchenprimus my-hammer.de etwa tummeln sich rund 200.000 Dienstleister, die im besten Fall sogar Meisterbriefe oder andere Qualifikationen vorlegen können. Auch bei blauarbeit.de und undertool.de überprüfen die Anbieter teilweise ihre Handwerker und lassen sich etwa Gewerbeschein und Personalausweis vorlegen. Das gibt einen gewissen Schutz vor unseriösen Pfuschern. Wer neben ordentlichen Papieren auch Wert auf gute Leistung legt, kann auf die Bewertungen vorheriger Auftraggeber hören. Alle Börsen bieten Bewertungssysteme an und gerade enttäuschte Kunden halten mit ihrer Meinung wohl kaum hinter dem Berg. Ein Handwerker der bisher einen besonders guten Ruf hat, wird sich in der Regel auch bei neuen Aufträgen bemühen, eine möglichst weiße Bewertungsweste zu behalten. So könnte Frau „sandra1978“ auch einen von my-hammer.de überprüften Altgesellenmaler nehmen, der bereits 152 Aufträge ausgeführt hat und zu 99 Prozent positiv bewertet wurde. Allerdings verlangt Maler „horst42“ dafür auch 620 Euro. Immer noch ein gutes Geschäft für „sandra1978“, denn dieses Gebot liegt trotzdem noch fast 40 Prozent unter der ursprünglichen Preisvorstellung.

Zuschuss vom Fiskus

Und der Staat gibt auch noch etwas dazu. Denn wer seine Wohnung renovieren lässt, wird steuerlich unterstützt und das gilt nicht nur für Eigentümer, sondern auch für Mieter. Mit dem jüngst verabschiedeten Konjunkturpaket wurde auch die Absetzbarkeit von Handwerkerkosten verdoppelt. Seit 1.1.2009 können 20 Prozent der Arbeitskosten von maximal 6.000 Euro im Jahr abgesetzt werden. Das heißt über die Einkommenssteuerklärung gibt es jetzt bis zu 1.200 Euro zurück. Bisher gab es maximal 600 Euro vom Fiskus. Tipp zum Nachweis beim Finanzamt: Bei Handwerkerrechnungen Arbeits- und Materialkosten immer getrennt aufstellen lassen. Außerdem nie direkt in bar bezahlen, sondern immer auf das Konto des Malers überweisen.

Aktive Handwerkerbörsen
Internetadresse Größe Besonderheit Kosten
my-hammer.de ca. 200.000 Handwerker, Auswahl nach Bewertung und Qualifikation möglich, teilweise überprüft durch Anbieter Auftrag wird automatisch an den billigsten Anbieter vergeben, eine andere Wahl muss aktiv getroffen werden, auch keine Vergabe möglich Keine für den Auftraggeber, der Handwerker zahlt die Gebühren
blauarbeit.de ca. 65.000 Dienstleister und Handwerker, teilweise durch Anbieter auf Qualifikation überprüft Unverbindlich, da kein Vergabezwang Keine für Auftraggeber, registrierte (zahlende) Handwerker sehen aber die Gebote der Konkurrenten
undertool.de über. 50.000 Mitglieder, teilweise Gewerbeschein durch Anbieter überprüft Wahl zwischen Auktion oder Kostenvoranschlag. Bei Auktion muss der Auftrag entweder nach drei Tagen an einen der Bieter vergeben oder die Auktion neu gestartet werden. Geschieht das nicht, erhält der günstigste Anbieter den Auftrag Keine für den Auftraggeber, aber Hervorhebungen im Auftrag (z.B. Fettschrift) müssen bezahlt werden, Dienstleister zahlt Gebühr
Quelle: laut Anbieter-Webseite, Stand 7.1.2010
 
Florian Junker   07.01.2010

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Leserkommentare

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26.11.2009 21:34 Uhr
Heiko W.: coole Plattform
Hab mir die hier angepriesene Alternative zu MyHammer und den anderen Auktionshäusern - Auftragspoker.de - mal angesehen und muss sagen, es wurde nicht zu viel versprochen. Als Handwerker ist man von dem ewigen Dumping total frustriert. Neuerdings kann man als Auftragnehmer bei MyHammer mit einer kostenlosen Mitgliedschaft nur noch für Aufträge bis 500,- Euro bieten. Will man größere Auftträge haben, muss man "Businesspartner" werden und monatlich seinen Beitrag leisten - und das natürlich noch zusätzlich zur Provision, die man ohnehin für jeden Auftrag zahlt.
Auftragspoker.de ??? Ich dachte erst - um Aufträge POKERN - was für eine seltsame Verfahrensweise, um an Aufträge zu kommen - aber es ist ganz anders.
Ich kann die Plattform nur jedem empfehlen, der vom Dumping die Nase voll hat. Keine Provisionen, keine Monatsbeiträge und der Preis steigt auch noch - ist ne coole Idee.
Danke für den Tipp Frau Wallanis...
13.09.2009 23:37 Uhr
Claudia Wallanis: www.auftragspker.de - eine Alternative zu den Rückwärtsauktionshäusern
bei Auftragspoker.de funktioniert es anders ! Das gegenseitige Unterbieten mit anschließender Provisionszahlung an die Plattformbetreiber gibt es dort nicht. Beide Seiten können Live in den Auftragspokerrunden Einfluss auf den Vergabepreis nehmen. Für Auftraggeber ist es ohne Einflussnahme auf den Preis kostenlos & für Auftragnehmer provisionsfrei.
Foto: ddp-direkt ID:2013
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